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Aktualisierte Version 1.8
Stand: 23.2.2016
Der Bereich wird succesive ausgebaut und erweitert
Der ausführliche Vergleichstest in der Praxis des Alltags ist ein Erfahrungsbericht des Autoren, der mit beiden Systemen und mit verschiedenen Nikon- und Fremd-Objektiven arbeitet.
Der Autor hat früher diverse Online Magazine geleitet, u.a. zum Thema Foto und Film. Er arbeitet für verschiedene Verlage, bringt aber auch eigene Fotostrecken heraus und macht Videos.
Labor-Messverfahren stehen hier nicht zur Verfügung. Der Autor verweist diesbezüglich aus-drücklich auf andere Tests, u.a. bei Chip.de, Colorfoto.de, Digitalkamera.de, Testberichte.de, heise.de, Computerbild.de und bei Objektiven auf die Seite www.kenrockwell.com, der sich ganz auf Beschreibungen von Nikon-Produkten verlegt hat.
Der Autor verkauft die hier beschriebenen Produkte nicht und zieht keinen Gewinn aus den Berichten. Er wird auch nicht durch Hersteller gesponsert.
Solche Berichte und Tests sind aufwendig und werden mit viel Detailgenauigkeit erstellt.
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Bei anderen Anbietern, wie Sony oder Canon fällt der Unterschied in der Bildqualität zwischen APSC und Vollformat möglicher-weise anders, oder auch größer aus, aber ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Systemen bleibt grundsätzlich bestehen:
Generell gilt, dass Vollformat im Bereich Weitwinkel die bessere Abdeckung hat, während APSC im Bereich Tele die bessere Ausbeute ermöglicht.
Der Kroppfaktor hängt hierbei von der Größe des jeweiligen Sensors ab, der nicht überall genau das halbe Vollformat hat. Bei Nikon ist der Kroppfaktor durchgehend 1,5, bei Canon meist 1,6, bei Olympus (das den etwas kleineren Three-fourth-Sensor benutzt ist der Croppfaktor 2,0.
Vollformatkameras im Klein-bildformat 24x36mm bieten bisher ausschließlich Canon, Nikon, Leica und Sony an. Pentax wird noch 2015 die erste Vollformatkamera auf den Markt bringen. Panasonic, Fuji und Samsung lassen sich wohl noch etwas Zeit.
Vergleich der Nikon D700 mit Vollformat-High-end-Kameras der neuesten Generation:
Vergleichen wir mal die Nikon D700 (12 Mio Pixel) mit einer Nikon D810 (36 Mio Pixel), der Sony Alpha 7R (36,4 Mio Pixel), der Alpha 7 R II (vermutlich 60 Mio Pixel), oder der Canon EOS 5DSR (50,6 Mio Pixel), so erscheint die Nikon D700 völlig veraltet. Mit solchen Auflösungen kann und will sich die D700 genauso wenig messen, wie mit einer Mittelformat-Kamera !!!
Die Nähe besteht eher zu den verschiedenen 24-Mio-Pixel-Systemen, die es von diesen Herstellern eben auch gibt. Die Zahl der pixel alleine ist nicht entscheidend. Viel entschei-dender für die Bildqualität wind das Objektiv und der Chip, und da können D300 und D700 punkten. Die Aufgabe in diesem Test war es nicht, das jeweils leistungsfähigste Kamera-system in Punkto Auflösung und Bildqualität zu finden, um hochaufgelöste Fotos für Plakatwände zu ermöglichen !!!
Besonders hohe Auflösungen und Pixelzahlen stellen aber auch entsprechende Anforderungen an die Speicherkarte und an die Leistungsfähigkeit des Rechners. Die Frage ist: muss das sein?? oder auch: für wen muss das sein ?? oder können wir mit dem Kompromiss leben, nicht das jeweils neueste und leistungsfähigste System auf dem Markt zu nutzen
Man kann nicht erwarten, dass die Nikon D700 mit einer 50 Mio Pixel Kamera gleichzieht. Hier geht es vor allem um ein preisgünstiges und dennoch leistungsfähiges System, und in diesem Bereich ist die Nikon D700 unschlagbar. Dies rückt die D700 wiederum in die Nähe leistungsfähiger APSC Kamera-Systeme. Dies dürfte aus den Ausführungen hervorgegangen sein, obwohl es bei Bildausschnitten immer noch deutliche Unterschiede zwischen D700 und D300 gibt.
Übertragen gilt das auch auch für die etwas ältere Canon 5D Mark II, die gebraucht zu ähnlichen Preisen gehandelt wird wie die Nikon D700.
Ein adäquates Modell zur Nikon D300 findet man übrigens in der Canon 50 D, und auch bei Sony gibt es das. Die sind auch nicht schlecht !!! aber preisgünstig.
Alle links gezeigten Bilder sind stark verkleinert (von 300 auf 72 dpi und nochmals von 4288 Pixel Breite auf lediglich 185 Pixel Breite.
Die Referenzbilder dienen hier ausschließlich der unterschied-lichen Darstellung im Weit-
winkel und im Telebereich. Für einen erweiterten Test in Punkto Farbwiedergabe oder Schärfe sind die links gezeigten Bilder nicht geeignet.
Die letzten 3 Jahre galt die Brennweite von 18-200 durch die Einführung von Zoomobjektiven von 18-250 / 18-270 oder gar 18-300mm als veraltet. Die Second-Hand- Preise waren im Keller. Heute hat sich das geändert. Es hat sich herum gesprochen, dass ein 18-300mm Objektiv die Erwartungen bezüglich der Randschärfe und Auflösung nicht so gut erfüllt, wie die gemäßigte Brennweite von 18-200mm.
Nikons 28-300 Vollformat-Linse ist neuer. Tests anderer Magazine sagen, dass Nikon bei diesem Objektiv eindeutig die Nase vorn hat, vor Drittanbietern.
 Natürlich ist eine Nikon 5200/ 5300 auch gut und sie wiegt nur 530 Gramm incl. Akku/Speicher-karte, aber sie bietet eben nicht die gleichen Möglichkeiten wie die D300 und ist in den Bereichen Akku und Speicherkarte auch nicht kom-patibel. Die 5300 ist zwar eine schöne und praktische Consu-merkamera mit integrierter Videofunktion, aber die D300 ist eine spritzwassergeschützte und professionell einsetzbare High-Tech-Kamera mit schneller Serienbildfunktion, und sie ist vom Akku und der Speicherkarte kompatibel mit der D700 !!
Zum Vergleich mit DF und D750/810: Sowohl die FX Kamera D750, wie auch die Nikon DF haben eine Ver-schlußzeit von max. 1/4000 Sek. Die Auflösung ist pixelbedingt bei DF (16 Mio), D750 (24 Mio), sowie D800/810 (36 Mio Pixel) besser als bei der D300/700, was bei extremen Detail-vergrößerungen zum Zuge kommt.
Das macht D700 und D300 aber nicht zu schlechten Kameras.
12 Mio Pixel sind völlig aus-reichend um scharfe Bilder in DIN A 3 abzuliefern und Aus-schnitte für Printmedien zu produzieren. Nikon hat diese Politik erst kürzlich mit der D800/ D 810, DF, D750, 3000er, 5000er und 7000er Serie geändert.
Pararell dazu gilt das Gesagte natürlich auch für D80 (10,2 Mio Pixel) / D90 (12,3 Mio Pixel).
Noch eins zum Vergleich: Die D750 hat als einzige Nikon FX Kamera das beliebte Klapp-display (für Aufnahmen in Frosch- oder Vogelperspektive) + einen sehr guten Sucher. Das hebt sie aus dem Nikon Sorti-ment heraus, und nur die anspruchsvolle Consumer-kamera D5100-5300 hat sogar ein Klappdisplay mit 180 Grad Schwenkmonitor für Selfies). Muss aber nicht sein, weil jedes Display in hellem Sonnenlicht kaum ablesbar ist. Ein guter Sucher ist wichtiger !!!.
Anmerkung: Einführung der beiden Kameras in den Markt:
D300: November 2007 bis ca. 2012 - Ablösung durch 300s im Jahr 2009 
D700: Juli 2008 bis 2013
.
Ein Vergleich mit D750 / D7200 kann an dieser Stelle nicht erfolgen, aber allgemein gilt, dass die D300 der D7200 hinsichtlich der Rauscharmut überlegen ist, während die D750 gegenüber der D700 eine viel bessere Ausstattung hat. Die 24 Mio Pixel der D750 bieten zudem noch einmal eine gesteigerte Auflösung im Detailbereich. Das Gewicht beider Kameras ist aber deutlich geringer als bei D300/700, was noch einmal eine bessere Reisetauglichkeit nach sich zieht. Aber: The Price makes the difference. Von der gezeigten Bildqualität scheint das nicht unbedingt notwendig.
Nun gibt es oberhalb der D300
ja noch die D300s, die hin-sichtlich der Bildqualität ähnlich zu beurteilen ist, wie die D300. Die eingeschränkte Video-funktion von 30B/Sek. recht-fertigt den 50% höheren Gebraucht-Preis gegenüber der D300 m.E. nicht, wenn man das parallel zu einer D700 nutzen will. Trotzdem ist diese Video-fuktion eine gute Ergänzung,
weil sie wenigstens gute Internetvideos ermöglicht, und auch mit allem Brennweiten nutzbar ist (genau hierin liegt dann auch der Vorteil der D300s gegenüber einer videofähigen Pocket-Kamera, wie der Fuji X30), die man bei D300/ D700 ergänzungsweise mit sich führen sollte, wenn man zusätzliche Videos produziert, egal ob fürs Internet oder für CD/DVD

Anmerkung: Die D300: Funktionstest in der Praxis:

Bin grade von einer fast 6-wöchigen Reise zurück, bei der mich die D300 mit dem Sigma Objektiv 18-300 begleitet hat.

Folgende Ergebnisse fallen positiv auf:

1. Der Autofocus der D300 ist wirklich sehr schnell und sehr genau, besser, als die D700 das kann. Das macht die D 300 in kritischen Situationen wiklich überzeugend reaktionsschnell. Die Zusammenarbeit des schnellen Autofocus mit dem Sigma Objektiv ist ausgezeich-net

2. Farbmanagement: Während die D700 versucht, bei Schlecht-wetteraufnahmen noch etwas Farbe hineinzubringen, was sich oft in matschig-brauenen Tönen manifestiert, kann die D300 das besser: bei wolkenverhangenem Himmel  / regnerischen Wetter schaltet sie einfach von selbst auf einen weitgehenden schwarz-weiß-Modus (wo objektiv keine Farbe ist außer grau, auch wenn das Auge das anders wahr-nimmt), bringt aber wirklich deutliche Farben auch als farbig rüber. Das sieht im Ergebnis wirklich überzeugend gut aus.

3. Die beschriebene Gewichts-einsparung gegenüber der D700 ist (wenn man zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist- so wie ich das war) wirklich gut. Natürlich bleibt die D300 immer noch eine große und schwere, aber eben auch eine robuste Kamera.

4. Das Sigma überzeugt auf ganzer Linie.

5. Anders als meine D700 (die zu leicht dunkleren Aufnahmen tendiert), tendiert die D300 zu leicht helleren (überbelichteten) Bildern. Das kann man aber in Photoshop bequem nach-arbeiten, dort, wo es notwendig ist. Allerdings gibt es sowohl bei der D300, wie bei der D700 die Möglichkeit im Menü eine Belichtungskorrektur über das Wählrad, oder über die +/- Taste anzuwählen, so dass man die Belichtungen von Aufnahmen direkt steuern kann.

6. Gegenüber der D700 fällt die D300 in Grenzbereichen des Lichts durch die ISO-Beschränkung allerdings ab, was aber kein Unglück ist.

Fazit: die D300 ist eine wirklich gute Reisekamera. Handling und Wasserresistenz bei Nieselregen überzeugen. Die Bildergebnisse sind sehr gut. Direkt in der Kamera kann man auch Referenzufnahmen bestimmen, oder Bilder kopieren und heller/dunkler/sepiatöniger usw. abspeichern. Das ist nur ein Tastendruck auf Menübefehl hin. Dabei zeigt sich das Sigma von seiner positiven Seite, von 27mm Weitwinkel bis 300mm (ver-glichen mit dem Kleinbildformat) deckt das Sigma fast alles ab, was man braucht.

Aufnahmen gibts demnächst in meinem neuen Buch (Bildband/ Reisebeschreibung) über meine 5-wöchige Radtour in Holland, das noch vor Weihnachten 2015 erscheinen soll, und was bereits in Arbeit ist. Parallel dazu habe ich meine Fuji X30 eingesetzt, die auf ihrem Gebiet genauso überzeugend war, dort, wo es um langsamere, aber ausgesucht schöne Bildkompositionen geht.

Details zum neuen Bildband folgen. Laßt euch überraschen
(der Autor, 27.8.2015)

Vergleicht man die Nikon D300 wiederum mit der noch älteren D200, tun sich allerdings Welten auf. Nicht, dass die D200 eine schlechte Kamera war und ist. Die D300 ist um vieles besser, u.a. im Autofocus, im Farbmanagement, in der Auflösung und im Bildergebnis. Ich persönlich habe die Nikon D300 auf Reisen zu schätzen gelernt, wobei das Klasse Objektiv von Sigma (18-200) seinen Teil dazu beigetragen hat.
Fototechnik (2.7)   Nikon D700 versus Nikon D300
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Kleine Fotokunde / Kapitel Fototechnik  -  2.7. Nikon D300 versus Nikon D700

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Kap. 2.7  -  Nikon D700 versus Nikon D300
Ausführlicher Vergleichstest
Vollformat versus APSC Format
auch im Vergleich mit anderen Nikon-Systemen - in Bild 1: D300/D700 mit Universal- / Reiseobjektiv
                                                                               Vorbemerkung:
Juli 2015 - Warum kommt gerade jetzt ein Vergleich zwischen zwei 6 und 8 Jahre alten Systemen
mit jeweils nur 12 Mio Pixeln ?

Es gibt schließlich Neueres (D750/D810/Df/D7200), und die Mitbewerber Canon und Sony bieten
inzwischen sogar High-End-Vollformatkameras jenseits der 50 Mio Pixelmarke
Zum heutigen Stand sind die D300 und die D700 zwei super gute Systeme zum kleinen Second-Hand-Preis, denn seit dem Sommer 2015 ist die Nikon D 700 gebraucht für günstige 750-1000 € zu haben, die Nikon D 300 für schlappe 350-450 €, mit der Tendenz nach unten. Beide sind seit 2007 / 2009 auf dem Markt, aber sie haben in ihrer Aktualität m.E. nichts eingebüßt. Die Vollformatkamera D700 hat mal knapp 3000 gekostet, die APSC Kamera D300 knapp 1900 €. D300 und D700 sind aber auch im Jahr 2015 immer noch zwei der besten Kamerasysteme auf dem Weltmarkt
Auch wenn es neuere Modelle gibt, die im Bereich Video hervorragend zu nutzen sind, so sind sie erheblich teurer als die beiden hier vorgestellten Modelle (Neupreis). Sie haben aber auch erheblich mehr Pixel. Schon die D750/D7200 warten mit 24.Mio Pixeln auf, die Nikon D810 hat gar 36 Mio. Eine Canon 5 DS-R hat sogar 50,6 Mio Pixel, und die neue Sony Sony Alpha 7 R II soll ca. 60 Mio Pixel haben. Die Frage ist berechtigt, ob der Nutzen dieser neuen Systeme aus Pixelriesen den weitaus höheren Preis rechtfertigt, oder ob man sich mit dem älteren System gut begnügen kann. Anders gefragt: Wenn Canon 5 DS-R oder Sony Alpha 7 R II Spitzenkameras für wenige Spezialisten sind (weil die  Dateien eben so riesig sind), könnten die beiden alten Systeme D300/D700 sich zur echten Volkskamera entwickeln, gerade weil sie nur noch gebraucht zu kaufen und deshalb vergleichsweise günstig sind.
Ganz klar: Gegenüber der D300/D700 bietet die D750 Video + Klappspiegel + 24 Mio Pixel, die D7200 bietet Video + Live View + 24 Mio Pixel. Das ist aktuell und das ist aus gutem Grund heiß begehrt (siehe Test /Vergleich). Die D750 ist gar ein richtiger Shooting Star geworden, wobei der Ladenpreis von rundgerechnet 2000 € ein echtes Kauf-Argument ist (Tendenz fallend). Das ändert nichts daran, dass auch die D750 - wie jede Vollformatkamera - ihre Stärken nun einmal im Weitwinkelbereich ausspielt, so wie das schon bei der älteren D700 auch ist. Meine Frage ist: ist der derzeitige Hype ums Vollformat überhaupt zu rechtfertigen?? Bringt das Vollformat so viel mehr als APSC?
                          Nikon D300 (DX) oder Nikon D700 (FX)?    Das Urteil in Kurzform:
In Punkto Robustheit sind Nikon D300 und D700 kaum zu schlagen, und die Bildqualität liegt deutlich über dem, was viele Konkurrenzmodelle (auch neuere Systeme) bieten. Das Handling ist hervorragend. Sie sind staub- und spritzwasser-geschützt (wenn auch nicht regengeschützt, wie z.B. die Pentax KS2 ) und ziemlich kälteressistent. Sie haben einen Hilfsblitz an Bord, sind nachttauglich (hohe ISO-Empfindlichkeit), sind aber auch alle beide ziemlich groß und schwer (vielen Consumern sind sie zu groß und zu schwer). Die Objektive sind hervorragend und relativ günstig auf dem Second Hand-Markt zu bekommen (wenn auch nicht die gerade neuesten Modelle). Für die Reise mit dem Fahrrad oder Wanderungen zu Fuß ist die Nikon D300 mit einem Universalobjektiv sehr gut, und der D700 sogar vorzuziehen. Größe und Gewicht von beiden Systemen sind gerade noch akzeptierbar. Dafür bekommt man trotz der geringen 12 Mio Pixel eine excellente Bildqualität (siehe unten).
Für Sportaufnahmen bietet die D300 wegen der Betonung auf dem Telebereich bessere Einsatzmöglichkeiten als die D700. Für höher aufgelöste Bilder oder Bouquet-Aufnahmen (Landschaft, Portraits) ist wiederum die D700 besser. Beide Systeme sind in wichtigen Teilen kompatibel, wie z.B. beim Akku und der Speicherkarte oder beim externen GPS. Bei Extremtouren, wie beim Bergsteigen sollte man vielleicht ganz auf solche Kolosse verzichten und was Kleines und Leichtes für die Tasche nehmen, was dann auch noch universelle Möglichkeiten bei guter Bildqualität bietet, einschließlich Video (wie z.B. eine Fuji X30   >> siehe auch Kapitel Reisefotografie).
Nikon D300 und Nikon D700 sind derzeit im Preis (gebraucht) unschlagbar. Beide Kameras stammen aus der Zeit, bevor Nikon auf den Zug aufgesprungen ist, Videofunktionen in Foto-Kameras zu integrieren und die Pixelzahl hochzuschrauben. Das erklärt den enormen Preisverfall auf dem Second-Hand-Markt (was völlig zu unrecht geschieht, wenn man die Qualität in Rechnung stellt). Real ist: So viel gute Kamera für so kleines Geld bekommen Sie sonst nicht.
Achten Sie beim Gebrauchtkauf auf die Zahl der Auslösungen und den Allgemeinzustand, sowie auf die Austattung und Vollständigkeit. Ein Handbuch sollte schon dabei sein, gibts aber auch per download. Werksgarantie gibts keine mehr, also vergewissern Sie sich vorab, ob die Kamera wirklich intakt ist. Abgegriffene Gummis, fehlende Gummiabdeckungen, heftige Kratzer am Display oder Dellen an sensiblen Teilen sollten zur Vorsicht mahnen. Dann lieber persönlich in Augenschein nehmen oder den Kauf gar nicht erst abschließen.
                                                                          Grundsätzliches:
Dieser Vergleich beinhaltet allgemeine Ausführungen zum APSC-Format (DX) und Vollformat (FX). Das gilt auch für nachfolgende Modelle, also für einen eventuell späteren Vergleich zwischen D750 und D500 und läßt sich modifiziert auf Canon und Sony übertragen, egal ob spiegellos oder DSLR .
Ein Vergleich zwischen APSC und Vollformat ist heute umsomehr wichtig, weil es derzeit bei Foto-Enthusiasten geradezu einen Hipe um Pixelriesen und auf das Vollformat gibt, was Nikon, Canon und Sony aus Marketinggründen verständlicherweise fördern. Die entscheidende Frage ist: ist dieser Run - und sind die damit verbundenen Mehrkosten berechtigt? Das kann ein aktueller Vergleich von Ergebnisbildern zeigen. Ich beschränlke mich auf Bilder mit der D300 und D700.
Auf dem 1. Bild dieser Seite ist die D700 links, die D300 rechts abgebildet.
Die D700 ist bestückt mit dem Nikon AF-S Objektiv 28-300mm G-ED VR ,
die D300 ist ausgestattet mit dem Sigma DC Objektiv 18-200 OS HSM,
was in der Brennweite wegen des Kroppfaktors von 1,5
genau dem 28-300er Nikon Objektiv bei der D700 entspricht.
Das 18-200 und das 28-300 sind sogenannte "Immerdrauf-Objektive" mit recht großem Brennweitenumfang und in sehr guter Qualität, ideal für die Reise. Beide Objektive haben eine begrenzte Anfangsblende (3,5 bis 5,6 bzw. 3,5 bis 6,3), sind also nicht besonders lichtstark gegenüber einer Blende 2,8 oder gar 1,2. Nur die Zeit- und ISO-Automatik können dieses Defizit ausgleichen. Das wiederum können beide Nikons sehr gut, wobei die D700 mit 12 Mio Pixeln im Vollformat doppelt so große Pixel besitzt, wie die D300. Das macht sie besonders rauscharm, aber auch die Nikon D300 ist in Punkto Rauscharmut wirklich gut.
Hyperzooms haben ihre Schwächen in der Größe, im Gewicht und in der geringeren Schärfe, verglichen mit einem Normalzoom oder einer Festbrennweite. Beide recht neuen Objektive schlagen sich sehr gut. Wer es im Alltag noch etwas schärfer und leichter haben will, wählt ein Nikkor 28-105 (FX) das 24-120 (FX) oder ein Nikkor 18-70 (DX- entspricht dem 28-105 FX), ein 18-50 FX, wahlweise von Nikon, Tamron oder Sigma, oder auch Festbrennweiten. Im Weitwinkelbereich sind zu empfehlen das Nikon oder Sigma 10-20 (DX), das 12-24 (FX), das 16-35 (FX). Beide Kameras sind ideal mit AF oder analogen Nikon-Festbrennweiten verwendbar (AI / AIS). Beide Kameras haben eine Objektiverkennung für analoge Nikon-Objektive im Menü, so dass Sie mit AI/ AIS auch im Modus P aufnehmen können, was bedeutet: Blendenvorwahl per Hand, Schärfe von Hand, Zeit und ISO in automatischer Berechnung durch die Kamera. Natürlich geht auch M, S oder A. Die D700 hat außerdem eine Infotaste, mit der man die analoge Brennweite mit zwei Handgriffen einstellen kann, bei der älteren D300 muss man das noch im Menü auswählen. Das ist umständlicher, geht aber auch gut.
Anmerkung: Die Nikon D700 hat eine automatische DX Erkennung, kann also mit DX Objektiven bestückt werden. Sie kann auch im Menü auf das kleinere DX Format umgestellt werden, um mehr aus dem Telebereich zu machen. In der Praxis bringt das aber gar nichts, denn dann bietet die D700 im APSC Bereich nur etwa 5000 Pixel (das ist viel zu wenig), während die D300 bei APSC die volle Pixelzahl von 12 Mio zur Verfügung hat. Fazit: Die D700 ist und bleibt eine reine Vollformatkamera, die ihre Stärken im Weitwinkelbereich ausspielt, und die D300 bietet sich wegen des Kroppfaktors für den extremen Telebereich an.
Teure elektronische Spielereien, wie WiFi, Bluetooth, Touchscreen, integriertes GPS, Internetzugang haben beide Kameras nicht, wohl aber die Möglichkeit für externes GPS. Nikon war da schon immer etwas konservativ und überläßt dieses Feld lieber den Mitbewerbern, wie Panasonic, Fuji, Sony oder Samsung. Zumindest bis 2015 war das so.
 
Das erste Bild auf dieser Seite zeigt den einen wesentlichen Unterschied
zwischen den beiden Systemen FX und DX:
Die Größe und das Gewicht
Gewicht Body D700: 1100 Gramm mit Akku, Gurt, Handgriff
Gewicht Nikkor Lens 28-300: 865 Gramm,
Nikon D700+Nikkor 28-300: 2065 Gramm
Baulänge des Nikkor  28-300: 12-19,5 (ohne So-blende). Durchmesser Nikkor: 81mm
Gewicht Body D300: 1000 Gramm mit Akku, Gurt, Handgriff
Gewicht Sigma Lens 18-200: 735 Gramm,
Gesamtgewicht D300 + Sigma 18-200: 1735 Gramm,
Baulänge des Sigma 18-200: 10,5 - 17 cm (ohne So-blende). Durchmesser Sigma 18-200: 78 mm,
Der Gewichtsunterschied der beiden Universal-Kits beträgt immerhin 365 Gramm (****). Das bedeutet in der Praxis, dass die D300 mit dem Universalobjektiv auf Reisen wegen des geringeren Gewichts und der geringeren Größe deutlich leichter zu handhaben ist. Sie brauchen auf der Reise im Prinzip nur 1 Objektiv dabei zu haben.
(****) Nimmt man statt des Sigma 18-200 ein Nikkor 18-200, unterscheidet sich das vom Gewicht und von den Abmessungen nicht. Das hohe Gewicht der Universal-Kits ist aber in unserer Vergleichsgruppe das Hauptargument für den Vorzug der Nikon D300 auf Reisen gegenüber der D700.
Nun könnte man auch die D700 mit Ultra-Telebrennweiten bestücken, um den Kroppfaktor der D300 für den Tele-Einsatz auszugleichen, aber das wäre preislich und gewichtsmäßig keine Alternative zu einer derzeit günstig zu beschaffenden Zweitkamera D300. Auf Reisen verbietet es sich ein riesiges 80-500mm, ein 150-600 oder gar ein 800mm Objektiv. Die Bildqualität zwischen D300 und D700 ist im Normalfall nicht so unterschiedlich, so dass man auf das Vollformat verzichten kann. Der Second-Hand-Preis der D300 ist so moderat, dass man sich ruhig eine D300 als Zweitkamera leisten kann. Umgekehrt kann eine D300 aber nie den Vorteil der Vollformatkamera D700 im Weitwinkelbereich ausgleichen.
       Eine duale Nutzung bietet sich also an, um das Beste aus beiden Systemen herauszuholen
Ist man nicht auf Reisen, sondern macht eine gezielte Fotostrecke, bietet es sich sogar an, beide Kameras mitzunehmen, und jeweils in den Bereichen WW bzw. Tele bestens gerüstet zu sein. Wer viel für Zeitungen arbeitet, wo man oft und viel Ausschnitte verwendet, fährt mit Vollformat und Festbrennweiten zwangsläufig etwas besser als mit DX.
Anmerkung zu Objektiven: alle Aussagen über hier genannte Linsen betreffen ausschließlich die Nutzung an Nikon D300 und D700. Mit anderen Modellen können die u.g. Linsen ganz andere Werte haben. So ist z.B. das u.g. Sigma 80-400 an Nikon D200 eher mau, an Nikon D300 und D700 aber excellent. Das Sigma 12-24 ist an Nikon D200 und D300 gut, aber bei D700 mit deutlichen Schwächen behaftet (stürzende und gewölbte Linien, verminderte Auflösung von Halbtönen). Ich verweise auch auf Tests, die mit dem Sigma 18-200 im Jahr 2013 an verschiedenen Modellen bei Colorfoto durchgeführt wurden. Dort wurde das Sigma 18-200 für D300 und D7000 als sehr gut bewertet, an D70s und D200 aber als unzureichend eingestuft. Warum das so ist, kann hier nicht nachvollzogen werden. Ich empfehle vor dem Kauf die Testforen im Netz gut zu studieren.
Nikon D300/D700 in der Praxis
1.  Bildbeispiele aus den Bereichen Weitwinkel- und Tele-Ausnutzung im Vollformat (FX) und im APSC-Format (DX)
Alle Bilder sind mit demselben Blickwinkel und der Entfernung vom Objekt vom Stativ und bei den gleichen Lichtbedingungen (heller Sonnenschein) aufgenommen worden. Die Bilder beschreiben den jeweiligen Einsatz in den Bereichen WW und Tele.
Nikon D700 + Sigma 12 mm
(Sigma Lens EX 12-24mm)
Das ist im Vollformat ein
extremes WW  (***)
von guter Qualität
bei 12 Mio Pixeln. Die 3 Km Burg (Bildmitte) ist in diesem Bild nur in Ausdrucken von 24x36cm und größer zu erkennen
Nikon D300 + Sigma 12mm (entspricht 18mm bei FX)
(Sigma Lens EX 12-24mm). Das ist deutlich weniger Blickwinkel als beim Vollformat (Bild links). Die Linse ist ausgezeichnet an D300. Auch hier ist die 3 Km entfernte Burg nur in Ausdrucken von 24x36cm und größer zu erkennen
Nikon D700
mit Nikkor 300 mm.
Selber Blickwinkel
.
(Nikor AF-S 28-300mm VR)
Saubere Farben, sehr scharf.
Ausgezeichnet an D300
und an D700. Das ist im Vergleich zum Sigma 12mm schon ein extremer Blick-
winkel
Nikon D 300 + Sigma 200mm (Sigma 18-200mm DC OS)
(entspricht 300mm bei FX)
Mit Kroppfaktor 1,5 ist das noch einmal  etwas mehr Tele
als bei der D700 mit dem 300er Tele.Das liegt daran, dass die Brennweiten bei Zooms tw. erhebliche Toleranzen haben.
Nikon D700 mit 20mm ais
Im Blickwinkel ungefähr identisch mit dem
Sigma 12mm an D300
saubere Farben, sehr scharf, klein und leicht
Nikon D300 mit 200mm ais Festbrennweite
+ 1,4 Adapter
entspricht 420mm
(Siehe auch Bild unten)
Sehr klar, sehr gute Farben,
sehr scharf
klein und recht leicht.
Gute Telefunktion.
Festbrennweite
Nikon D700 Sigma 400 mm
+ 1,4 Adapter = 560mm
(Sigma DG 80-400mm OS)
Groß, schwer, aber gute
Farben und saubere
Abbildung. Gut für Sport
und Tierfotografie. Durch das Zoom wird der Einsatz noch einmal erhöht

Nikon D300 + Sigma 400 mm
+ 1,4 Adapter
= 840mm
(Sigma DG 80-400mm OS)
etwas gelbliche Darstellung gegenüber der D700,
sonst gut. Das Objekt wird schon sehr nah herangeholt. Das Zoom ermöglicht auch kleinere Bildausschnitte

(***) Das Sigma 12-24 EX ist aus meiner Sicht für Nikon D700 nicht das idealste Weitwinkel-Objektiv, aber es ist preisgünstig und gut für extreme Blickwinkel. Das Original Nikon kostet unverhältnismäßig mehr. Wer also nicht die höchsten Ansprüche stellt, kommt gut mit dem Sigma aus. Wenn das Objektiv nicht direkt von vorne anvisiert wird, sondern von schräg unten oder oben, dann gibt es mit dieser Linse stark stürzende und leicht tonnengewölbte Linien im Ultra-WW-Bereich. Außerdem gibt es in Verwendung mit der D700 eine leicht matschige Darstellung der Halbtonwerte, was beides bei den hier gezeigten kleinen Bildern nicht auffällt. An Nikon D300 ist das preisgünstige Sigma 12-24 EX allerdings sehr gut, was auch daran liegt, dass die Anfangsbrennweite von 12mm denen der 18mm Linse bei FX entspricht, was naturgemäß keine extrem stürzenden Linien erzeugt.
Das Nikon 20mm AIS ist im Superweitwinkelbereich hingegen das ideale Objektiv für Nikon D700. Sehr klar, minimalste Stürze, gerade Linien, sehr gute Halbtonauflösung, auch wenn der Bildwinkel nicht an das extreme 12-24 heranreicht. Für D300 ist das 20er Objektiv hingegen Unsinn, weil es nur eine Brennweite von 30mm erzeugt. Da das 20mm AIS (oder auch des AF) ziemlich teuer ist, macht das an DX keinen Sinn. Standard-DX-Zooms können das besser.
2. Ausstattung und Bedienung: Beide Systeme haben in etwa die gleiche Ausstattung und die gleiche Bedienung. Die D700 hat 95 % Abdeckung des Suchers, die ältere D 300 hat sogar 100 %. Die ältere D300 hat außerdem einen Live-View (der ziemlich umständlich ist), und auch in der Serienbildgeschwindigkeit ist sie schneller (bis zu 8 Bilder/Sek bei Nikon D300, bis zu 7 Bilder/Sek bei Nikon D700). In der Abspeicherung von 300 dpi, der Farbtiefe, der Anzahl der Pixel, oder der Bild-Authentifikation (Copyright-Informationen) sind beide gleich. Die Akkus sind dieselben, als Speicherkarte werden Compact Flash Karten (CF) benutzt., Das externe GPS ist für beide Kameras identisch. Auch die Verschlußzeiten sind identisch: bis 1/8000 Sek. Das ist bei beiden Kameras absolut sporttauglich. Bei den Sensoren/ Kreuzsensoren sind beide Systeme auf Augenhöhe. Die Bodys verfügen beide über einen Autofocus-Motor zum schnellen Scharfstellen, der den Motor im Objektiv unterstützt. Nur hat die D 700 eben Vollformat, und damit doppelt so große Pixel auf der gesamten Sensorfläche als die vergleichbare D300.  Das zeigt sich in der Nachttauglichkeit und in der Rauscharmut bei hohen ISO-Zahlen.
Die D700 ist bis ISO 3200 ideal und kann noch gut bei ISO 6400 benutzt werden, die D300 ist bis ISO 2000 ideal und geht gut bis ISO 3200. Die nachfolgenden Referenzaufnahmen sind deshalb auch bewußt mit 1600 ISO aufgenommen. Das ist ein Wert, bei dem die Consumerkameras fast alle (zum Teil deutlich) schlapp machen. Eine Canon D450 ist gut bis 400 ISO, eine Fuji x30 ist gut bis 600 bis max 800 ISO, das ist im Vergleich zur Nikon D300 oder D700 sehr mager.
Nikon D300 und D700 verfügen außerdem über eine nahezu identische Ausstattung von Bedienknöpfen. Auch das Menü ist weitgehend identisch. Beide Systeme bieten zudem eine Fülle von Individualeinstellungen. Leider hat die D700 keinen Live View. Ein Klappdisplay haben beide nicht. Dafür sind die Sucher groß, hell und scharf.
2. Das System: Entscheidend für die Auswahl des Systems mag sein, dass D300/700 keine Videoaufnahmen ermöglichen. Wer filmen will, muss also auf andere Modelle zurückgreifen. Einem Foto-Puristen genügt die Nikon D300/D700 ohne jegliche Videofunktion. Das war zumindest über lange Zeit die Philosophie von Nikon.
3.  Anwendungsbereich, Bildauflösung, Bildqualität:  Der Unterschied zwischen D300 und D700 in der Praxis
3.1. Der Kroppfaktor entscheidet über das Einsatzgebiet. Entscheiden Sie sich eher für den Bereich Weitwinkel (FX/ Vollformat) oder den Bereich Tele /DX/APSC).
3.2. Grundsätzliches über die beiden Reise-Objektive (28-300 / 18-200): Beide abgebildeten Objektive sind für DX bzw. FX sehr gute Linsen. Das Nikkor AF-S 28-300 G - ED VR (FX) ist sehr scharf und bietet auch ein wunderbares Bouquet (ganz untypisch für Zoomobjektive), das fast an das Bouquet von Festbrennweiten heranreicht.
Das neue Sigma DC 18-200 OS (DX) reicht von der Schärfe wiederum fast an das Nikon AF-S 28-300 ED heran. APSC- und Zoom-typisch wird die Schärfe/ Unschärfe-Darstellung beim Sigma 18-200 etwas nivelliert, so dass bei der Nikon D300 mit dem 18-200er Objektiv das vollformat-typische Bouquet fehlt.
Auch mit AI/AIS Festbrennweiten reicht die D300 nicht an das Bouquet der D700 Vollformat heran. Damit kann man leben, und für den journalistischen Alltag ist das wenig ausschlaggebend, weil dort eine durchgängige Schärfe eher gewünscht ist.
Auch die Blende ist bei beiden Linsen in etwa gleich (Sigma: 1:3,5-6,3, Nikon: 1:3,5-1:5,6). Beide haben einen Optical Stabilizer, was bei schlechten Lichtbedingungen (und vergleichsweise langer Belichtungszeit) einen entscheidenden Vorteil mit sich bringt. Beide haben einen schnellen Autofocus-Motor, wobei auch das neue Sigma blitzschnell reagiert. Die Randschärfe ist bei beiden Objektiven gut, die Farben sind brilliant.
Das Sigma ist von der Anordnung und Breite des Zoom- und Schärferings für manuelle Einstellungen sogar besser als das vergleichbare Nikon AF-S 18-200 VR II, und auch als das AF-S 28-300 G - ED VR. Dafür ist die Blitztauglichkeit bei den beiden Nikon-Objektiven besser (adaptive Berechnung von Brennweite, Enfernung und Lichtmenge). Das braucht man aber auf Reisen so gut wie nie,und man will auch keinen sperrigen externen Blitz mitschleppen (wobei die Nikon Blitze 600/800/900 excellent sind). Als Universalobjektiv unter der Bedingung von natürlichem Licht sind das DC 18-200 OS und das AF-S 28-300 G-ED VR als Reiseobjektive ideal.
Preislich bieten beide Kamera-Systeme dem anspruchsvollen Amateur die Möglichkeit billig in die professionelle Fotografie einzusteigen, wobei FX Objektive deutlich teurer sind als DX Objektive. Das gilt auch auf dem Second Hand Markt.
Noch einmal zurück zu den Universalobjektiven 18-200 und 28-300: Das 28-300 FX Objektiv läßt sich bedenkenlos an der Nikon D 300 einsetzen und hat dann einen wunderbaren Brennweitenumfang von 42 bis 450mm. Es bleibt im direkten Vergleich zu einem schweren 80-400 oder 80-500mm Objektiv vergleichsweise klein und leicht. Die Schärfe ist hervorragend, allerdings sind 1,4/1,6 oder 2fach Brennweitenverängerer am Nikon 28-300 wegen der Anordnung der hinteren Linse nicht einsetzbar, am Sigma 80-400mm aber schon. Umgekehrt bringt das DX Objektiv 18-200 an der D700 nix, wie schon beschrieben. Auf der Reise mit dem Fahrrad oder zu Fuß, ist das 28-300 definitiv zu groß und zu schwer, egal ob an der D700 oder an der D300).
Nikon D300 mit ais 200mm + Adapter 1,4 fach Wer auf der Reise Gewicht sparen will und trotzdem eine längere Brennweite braucht, der kann die D300 mit dem 18-200 + einer zuätzlichen Festbrennweite AI/AIS von 200mm + Adapter nutzen. 200mm x 1,5 + 1,4 Verlängerung macht 420mm, 200 x 1,5  + 2,0 Verlängerung = 600mm. Dabei bleibt das 200mm AI/AIS inclusive dem Adapter mit 750 Gramm und 14cm Baulänge bei einer durch-gehenden Blende von 4,0 vergleichs-weise klein, leicht und lichtstark (Bild links), verglichen mit einem Sigma DG 80-400mm mit 1850 Gramm und einer Baulänge von 20-28 cm (ohne Sonnen-blende). Das sollte man sich für andere Gelegenheiten aufsparen, etwa, wenn man für die Wege ein geeignetes Trans-portmittel zur Verfügung hat. Das bringt dann aber auch 400 x1,5 = 600mm + 2.0 Brennweitenverlängerer = 1200mm bei der Nikon D300 (Bild unten).

Das Sigma DG 80-400 OS + Brennweitenverlängerung ist eine absolut taugliche Brennweite für Tierfotografie oder Sport in Verbindung mit der Nikon D300, etwa bei einem Fußballmatch. Die D300 ist auch schnell genug für diesen Zweck (Serien-bildmoduss / schneller Autofocus). Es bringt sowohl an der Nikon D300, wie an der Nikon D700 excellente Ergebnisse. Das 150-600mm Objektiv kann das sogar noch besser

3.3.1. Grundsätzliches zur Leistung des Objektivs:  Die Beschränkung beider Kameras auf 12 Mio Pixel hat hinsichtlich der Ausstattung mit Objektiven einen deutlichen Vorteil gegenüber einer D750 (24 Mio Pixel) oder D810 (36 Mio Pixel). Je höher die Bildauflösung (Pixelzahl), desto höher der Anspruch an qualitativ hochwertige Objektive. D300 und D700 begnügen sich mit allen Nikon-Linsen und auch mit Fremdobjektiven, während eine D810 sogar auf extrem hochwertige Linsen zurückgreifen muss, um die Möglichkeiten überhaupt zu nutzen. Kann also sein, dass Sie mit einer D810 ihren kompletten bisherigen Objektivbestand ersetzen müssen. Gottlob sind die alten AI/AIS Festbrennweiten auch an einer D810 top.
3.3.2. Die Wahl der Objektive für die große Reise: Voraussetzung für die Wahl beider Syteme ist ein hoher Anspruch an die Bildqualität und Tauglichkeit in extremen Lichtsituationen. Bei beiden Systemen deckt das 18-200 DX / 28-300 FX fast alles ab. Ein zusätzliches extremes Weitwinkel ist auf der Reise nicht verkehrt, besonders im Bereich von Städten, Kulturdenkmälern, Innenräumen. Tatsächlich decken diese Reisezooms nicht nur einen großen Bereich ab, sondern sie sind von der Bildqualität nicht so viel schlechter als Festbrennweiten. Allerdings erzwingt die recht hohe Anfangsblende höhere ISOwerte, was die Bildauflösung und Bildschärfe insgesamt gegenüber der Festbrennweite reduziert. In Grenzsituationen des Lichts ist eine Linse mit 1,4/2,0 oder 2,8er Blende einfach besser zu gebrauchen.
Bei großen Fahrradtouren oder bei Wanderungen zu Fuß ist die leichtere Nikon D300 aus meiner Sicht die bessere Wahl (eventuell sogar mit einem etwas kleineren 18-120er Zoom). Wer mit dem Wohnmobil oder mit dem Auto unterwegs ist, dem kann das egal sein.
Beim Bergsteigen, im Wintersport oder bei der Kanu-Wildwasser-Tour erscheint sowohl die D300 FX wie die D700 DX zu groß und zu schwer !! Allenfalls die DX mit einer 18-120er Linse wäre noch diskutabel. Da kann man aber auch gleich zu einer kleinen und leichten Fuji X30 mit Regenschutzhülle greifen.
3.4.   Bildauflösung und Bildqualität (1): D300 und D700 bieten über den gesamten Bildbereich 12 Mio Pixel. Beide bieten eine gute Schärfe (*) und eine hervorragende Auflösung im Bereich von Schatten, wobei das Nikon-eigene aktive D-Lighting in Verbindung mit den natürlichen Farben eine entscheidende Rolle für die Bildqualität spielt: es löst die Spitzlichter und die tiefen Schatten auf und macht dort Halbtöne sichtbar. (die Nikon bietet sogar 3 verschiedene Modi, leicht, normal und stark). Geht es um hochauflösende Bilder (etwa im Bereich Kalenderfotografie oder im Bereich Pferde- oder Segelsport) ist die Vollformatkamera D700 zwangsläufig die bessere Wahl. Fürs Internet spielt das DX/FX-Format gar keine Rolle, und auch nicht für den Einbau von Fotos in Flash-Filme oder Video-Sequenzen (CD/DVD). Im Printbereich ist die D300 für nahezu alle Bereiche eine gute Alternative zur D700.
Wie schon gesagt, decken die Reisezooms den größten Teil ab. Dennoch kann man die Festbrennweiten nicht ganz abschreiben. Sie bieten mehr Auflösung, mehr Licht und mehr Schärfe, und auch noch bessere Farben. Allerdings bedeutet das einen ständigen Objektivwechsel. Das kostet Zeit und ist gewöhnungsbedürftig. Es kann aber Sinn machen, 4 leichte Festbrennweiten auf eine Bergtour mitzunehmen. Bei der Landschafts- und in der Streetfotografie hat sich ein 28 oder ein 35mm Objektiv (Vollformat) bewährt.
(*) Die Schärfe ist natürlich Objektivabhängig. Festbrennweiten sind in Punkto Schärfe einfach die bessere Wahl als ein Universal-Zoomobjektiv, obwohl sich die hier gezeigten Objektive im direkten Vergleich sehr gut schlagen. Üblicherweise hat Nikon in Punkto Schärfe etwas Nachholbedarf, weil hier mehr Wert auf Halbton-Auflösung im Detail gewählt wird, statt einer künstlich herbeigeführten Randschärfe (wie das etwa bei Canon oder Fuji der Fall ist). Das führt bei Nikon dazu, dass auch Ausschnittsvergrößerungen noch ähnlich scharf, detailreich und gut aufgelöst sind, wie das gesamte Ursprungs-Bild. Dafür sorgen die Größe der einzelnen Pixel. Das gilt für Nikon D700 und auch für die D300.
(*) Wer noch höhere Ansprüche an Schärfe, Farbe und Detailreichtum / Tonabstufung hat, der wählt ohnehin Festbrennweiten und Zeiss-Objektive, oder gleich eine D810, die aber preislich, gewichtsbedingt und von ihrer Größe für den Einsatz auf Reisen eingeschränkt ist: Für die Wandertour bringt das nichts. Für Kalenderfotos, Poster oder Banner sind die Zeiss Objektive in Verbindung mit einer D810 oder einer Df aber kaum zu toppen. Die neuen Objektive von Meyer-Görlitz und Schneider-Kreuznach (Festbrennweiten) stellen von relativ geringen Gewicht und der hohen Qualität eine echte Alternative zu den Zeiss- und den Nikon-Festbrennweiten dar, und sie passen eben auch vom Preis (500-1000 € je Objektiv) hervorragend zu einer Nikon D300/D700. Für ganze Plakatwände sollte man gleich zum Mittelformat greifen (z.B. Hasselblad), obwohl sich die D810 (36 Mio Pixel) oder die neue Canon DS mit 50,6 Mio Pixeln in diesem Aufgabenbereich auch hervorragend schlagen. Dafür sind weder eine Nikon D300 noch eine D700 das Richtige.
3.5.   Die Größe der Dateien: Der große Vorteil bei beiden Systemen ist die Größe der Dateien bei D300/D700 von etwa 5-7Mio MB pro Bild gegenüber einer 24 oder 36 Mio Pixel-Kamera, die viel größere Dateien erzeugt. Schon auf eine 8 GB Karte gehen bei D300/D700 locker 750 Aufnahmen. Die Speicherkarten müssen auch nicht die schnellsten sein, und der Rechner muss nicht die größten Festplatten haben. Das spart Geld.
3.6.   Die Verarbeitungsqualität:  
3.6.1.   Der Body: Sowohl D300 wie D700 gelten (wie alle Nikon-Modelle) als hervorragend verarbeitet und weitgehend mängelfrei. Das schließt eine relativ lange Lebensdauer ein. Generell gilt, das die Produkte relativ lange und sehr zuverlässig arbeiten. Trotzdem kann es zu Fehlern kommen. Elektronische Teile, Auslöser, Schaltfunktionen, all das kann im Service repariert werden. Auch die Firmware wird von Zeit zu Zeit überholt und ist dann i.d. Regel per Download aufspielbar. Wer sicher gehen will, kann das beim Nikon Service machen lassen. Das Ergebnis ist eine modernisierte und meist deutlich verbesserte Firmware-Version, aber die nutzerbedingten Grundeinstellungen müssen dann erneut eingegeben werden.
Beim Gebraucht-Kauf ist die Anzahl der Auslösungen ein kaufentscheidendes Kriterium, aber eine geringe Anzahl (von z.B. 10.000 Auslösungen) schützt nicht vor verborgenenen Mängeln. Ich habe das auch schon erlebt. Die mechanischen Teile der Kamera sind hervorragend verarbeitet. Das beginnt beim Batteriefach und der Verriegelung über den Blitz-Klapp-Mechanismus und die Okularabdeckung bis zum Bajonett, das selbstverständlich und völlig problemlos schwere Objektive aufnimmt. Hinzu kommt, dass Nikon seine Displays sicher mit einem Plastik-Schutz abdeckt. Den kann man ersetzen, falls der mal bricht oder verloren geht.
3.6.2.   Die Objektive: Die hier abgebildeten Objektive Nikon 28-300 und Sigma 18-200 gelten beide als robust und langlebig bei einer normalen Anwendung. Üblich ist, dass der herausfahrbare Teil des Zooms irgendwann beginnt ein Spiel zu entwickeln. Das gilt für Nikon und Sigma gleichermaßen und ist baubedingt. Schließlich sind einige wichtige Teile aus Kunststoff gefertigt, das nutzt sich schneller ab als Metall. Die Toleranzen sind so gerechnet, dass man auch mit relativ großem Spiel noch lange scharf aufnehmen kann. Auch die äußeren Gummis am Zoom- und Entfernungsring machen nach ein paar Jahren schlapp. Sie können zu kleinen Kosten ersetzt werden. Natürlich kann es zu Schäden bei den eingebauten AF-Motoren oder in der Elektronik kommen. Das kommt selten vor. Grundsätzlich gilt: Bei Consumerobjektiven, also Kitobjektiven wie das 18-50 / 3,5-5,6, bei denen es auf eine billige Produktion ankommt, sind Beschädigungen häufiger, weil die Endkontrollen weniger streng sind (das gilt nicht nur für Nikon und Sigma, sondern für alle Hersteller). Selbst bei alten AI/AIS-Objektiven kommt es zu Abnutzungen, speziell in den Schneckengängen der Entfernungseinstellung, aber auch manchmal zu Verharzungen, wobei das bei Nikon recht selten auftritt. Bei den Autofocus-Festbrennweiten gilt dasselbe, wie bei den Autofocus-Zooms. Kunststoffteile nutzen sich schneller ab. Das führt zu manchmal recht beträchtlichem Spiel der Objektivteile, die beim focussieren aus dem Objektiv herausgedreht werden. Auch die Autofocus-Elektronik verschleißt bei AF schneller als eine manuelle Mechanik.
3.6.3.   Qualität: Nikon oder Sigma Objektiv ? Grundsätzlich gilt: Nikon verbaut i.d. Regel die besseren Glassorten, sagt man. Das wirkt sich auf Schärfe und Bildqualität aus, aber man bezahlt auch den Namen Nikon mit. Das Nikon 28-300 AF-S ED (FX) ist zum Neupreis von ca. 900 € aus meiner Sicht perfekt. Sehr scharf, minimale Toleranzen. Sehr gute Abbildungs-qualität, feinste Farbunterschiede, hohe Farbtreue, sowohl an FX, wie an DX. Aus meiner Erfahrung ist das 28-300 (FX) viel besser als das vergleichbare Nikon 18-200 VR II (DX) Objektiv, und das ist schon sehr gut.
Das Sigma (DX) 18-200 (derzeitiger Neupreis 350-450) steht dem Nikon 18-200 VR II (Neupreis ca. 750 €) nach meiner Erfahrung in nichts nach. Es ist in Punkto Schärfe und Auflösung dem Nikkor 18-200 VR II sogar überlegen. Auch der Autofokus ist beim (neuen) Sigma etwas schneller. Die Dauerbelastung unter harten Einsatzbedingungen verträgt allerdings das Nikkor besser. Leider kann man bei Sigma auch Pech haben. Die Endkontrolle ist offenbar noch einmal geringer als beim Nikon, so dass es bei nagelneuen Sigma-Objektiven eher zu dem führen kann, was man ein Montags-Objektiv nennt. Nach meiner Erfahrung sind das Nikon 28-300 (FX) und das neue Sigma 18-200 (DX) in Punkto Farbtreue auf Augenhöhe.
Vergleicht man die Farbtreue verschiedener Nikon Objektive miteinander, auch mit den alten AI und AIS-Serien, so finden sich hier manchmal Objektive, die eher neutral, gelb-rot, oder blau-grün abbilden. Ich habe solche blau-grün-Objektive stets sofort wieder verkauft und mein Glück erneut versucht. Warum solche Abbildungsunterschiede bestehen, ist nur durch die Fertigung und die Vergütung der Linsen erklärbar. An einer anderen Kamera als der eigenen kann das wiederum im Ergebnis anders ausfallen. Das hängt mit generellen Toleranzen bei Bodys und Objektiven zusammen.
Die etwas älteren Sigmas sind nach meiner Erfahrung nicht viel schlechter einzuschätzen als die neueste Bauart, allerdings kann es manchmal zu etwas kühleren Farbtönen führen. Ich persönlich finde das unangenehm, weil man dann in Fotoshop nachjustieren muss. Sogar das alte 18-200 ohne Optical Stabilizer hat Vorteile. Es ist scharf, detailtreu und mangels Motoren auch klein und leicht, also extrem reisetauglich. Bei 200mm (entspricht 300mm beim Vollformat) kann man grade noch aus der (ruhigen) Hand fotografieren. Schnelle Serienbilder sind dann aber kaum mehr ohne verwackeln zu machen.
Tamron: Auch das Tamron Di II XR LD (der günstigste Anbieter) kann man für Nikon DX empfehlen. Tamron neigt manchmal eher dazu, die Farben etwas weicher und lebhafter darzustellen, was auch nicht verkehrt ist.

DX Hyperzooms: Von DX Objektiven, wie Nikon 18-300, Sigma 18-250, 18-300, Tamron 16-300 rede ich hier nur ungern. Solche Hyperzooms haben heftige Toleranzen in Punkto Schärfe (Randschärfe, Brennweite, Blende) und Farbtreue und ich schließe sie von der Verwendung mit der hochwertigen Nikon D300 aus. An FX geht das schon gar nicht. Ich verweise hier auf Artikel von Chip, Testberichte, Colorfoto und anderen Online Magazinen

3.7.   Referenzaufnahmen/ Bildbeispiele (helles Sonnenlicht, Bildausschnitte):
Basisbild mit Nikon D700 (helles Sonnenlicht, Mittagszeit) /
Brennweite 28mm / Zeit 1:1000 Sek / Blende16 /  ISO 1600. Die Burg hinten im Bild ist gerade noch zu erkennen.
Basisbild mit Nikon D300 (helles Sonnenlicht, Mittagszeit) /
Brennweite 18mm (= 27mm) / Zeit 1:1000 Sek / Blende 16 / ISO 1600. Himmel etwas blass
Nikon D700, dito - recht großer Bildausschnitt (1) des o.g. Bildes mit 100% Vergrößerung. Unterschiede zwischen D700 und D300 sind in Punkto Schärfe und Auflösung nicht zu erkennen. Die Burg ist immer noch weit weg. Nikon D300, dito - recht großer Bildausschnitt (1) des o.g. Bildes mit 100% Vergrößerung. Unterschiede zwischen D700 und D300 sind in Punkto Schärfe und Auflösung nicht zu erkennen
Nikon D700, dito, sehr starker Ausschnitt (2)
mit 400% Vergrößerung vom 72 dpi-Bild
Die Grenzen der Vergrößerung sind deutlich überschritten
Nikon D300, dito, sehr starker Aussschnitt (2)
mit 400% Vergrößerung vom 72 dpi-Bild
Die Grenzen der Vergrößerung sind klar überschritten
Nikon D700 dito, aber Bildausschnitt von 300 dpi (3) mit dem
28-300mm Nikkor, und bei 28mm Brennweiten-Einstellung.
Vergrößerungsfaktor 400%

Die Auflösung ist deutlich besser als vom 72 dpi-Bild. Der doppelt so große Sensor kann seine Stärken mit diesem Objektiv gegenüber der D300 mit dem Sigma 18-200 aber
nicht ausspielen. Warum das so ist, wird unter Punkt 3.8 erklärt.
Nikon D300 dito, aber Bildausschnitt von 300 dpi (3) mit dem
18-200mm Sigma, und bei 18mm Brennweiten-Einstellung (=27mm), Vergrößerungsfaktor 400%

Die Auflösung ist deutlich besser als vom 72 dpi-Bild
Trotz des kleineren DX Formates schlägt sich die Nikon 300 mit dem Sigma 18-200mm Objektiv gegenüber der D700 hervorragend. Die Konturen und die Pixel wirken sogar deutlich schärfer als bei der D700 (im Bild links).
3.8.   Bildauflösung und Bildqualität (2): Gehen wir vom 300dpi Bild aus, sind in beiden Fällen starke Vergrößerungen bis 400% nahezu verlustfrei möglich, wobei sich bei den hier gezeigten Bildern und den verwendeten Zoom-Objektiven die D300 mit dem Sigma besser schlägt, als die Nikon D700, die immerhin einen doppelt so großen Sensor hat. Das ist ganz erstaunlich, aber leicht erklärbar:
Beide Kameras haben 12 Mio Pixel, aber bei der D300 verteilen sich die Pixel auf die halbe Sensorfläche. Genau genommen hat die D300 also die doppelte Zahl der Pixel pro Quadratzentimeter wie die D700. Das hat positive Folgen für die Bild-auflösung bei der D300. Umgekehrt bringen die doppelt so großen Pixel bei der D700 ein viel besseres Rauschverhalten. Bei hellem Sonnenlicht bringt das nichts, wohl aber in Grenzsituationen des Lichts. Dann kann man die ISO Zahl bei der D700 deutlich nach unten korrigieren, und kann damit die D300 in Punkto Auflösung und Bildschärfe bei gleicher Blende und Zeit wieder toppen. Wir sehen also: Ein Bild allein ist noch nicht aussagefähig. Der 400% Ausschnitt an der D300 zeigt bereits so gute Werte, dass man die D300 als Excellent einstufen kann. In hellem Sonnenlicht ist die D300 der D700 in Punkto Auflösung also durchaus überlegen.
Als ergänzenden Vergleich zwischen beiden Systemen mit Festbrennweiten, gibts 400% Ausschnitte vom 20mm AIS auf Nikon D700 und vom 200mm AIS auf Nikon D300. Die sind im Detail deutlich besser aufgelöst und auch schärfer, aber hier sei angemerkt, dass beide Bilder mit 1600 ISO aufgenommen wurden. Bilder sind nun einmal bei 200 ISO deutlich feiner aufgelöst !! Die Auflösung ist also bei 200 ISO deutlich zu steigern. Das ist eine Frage des zur Verfügung stehenden Lichts und der jeweiligen Blende, wobei die Blenden 8-11 hinsichtlich der Schärfe als ideal einzustufen sind.
Schaut man sich einen 400% Ausschnitt an, der vom 20mm ais mit Nikon D700 vom oben gezeigten 300dpi Bild gemacht wurde, relativiert sich die Schärfe und Auflösung bereits. Der 400% Ausschnitt vom 200mm ais auf Nikon D300 ist dann schon deutlich mehr verpixelt als bei der D700, aber in der Praxis dürfte das in den meisten Fällen völlig ausreichend sein.
Was fehlt, ist zunächst ein Vergleich von Referenzbildern bei 200 ISO. Die sind naturgemäß vom Korn viel feiner und wirken dadurch sehr viel schärfer. Ich werde das zu einem späteren Zeitpunkt nachliefern.
Außerdem fehlt ein Vergleich bei diesigem Wetter oder dunklen Schatten.
Was aber bereits jetzt erkennbar ist: Beide Systeme schlagen sich mit den Universalobjektiven
bei 1600 ISO ganz hervorragend, wobei die guten Abbildungswerte des Sigma 18-200 wirklich verblüffen.
4.   Grundeinstellungen: Bei den Systemen gehört natürlich die Auswahl der Grundeinstellungen zu den entscheiden Kriterien für die Qualität des Bildes und den Umgang im Alltag. Das gilt für Nikon genauso wie für jedes andere System. Hierfür sollten Sie das Handbuch gründlich studieren und auch eine Reihe von Referenzaufnahmen machen. Sind die Grundeinstellungen einmal gemacht, haben Sie die Kamera ganz auf ihre individuellen Bedürfnisse eingestellt.
Abschließendes Urteil:
Nikon D300 und D700 sind voll alltagstauglich, und bieten eine hervorragende Bildqualität bei großer Objektivpalette, wobei sie sich in Punkto Auflösung und Bildschärfe mit den Reisezooms nicht allzusehr unterscheiden. Die hochauflösenden Bilder sind im Bereich von Printmedien für die meisten Zwecke völlig ausreichend. Sogar mit den Reiseobjektiven schlagen sich die Kameras bei ISO 1600 noch hervorragend !!! Trotz des Alters sind das zeitgemäße Kamerasysteme, wenn auch mit einem recht hohem Gewicht. Sie sind beide für jeweils 150.000 Auslösungen (**) konzipiert. D300 / D700 sind ideal in Ergänzung zueinander nutzbar, mit der Betonung auf den Weitwinkelbereich bei der D700 (FX) und den Telebereich bei der D300 (DX).
Die vergleichsweise "geringe" Auflösung von "nur" 12 Mio Pixel bei beiden Kameras ist in den meisten Situationen völlig ausreichend, und das spart wegen der moderaten Dateigröße von 5-7 Mio GB pro Bild viel Speicherkapazität. Starke Ausschnittsvergrößerungen bis 400% sind mit beiden Systemen gut möglich. Beim Internet Transfer (we-transfer) von RAW oder großen JPEG-Dateien bieten diese Dateigrößen gegenüber den Bildern einer D810 große Vorteile. Trotz der geringen Zahl von nur 12 Mio Pixel sind die D300 und die D700 auch in der Bildqualität heute noch den meisten Mitbewerbern überlegen, wobei die sehr gute Auflösung der D300 besonders hervorzuheben ist.
Für die Reise ist die D300 der D700 dann vorzuziehen, wenn man sie persönlich über lange Strecken schleppen muss. Wer noch höhere Bild-Qualitäts-Ansprüche hat, kann für hochauflösende Bilder im FX Bereich ersatzweise eine D800/810 nutzen, und hat dann auch die Zusatzmöglichkeit von Videoaufnahmen in 24/25/30/50/60 B./Sek. Die Akkus der Kameras D750/D800/810 und Df sind mit D300/D700 leider nicht kompatibel. Die Serienbildrate ist bei der D800/D810 (max 5B/Sek) wegen der großen Bild-Dateien bei voller Nutzung der Pixel (RAW / hohe JPEG Komprimierung) geringer als bei D300/700. Für schnelle Serienbilder nutzt man also am besten die sehr gute Nikon D300 oder greift gleich zur Profikamera D4s, die aber außerhalb der Preisvorstellungen der meisten Fotografen liegt.
Eine duale Nutzung von D300 + der videofähigen D750 macht aus meiner Sicht wegen der unterschiedlichen Akkus / Speicherkarten wenig Sinn. Dann lieber ein kompletter Systemwechsel zu D750 (FX) + D7000/7100/7200 (DX), bzw. zur neuen D500. Ob das nötig ist, muss jeder für sich entscheiden.

(**) In der Praxis werden die angepeilten 150.000 Auslösungen bei Nikon D300/D700 mitunter weit unterschritten (bei Nikon D750 sind es 100.000 Auslösungen). Entweder macht die Elektronik schlapp oder der Sensor. Dann werden Bilder unscharf und verlieren ihre Brillianz, ihre Farbe oder ihren Kontrast. Es gibt auch blinde Pixel. Spätestens bei 80.000 Auslösungen sollte man die Kamera beim Kundendienst überholen lassen. Grundsätzlich gilt natürlich: "der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht". Der eine Fotograf macht die 100.000 Bilder in 2 Jahren, der andere macht im gleichen Zeitraum gerademal 3.000 Bilder. Nicht das Alter der Kamera ist entscheidend, sondern die Zahl der Auslösungen und der Einsatz.
Wer eine gute und günstige High-End-Kamera sucht, der ist D300 und mit D700 hervorragend bedient. Dabei ist sogar zu überlegen, ob die gute Bildqualität der Nikon D300 für die meisten Situationen nicht sogar mehr als ausreicht.
Die Themen auf den einzelnen Fotoseiten:
  Seite 1 - Das Auflagemaß
  Seite 2 - Test: Der Kipon Adapter M42 auf Nikon in Verwendung mit M42 Objektiven (Zeiss / Meyer-Görlitz / Pentacon)
  Seite 3 - Die Wahl des Objektivs. Zoom oder Festbrennweite
  Seite 4 - Test: Die Fujifilm X30
  Seite 5 - Neueste Nachrichten aus der Welt der digitalen Fotografie (wird ständig aktualisiert)
  Seite 6 - Reisefotografie
  Seite 7 - Nikon D300 versus Nikon D700
  Seite 8 - Nikon D500 und Nikon D5 (Januar 2016)
  Seite 9 - Test: Nikon D700 versus Nikon D750
  Seite 10 - Nikon D500

  Seite 11 - Test: Nikon D750 Teil 2
  Seite 12 - Ausflug zur Fuji XE - 2 ( lohnt sich ein Wechsel von Nikon zu Fuji? )
  Seite 13 - Nikon Objektive mit Novoflex.Adapter an Fuji XE - 2
  Seite 14 - Fuji X mit M 42 Adapter und Objektiven von Zeiss-Jena / Mayer-Görlitz und Pentacon
  Seite 15 A- Fuji XT 1 und XT 2 ( Teil 1 )
  Seite 15 B- Fuji XT 1 ( Teil 2 )
  Seite 16 - Fuji X mit Canon-FD - Fuji Adapter und Canon FD Festbrennweiten und Zooms.
Textautor: (c) Hans-Peter Vogt
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