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Stand: 13.3. 2015
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Fototechnik (2.6)  Reisefotografie
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Kleine Fotokunde / Kapitel Fototechnik  -  2.6. Reisefotografie

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2.6  -  Reisefotografie
A)  Die Wahl der Kamera
Was wollen Sie machen? Familienfoto oder -Film? Amateurfoto oder -Film? Kurzer Videoclip zur Erinnerung für Freunde oder im Alter? Zusammenschnitt eines Urlaubserlebnisses? Gedrucktes Fotobuch als Familienalbum? Clips für Youtube oder doch lieber für CD/DVD? Bilder Filme zum verschicken über Handy oder semiprofessionelle Bilder für Ausdruck auf Papier oder für Linkedin, Facebook und andere Plattformen zum Tauschen und Informieren? Doku? Professionelle Fotos/Film für Verlage/ Presse/Youtube/DVD? Es gibt unzählige Möglichkeiten die bestimmen, welches für Sie die richtige Kamera ist. Sie sollte ja nicht nur für den Urlaub da sein, sondern auch für den Alltag oder für den Beruf.
    Für einen Großteil der Nutzer genügt ein Smartphone. Die Bild und Videoqualität ist mittlerweile so gut geworden, dass Sie das Bild/Video problemlos auf den diversen Plattformen tauschen können. Ein Smartphone gehört für die meisten inzwischen zum Standard. Die Bedienung und die Fülle von Apps ermöglichen viele schöne Spielereien. Außerdem ist das Smartphone klein, handlich und ist bei jedem Skiurlaub oder am Badestrand immer dabei, weil man vernetzt sein will. Man hat direkten Zugriff aufs Internet (na, so man denn ein Netz hat, und die Roaming Gebühren nicht ins Unermessliche steigen). Foto-ausdrucke bis 13x18 sind problemlos möglich. Nachteil: es gibt nur ein Display aber keinen Sucher. In Grenzsituationen liefern die Smartphones bisher relativ unbefriedigende Ergebnisse, etwa bei Dunkelheit (Bildrauschen).
Ist eigentlich egal, ob Samsung, I-Phone, oder ein anderer Hersteller. Das muss jeder für sich entscheiden. Alternativ kann ein Tablet genutzt werden. Ein wasserdichter Beutel für unterwegs ist nicht verkehrt. Kriegt man schon für ca. 10 Euro, für Tablets etwa ab 40 Euro.
    Wer etwas mehr Bildqualität will, als das mit einem Smartphone möglich ist, besorgt sich eine Kompaktkamera mit extragroßem Zoom, z.B. Nikon Coolpix Modellreihe, Sony WX220 (10-fach-Zoom) oder WX100 (20-fach-Zoom), Sony HX50 (30fach-Zoom), Panasonic TZ 7, oder Canon Ixus) Bereiche von 24 + 500mm sind bei einzelnen Modellen möglich. Kostenpunkt ca. 200-300 Euro. Diese wirklich kleinen und extrem leichten Taschenkameras verfügen allerdings größenbedingt über sehr kleine Sensoren (das macht sie verhältnismäßig billig). Die eingebaute Videokamera kann meistens nur eine Geschwindigkeit, etwa 25 oder 30 Bilder/Sekunde und hat in der Regel weder einen Mikroeingang, noch einen Anschluß für einen Kopfhörer. Das reicht aber für einfache Tonaufnahmen aus. Der Nachteil: es gibt zwar ein Display aber meist keinen Sucher. Der Vorteil: Wenn da mal was kaputt geht oder wenn die Kamera geklaut wird, dann ist das zwar traurig, aber finanziell keine Katastrophe. Der größte Vorteil liegt in den kleinen Abmessungen, im kleinen Gewicht und der universellen Verwendbarkeit. Nur telefonieren können diese Kameras noch nicht. Die Bildqualität ist in der Regel deutlich besser als beim Smartphone, aber der größte Nachteil gegenüber der Klasse der High-End-Kameras bei den Kompakten liegt wiederum in der Bildqualität, vor allem in Grenzsituationen. Heftiges Bildrauschen gibts etwa ab 400 ISO. Auch ein wasserdichter Beutel für unterwegs ist nicht verkehrt. Den kriegt man schon für ca. 10 Euro + Versand. Wie ein Smartphone ist diese Kategorie eine echte Schönwetterkamera.
    Wer Extremfotografie sucht, der findet solche kleinen und leichten Modelle auch schlagfest, staub- und wasserdicht. Es gibt Kameras, mit denen man problemlos bis 30 Meter tauchen kann. Der große Vorteil ist bei dichtem Regen, bei viel Schmutz (z.B. umherwehendem Wüstensand), oder waghalsigen Unternehmen (etwa einer Freeclimbe-Klettertour oder einer Wildwasser-Kanu-Tour). Man kann diese Kameras in allen Situationen gefahrlos einsetzen. Die Preise liegen wegen der speziellen Bauweise meist über 800 € (Beispiele: Nikon AW 130, Ricoh WG-M1)
    Kleine Kompakte der High-End-Klasse finden immer mehr Anhänger dank excellenter Technik und Bildergebnisse,
etwa die
-  Fuji X10/20/30. Ein phantastischer Zoom von 28-112mm. Die X30 hat von diesen Modellen die beste Videofunktion mit
   24,25, 30, 50 und 60 Bildern/Sek, sowie den besten Sucher dieser Modellreihe),
-  die vielfach preisgekrönte X100er Serie, mit APSC Sensor und mit fester Brennweite,
-  die hervorragende und schon etwas ältere Nikon Coolpix A (mit APSC Sensor und mit fester Brennweite),
-  die Panasonic Lumix LX100 (mit sehr guter Auflösung, großem Sensor (15,7x11,8mm) und excellentem Videomodus,
   allerdings nur 25 und 50 Bilder/sek, größter Blendenöffnung 1,7-2,8 und einem Zoom von 24-75mm),
-  die Sony RX 100I, II oder III, mit Zoom 24-70mm und Sensorgröße 13,2 x 8,8, Video: 30 oder 50 Bilder/Sek
-  die Sony RX1 / RX1R (mit APSC Sensor, excellenter Auflösung und Videomodus von 25/50 Bildern/Sek) kostet allerdings
   schon 3000 Euro und gehört damit in die Reihe der Liebhaberstücke,
-  die Olympus Pen E7 (Bajonett/Wechselobjektive), oder auch
-  die ausgezeichnete Canon Powershot G1X (altes Modell) (die mit einem Zoom von 28-112mm aber bereits 500 Gramm
   wiegt und mit 18,7x14mm auch einen schönen großen Sensor hat. Leider wird beim Filmen nur in 24B/Sek aufgenommen,
   und die Auslöseverzögerung arbeitet ziemlich träge).
-  Bedingt gehören in diese Klasse auch folgende Kameras, die eine Klasse darunter rangieren: die Canon Powershot G7X,
   die Nikon P7100, die Panasonic Lumix LX7
Mit Kameras dieser Klasse können Sie auch in Grenzsituationen fotografieren, wie mit einer hochwertigen DSLR, etwa in der Dämmerung oder nachts. Bildrauschen bis ISO 800 ist in dieser High-End-Klasse gar kein Problem, bei einigen Modellen liegt der Wert viel höher. Ausdrucke bis DIN A 3 sind durchgängig möglich. Die Bildergebnisse lassen sich mit denen iner DSLR vergleichen, nur dass die Kameras eben klein und leicht sind. Das macht auch den relativ hohen Preis aus (je kleiner, desto teurer), und ich spreche hier einmal nicht von Leica-Liebhaber-Preisen oder der Sony RX1, sondern von Kameras aus der Massenproduktion. Ich empfehle einmal diverse Vergleichs-Tests über diese Kameras zu lesen. Sie werden beeindruckt sein.
Es spielt zunächst einmal keine Rolle, ob die Kameras über ein fest verbautes Zoom, über eine Festbrennweite, oder über ein Bajonett für Wechseloptiken verfügt. Entscheidend ist, was man damit machen will. Verlassen Sie einmal ihre bisherigen Vorlieben für Modelle eines bestimmten Herstellers. Schauen Sie sich die verschiedenen Modelle einmal im Fachgeschäft an. Vergleichen Sie das Handling, die technischen Werte und die Möglichkeiten für Videoaufnahmen. Die technische Entwicklung ist gerade in diesem Kamerasektor rasant. Die Verbraucher verlangen in dieser Klasse immer größere Sensoren und immer mehr hochwertige Komponenten und Objektive. Allerdings haben einzelne Kameras größenabhängig auch so kleine Bedienelemente, dass manche Verbraucher in Schwierigkeiten kommen, die überhaupt zu bedienen.
Wenn Sie sich in dieser Klasse Zuhause fühlen, dann empfehle ich für die Reise entweder eine Kamera mit relativ großem Zoombereich + einer excellenten Videomöglichkeit (wie z.B. Fuji X30, oder Canon G1X), oder eine Systemkamera, die in dieser Klasse kleine und leichte Festbrennweiten + Zooms anbietet (wie etwa die Olympus Pen). Kameras mit festen Brennweiten (wie Nikon Coolpix A oder Fuji X100) sind hingegen gern gekaufte Liebhaberobjekte, die zwar eine herausragende Bildqualität haben, aber durch die Brennweite sehr eingeschränkt sind. Die neueste Generation von Kompakten in der High-End-Klasse kann mehrere Videogeschwindigkeiten und hat meist einen Anschluß für ein externes Microfon (siehe Test Fuji X30). Ein Systemblitz und ein externes Microfon erleichtern die Möglichkeiten unterwegs. Die Neupreise liegen zwischen ca. 500 und etwa 1200 Euro + Zubehör. Der Ausreißer ist die Sony RX1 mit 3000 Euro
Von Vorteil ist ein Sucher, den aber nicht alle Kameras dieser Klasse vorweisen können. Auf jeden Fall: Diese Kameras lassen sich von Größe + Gewicht problemlos auf einer Skitour mitnehmen und verfügen oft über die Möglichkeit, Bilder und Filme kabellos direkt aufs Smartphone zu übertragen, zur direkten Kommunikation mit Freunden. All diese Kameras können noch nicht tetefonieren. Leider sind die Kameras dieser Kategorie auch noch nicht schlagfest und noch nicht wasserdicht, und sie sind relativ teuer, machen aber einen äußerst robusten Eindruck. Der Vorteil dieser Klasse ist auch die Unauffälligkeit in sensiblen Situationen, wo man möglichst ungesehen bleiben will.
Wer Extremtouren unternehmen will, sollte für einen entsprechenden Schlag- und Wasserschutz sorgen. Ein Verlust tut finanziell schon recht weh. Ein Cordura Tasche und ein wasserdichter Beutel für unterwegs ist in dieser Klasse jedenfalls nicht verkehrt. Den Regenschutz kriegt man in dieser Klasse für ca. 30 Euro, braucht man aber auf einer Kanutour oder beim Segeln.
    Dann gibt es spiegellose Kompakte, oder auch Bridgekameras, die von ihrer Größe und ihrem Gewicht ziemlich nah bei klassischen DSLR's liegen, z.B. Pentax XG-1 (567 Gramm und 52facher Zoom von 18-1248 mm verglichen mit Kleinbild), Pentax X5 (599 Gramm und  26facher Zoom von 22,3 bis 580 mm), die Sony RX 10, die Sony RX H400 (mit 63-fachem Zoom), die Olympus Stylus, oder die Panasonic Lumix FZ1000 (16-facher-Zoom und 871 Gramm Gewicht), Sie haben manchmal gewaltige optische Zooms, wie die Sony RX400, aber nicht immer. Die neueren Modelle haben meist hervorragende Videoleistungen und oft Anschlüsse für externes Micro/Kopfhörer. Der Nachteil: sie sind zwar so schwer wir eine DSLR, aber (und jetzt der 1. Vorteil) sie kommen mit nur einem fest angebauten Zoom-Objektiv daher, so dass man zwar eine sperrige Kamera hat, aber insgesamt doch nicht so wahnsinnig viel Gepäck und Gewicht hat wie bei einer DSLR. Die Lichtstärke, der Brennweitenumfang und die digitalen Sucher sind ziemlich gut, so dass man auch in Grenzsituationen aufnehmen kann. Vorteil 2: Sie bieten auf der Reise nahezu alle Möglichkeiten von Fotografie + Video (all in one). Nachteil 2: Diese Kameras liegen preislich manchmal deutlich über 800 Euro (es sei denn, man kriegt sie gebraucht aus der Vorgängerversion). Der 3. Nachteil: Das sind Plastikgehäuse, die unterwegs einen entsprechenden Schutz benötigen (Corduratasche/Regenschutz).
    DSLR Kameras oder vergleichbare Spiegellose Systeme bieten heute oft mehrere Videoaufnahmemodi an. Die Technik und die Bildqualität ist auch bei den Amateurkameras der letzten 3 Jahre hervorragend. Die Bajonette erlauben eine Vielzahl von unterschiedlichen Objektiven. Für die Reise empfiehlt sich ein starkes Zoom (etwa 18-300) bzw. eine Kombi aus 18-70 + 70-300. Wer Video will, sollte ein externes Micro anschließen können. Hilfreich sind unterschiedliche Aufnahmegeschwindig-keiten (wie etwa bei der Nikon D 5300). Ein Systemblitz ist von Vorteil, aber auf der Reise meist hinderlich, weil zu groß. Meist reicht der eingebaute Hilfsblitz. Manche Kameras haben eine eingebaute GPS Funktion. Das ist sehr hilfreich bei langen Reisen zur Positionsbestimmung, frisst allerdings immens viel Strom.
Die DSLR Kamerasysteme liegen in ganz unterschiedlichen Preisklassen, je nach Sensorgröße, Modell und Objektivwahl. Sie beginnen bei etwa 400 für Body + Standard-Zoom (Neupreis), nach oben keine Grenzen. Die Gewichte sind z.T. ziemlich groß, Bei einer Nikon D5500 liegt man für Body + Objektiv noch bei etwa 700 Gramm inclusive Filmmodus, bei einer Nikon D750 + 28-300 sind das schon annähernd 2 Kilo. Entscheidend für die Auswahl ist in dieser Klasse, ob Sie "nur" fotografieren, oder auch filmen wollen. Das bestimmt das jeweilige System und das Modell. Es gibt Kameras dabei mit der Möglichkeit, Bilder und Filme direkt aufs Smartphone zu übertragen, zur direkten Kommunikation (das wohl am weitesten entwickelte gibts bei Samsung). Es gibt Modelle, die kann man echt hart rannehmen (z.B. Pentax KS2). Gerade die neuen Pentax-Kameras zeichnen sich durch wetter- und schlagfeste Gehäuse und eine Vielzahl von Dichtungen aus, mit denen man sogar einen Sandsturm übersteht. Bei Pentax sind selbst die Objektive gedichtet. Andere Kameras sind für den harten Outdoor-Einsatz wiederum recht fragil gebaut (z.B Canon EOS 400, EOS 1000) und brauchen auf der Reise unbedingt einen sinnvollen Schutz.
Dann gibt es noch Spiegellose Sytemkameras , die von den Abmessungen relativ klein und leicht sind, etwa Fuji XE2, die Fuji XT1 (auch die ist wetterfest), die aber über einen APSC verfügen, oder die Sony Alpha 7 (E-Mount), die sogar einen Voll-formatsensor hat. Das ist High-End-Fotografie, die nur durch die semiprofessionellen und professionellen DSLR-Vollformat-kameras getoppt wird, wie etwa die Canon 5D Mark II / III.
Die Modellvielfalt ist in dieser Klasse so wahnsinnig groß, dass eine komplette Modellübersicht an dieser Stelle unmöglich ist.
Ich empfehle einen Modellvergleich bei Ihrem Fotohändler. Nehmen Sie die verschiedenen Kameras einmal in die Hand und entscheiden Sie erst dann darüber, welche Preisklasse für Sie infrage kommt. Vergleichstests finden Sie im Netz, auch zu älteren Modellen, die man second hand günstig bekommt. Man kann heute davon ausgehen, dass die Bildqualität bei all diesen Modellen hervorragend ist (auch bei den älteren Stücken), dennoch gibt es Unterschiede, die man am Sensor, am Focus-System, am Bildrauschen oder an den Objektiven festmachen kann. Ob Sie sich letztlich für eine Sony, Olympus, Panasonic, Canon, Nikon, Pentax oder Samsung entscheiden ist Ihre subjektive Wahl. Es muss - wie gesagt - auch nicht das neueste Modell sein. Ob Sie sich für eine gebrauchte EOS 400D, eine betagte Olympus E3 oder eine betagte Nikon D200 entscheiden, für eine Olympus OMD, für eine brandneue Nikon D5500 oder eine Sona Alpha, ist eine Sache Ihres Geldbeutels und der persönlichen Vorliebe. Viel verkehrt machen können Sie nicht. Haben Sie sich allerdings einmal für ein System entschieden, dann sollten Sie aber auch dabei bleiben. Nicht der Body ist das teure an der Ausrüstung (obwohl es da gewaltige Unterschiede gibt), sondern die Objektive sind es, die für die Qualität der Bildergebnisse verantwortlich sind, und den Umfang ihres Geldbeutels möglicherweise sprengen. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass Vollformatsensoren und große Pixelauflösungen nach besonders hochentwickelten Objektiven rufen. Für den "normalen" Consumer sind solche Anforderungen jedoch unerheblich. Eine alte Canon EOS 30D mit 8,2 Mio Pixeln tuts auch. Also: Das APSC Format (oder das Three-Fourth-Format) tuts genauso wie das Vollformat und ist in der Summe der Ausrüstung um vieles billiger.
    Meine Empfehlung: Benutzen Sie für unterwegs gegen Staub und Nässe gedichtete Kameras, wenn Sie wissen, dass Sie bei extremen Wetterbedingungen aufnehmen wollen (etwa bei einem Segeltörn). Das kann eine recht gut gedichtete alte Nikon D200 sein, oder auch eine nagelneue OMD 5 Mark II. Die neue Fuji XT1, oder die moderne Pentax KS2 sind beide für wetter-bedingte Grenzsituationen bestens gerüstet, etwa für die Kanutour, wobei die Pentax die robustere von beiden ist. Notfalls helfen wasserdichte Beutel, die man auch für die Unterwasserfotografie benutzt. Wenn Sie solche extreme Situationen nicht haben, entscheiden Sie nach technischem Angebot, Handling, Robustheit, Auswahl an Objektiven und Preis. Wenn Sie wissen, dass Sie die Kamera Schlechtwetter aussetzen, und Angst vor einem Verlust haben, dann besorgen sie sich was auf dem Second Hand Markt. Auf Kamerabörsen können Sie die Kameras in die Hand nehmen. Dort finden Sie auch immer mehr gute digitale Kameras. Eine betagte Nikon D90 reicht für Foto + Video völlig aus, aber eine relativ neue Nikon D5500 kann das noch besser, vor allem was die ISO-Fähigkeit ausmacht, die Anzahl der Videofunktionen, die Zahl der Kreuzsensoren oder ein äußerst hilfreiches Klappdisplay. Dasselbe gilt natürlich auch für die Sony-, Olympus- oder etwa die Canon-Palette ...
    Schließlich gibt es noch Helmkameras, speziell im Bereich Actioncam, sowie fliegende Quadrokopter für Spezialeffekte. Auf dieses Spezialthema gehe ich hier im Bereich Reisefotografie jedoch nicht ein.
Der Zweck und das Budget entscheidet also über den Einsatz der Kamera für die Reise. Es muss ja (wie bereits mehrfach gesagt) nicht das neueste Modell sein. Meist reicht ein Modell der letzten 4-6 Jahre völlig aus. Sie bekommen unter 200 Euro bereits sehr gute gebrauchte Kameras. Wenn Sie in Gegenden fotografieren, wo es Überfälle oder häufige Diebstähle gibt, ist das zu überlegen. Die Wahl ist dabei sehr subjektiv. Für den einen ist das I-Phone die ideale Lösung, für den anderen muss es eine High-End-Vollformatkamera sein, der Dritte findet eine spiegellose Kompakte am Besten. Die Beliebtheitssskala varriert, weil sie modischen Erscheinungen unterliegt. Hilfreich für die Entscheidungsfindung sind immer die Kameratests, die es im Internet massenweise gibt (die besten finden Sie unter www.chip.de, www.digitalkamera.de, www.testberichte.de, www.heise.de und www.colorfoto.de. Es gibt aber auch Seiten von Fotografen, die hier ganz hervorragende Arbeit leisten). Gerade bei den Consumerkameras kommen jedes Jahr mindestens 30 neue Modelle auf den Markt. Aus diesem Grund sollten sie einen Leitfaden haben, bevor Sie gezielt nach ihrer idealen Reisekamera suchen.
B)   Meine Empfehlungen für die Reise
Im Bereich der kleinen Kompaktkameras
In der unteren Preiskategorie bietet die Sony HX50 mit ihrem 30fach-Zoom beste Vorraussetzungen für einen Allrounder.
Bei den Edelkameras der kleinen Kompakten empfehle ich die Fuji X30 oder die Canon GX1 (altes Modell). Warum? Beide verfügen über ein lichtstarkes 28-112mm Objektiv, das nahezu alle Situationen bewältigt. Video kann die Fuji besser, und sie ist auch schnelller beim Auslösen, dafür hat die Canon den größeren Sensor und die noch bessere Bildqualität. Alle High-End-Kameras in diesem Angebotssektor haben eine sehr gute Bildqualität.
Im Bereich der Bridge Kameras
... gelten die Panasonic Lumix FZ1000 und die Sony RX H400 als vorbildlich
Im Bereich SLR bzw. Spiegellose
Grundsätzlich gilt folgendes: Ob Three-fourth (Olympus/Panasonic), APSC (bei Nikon DX genannt) oder Vollformat (bei Nikon FX genannt) ist zunächst einmal egal. Sie müssen sich damit wohlfühlen.Viel entscheidender ist die Anzahl der Pixel und das ausgewählte Objektiv. Es muss kein Bolide mit 24 oder 36 Millionen Pixeln sein. 10 oder 12 Millionen reichen auch aus. Einige Kamerahersteller rudern inzwischen in der Anzahl der Pixel pro Quadratzentimeter sogar zurück, weil das Bildrauschen generell mit der Anzahl der Pixel zunimmt, auch wenn einige neuere Kameras diesen Spagat richtig gut beherrschen, wie etwa die Nikon D5300, D5500 oder D7100. Bei den Objektiven rate ich zu einem Allround-Zoom. Wer Gewicht sparen will, begnügt sich mit einer Brennweite von 28-120mm (verglichen mit Kleinbild), wer einen Allrounder will, der wählt die größeren und schwereren Objektive der 28-300mm Klasse (verglichen mit KB). Die sind allerdings von ihrer Bauweise schon mächtig groß. Das hindert Sie in einigen Situationen.Sie können mit einem geeigneten Adapter auch Fremdobjektive einsetzen, beachten Sie hierzu allerdings die Hinweise in den Kapiteln   Auflagemaß und  Kipon-Adapter
Grundsätzlich ist es egal, ob DSLR oder spiegellos. Spiegellose sind wegen des Verzichts auf einen Spiegel etwas leichter und kleiner. Der optische Sucher bei der DSLR ist meist heller und klarer als der elektronische Sucher. Hauptsache die Kamera hat überhaupt einen klaren und hellen Sucher, damit Sie in Grenzsituationen sehen, was Sie aufnehmen wollen. Wenn Sie sich da ganz auf das Display verlassen müssen, haben Sie in gleisender Sonne schon verloren.
  Wer Foto + Video mit allen Möglichkeiten will, der findet in den Nikon Modellen D3300, D5300 (DX = APSC) und D750
     (Vollformat)
das beste Preis-Leistungsverhältnis, und die Nikon D7100 (DX) ist für die Reise geradezu prädestiniert . Im APSC=DX Format empfehle ich dazu ein Nikon 18-200, ein Tamron 18-270 oder ein Sigma 18-250. Bei der D750 empfehle ich das hervorragende 28-300mm Nikon Vollformat-Objektiv. Alternativ dazu empfehle ich eine schöne Festbrennweite (Super-weitwinkel) von 12,16 oder 20mm, wahlweise von Nikon, Tamron, Sigma, oder das sehr gute Walimex Pro. Sehr gut sind auch die bereits etwas älteren Modelle Nikon D90, D200/300, D700 oder die DF. Wer preislich attraktiv ins Vollformat einsteigen will, findet in der D700 eine günstige gebrauchte Kamera unter 1000 €. Zusammen mit dem erstklassigen 28-300 oder dem AF-S 24-120mm Zoom (oder wahlweise mit dem älteren und günstigen 28-120mm Zoom) ist die D700 eine ideale Reisekamera (wenn auch unter Verzicht auf Video). Das letztere gilt auch für Nikon D200/300 und DF.
  Wenn es um wetterfeste Kameras geht, ist die Pentax KS2 oder K5 unübertroffen. Dazu gibts passende wetterfeste
     Original-Objektive. Pentax läßt sich die Wetterfestigkeit aber auch bezahlen. Das Vorgängermodell tuts auch gebraucht.

   Sehr schön (und auch klein und handlich) ist die Sony Alpha 7 (E-Mount), mit ihrem Vollformatsensor. Sie ist zudem
      preislich äußerst attraktiv. Die Sony und Zeiss Objektive gelten als herausragend. Wer will, kann manuelle Festbrenn-
weiten
von Canon/Nikon/Zeiss(M42), Rodenstock (M42), Meyer-Görlitz (M42) verwenden, siehe Kapitel     Auflagemaß
und   Kipon-Adapter

   Die Olympus OMD bietet mit ihrem klassischen Gehäuse kleine Abmessungen. Auch hier steht eine große Objektiv-
      palette zur Verfügung. Alternativ können die Tamron und Sigma Objektive eingesetzt werden. Eine schon etwas ältere E3 bietet aber auch alles, was Sie brauchen, wahlweise mit Zuiko-Objektiven, oder Tamron/Sigma.
    Sehr schön ist auch die Fuji XT 1 mit dem Reiseobjektiv  Fujinon XF 18-135mm (entspricht 27-203mm). Für manuelle  
       Festbrennweiten gilt dasselbe wie bei der Alpha 7 (E-Mount), allerdings muss die Brennweite mit dem Faktor 1,5
multipliziert werden (Cropp-Faktor), das schränkt die Möglichkeiten im Super-Weitwinkelbereich stark ein. Die Fuji XT 1
ist wetterfest, leicht und bildet sehr scharf ab
    Bei Panasonic gelten die Modelle GH3 und GH4 als Spitzenmodelle.
    Bei Canon bieten sich mehrere Möglichkeiten. In der High-End-Klasse ist das die 5D Mark II oder Mark III. Das sind
    ideale Reisekameras (allerdings mit EInschränkungen im Videao-Bereich und in Punkto Gewicht)
    Die EOS 7 ist (wie die vergleichbare Nikon 7100) für die Reise geradezu prädestiniert. Sie robust und kann auch Video.
      Sie ist gegenüber der 5D vergleichsweise leicht
    In der Mittelklasse genügen eine 50D oder eine 60D vollauf, auch wenn da videotechnisch Verzicht geübt werden muss.
    In der Consumerklasse ist alles oberhalb der 450D uneingeschränkt zu empfehlen, tw. mit Einschränkungen bzw.
       Verzicht im Bereich Videomodus.
Neben den Canon-Objektiven bieten sich Sigma oder Tamron Linsen an, die mit Canon-Bajonett in großer Zahl zur Verfügung stehen. Auch hier gilt: der Bereich 28-300mm (gemessen am Kleinbild) bietet unterwegs die größtmöglichen Kapazitäten. In Grenzsituationen ist eine Lichtstärke 2,8 sicher schön, aber eine Blende 3,5-5,6 tut's auch. Ergänzend empfehle ich ein Superweitwinkel.
Die Themen auf den einzelnen Fotoseiten:
  Seite 1 - Das Auflagemaß
  Seite 2 - Test: Der Kipon Adapter M42 auf Nikon in Verwendung mit M42 Objektiven (Zeiss / Meyer-Görlitz / Pentacon)
  Seite 3 - Die Wahl des Objektivs. Zoom oder Festbrennweite
  Seite 4 - Test: Die Fujifilm X30
  Seite 5 - Neueste Nachrichten aus der Welt der digitalen Fotografie (wird ständig aktualisiert)
  Seite 6 - Reisefotografie
  Seite 7 - Nikon D300 versus Nikon D700
  Seite 8 - Nikon D500 und Nikon D5 (Januar 2016)
  Seite 9 - Test: Nikon D700 versus Nikon D750
  Seite 10 - Nikon D500

  Seite 11 - Test: Nikon D750 Teil 2
  Seite 12 - Ausflug zur Fuji XE - 2 ( lohnt sich ein Wechsel von Nikon zu Fuji? )
  Seite 13 - Nikon Objektive mit Novoflex.Adapter an Fuji XE - 2
  Seite 14 - Fuji X mit M 42 Adapter und Objektiven von Zeiss-Jena / Mayer-Görlitz und Pentacon
  Seite 15 A- Fuji XT 1 und XT 2 ( Teil 1 )
  Seite 15 B- Fuji XT 1 ( Teil 2 )
  Seite 16 - Fuji X mit Canon-FD - Fuji Adapter und Canon FD Festbrennweiten und Zooms.
Textautor: (c) Hans-Peter Vogt
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