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Stand: 21.3. 2015
ergänzte Version 1.9 /
letzte Änderung 23.1.2016
Auf der Internetseite von Fuji stehen 2 Handbücher zur Ver-fügung.
EInes, um die Funktionen ziemlich schnell zu lernen, eines mit 277 Seiten Umfang, das Ihnen alle Möglichkeiten der X30 beschreibt.

Wer sich in den Grundfunktionen auskennt, sollte sich dieses gewaltige Werk einmal zu Ge-müte führen, wenn es um die Möglichkeiten von Funktions-tasten, Mehrfachbelichtungen, Serienbilder, Montagen, Videos, Panoramabilder, oder um solche Dinge, wie den künstlichen Horizont, die Unterdrückung des rote-Augen-Effekts, Filter, die AE-Taste, Intervallaufnahmen mit Timer, die Einstellung des Weissabgleichs per Hand, die Farbsättigung, die Rausch-reduktion, die Einstellung des Autofocus, benutzerdefinierte Einstellungen, Schreibschutz, die Erstellung eines Fotobuchs, oder Drahtloskommunikation geht.

Sie können Ihre Aufnahmen im Datenspeicher-Setup sogar mit Datum und Uhrzeit "stempeln", was bei Reise- oder Dokumen-taraufnahmen äußerst nützlich ist, oder Geotagging Daten von Ihrem Handy/GPS übertragen, und es gibt natürlich auch eine Pict-Bridge-Funktion.

Es gibt fast nichts, was die Kamera nicht kann, aber auch das wird im Handbuch aufge-führt´, wie z.B. die Focussierung auf besonders schnelle Objekte, wie etwa beim Motorradrennen. In solchen Fällen sollten Sie per Hand scharf stellen.

All diese Funktionen sind nicht nur von großem Vorteil (der allerdings auch erlernt werden will), sondern möglicherweise auch ein Nachteil, dann nämlich, wenn es um die mögliche Anfälligkeit von Elektronik geht. Da muss sich die X30 in der Praxis durch Langzeittests beweisen. Gerade deshalb ist es geschickt, beim Kauf eine 5-Jahresgarantie zu wählen, die man beim deutschen Händler vor Ort bekommt.

Farbqualität
Kontrast
Die Fuji hat in den Grundein-stellungen mehrere Möglichkei-ten, auf die Farbqualität Einfluss zu nehmen. Probieren Sie das aus. Haben Sie die für sich ideale Lösung gefunden, dann werden Sie 2 Dinge feststellen:
1. Im Bereich von Schatten und bei Schlechtwetter ist die Fuji imstande, lebhafte Farben in einer hohen Auflösung abzubil-den. Wenn ich das einmal mit einer Nikon D 700 vergleiche, dann wirkt das Fuji Bild um einiges schöner, weil kräftiger. Die Fuji kann das also hervorragend !!!
2.Hat man indes einen sehr starken Kontrast aus tiefem Schatten und hellem Sonnen-licht, dann kann die Fuji mit diesem Kontrast schlecht umgehen. Die sonnenbeleuch-teten Partien bleichen total aus. Nimmt man Gesichter auf, etwa, wenn das Objekt das Licht betritt, während die Umgebung in tiefem Hausschatten liegt, dann kann man das Bild vergessen. (Ausschuss). Entweder alles in der Sonne, oder alles im Schatten.  Das kann etwa eine Nikon D700 DSLR eindeutig besser, weil sie die Fähigkeit hat, feine Halbtonunterschiede abzubilden, speziell im RAW Modus. Aber auch eine Nikon D700 ist da kein Alleskönner. Dort empfielt es sich manchmal, 2 Aufnahmen zu machen, eine in den Sonnenpartien, eine in den Schattenpartien, um dann beide Aufnahmen zusammen-zukopieren.
3. Ist das Bild genau umgekehrt, wie oben beschrieben (also die Person steht im Schatten, während der Hintergrund hell beleuchtet ist, sollte man einen Blitz zum Aufhellen benutzen. Ansonsten ist die Abbildungs-qualität der Fuji lebendig und hervorragend. Man muss aber lernen, wie man die Fuji einsetzt
4. Hat man etwa eine Landschaft bei tiefem Sonnenstand, der Himmel ist blau, die Berge liegen im Schlagschatten, dann ist die Fuji hervorragend. Sie kann das blau des Himmels viel besser transportieren als etwa eine Nikon D700. Bei der Nikon braucht man da definitiv 2 Aufnahmen vom Stativ, um sie anschließend im Photoshop ineinander zu kopieren. Auch hier hat die Fuji die Nase vorn, weil sie in den Einstellungen sogar die Möglichkeit bietet, mit einem Click mehrere Bilder vom selben Objekt zu schießen und elektronisch bereits in der Kamera zu einem (nämlich dem ideal ausgeleuchteten Bild zusammenzukopieren)
Snapshots, Sucher
Die Fuji kann zwar bis zu 12 Bildern pro Sekunde, aber sie hat eine Auslöseverzögerung, die recht träge ist (etwa im Vergleich zu einer Nikon D700, einer betagten Nikon D70s oder einer Canon 30 oder 50D). Zwischen dem Betätigen des Auslösers und der Aufnahme vergeht definitiv zu viel Zeit. Das macht die Fuji nicht gerade zu einer Reporterkamera, weil das Objekt in dieser Nanosekunde zwischen Auslöser drücken und Auslösung schon ein Stück weit aus dem Bild herausläuft !!!
Ich habe die besten Erfahrungen gemacht, wenn man in solchen Situationen auf das Display verzichtet, und ausschließlich mit dem Sucher arbeitet. Das funktioniert besser. Ob man dann immer das auf dem Bild hat, was man will, ist eine zweite Sache. Die Fuji hat hier eindeutig Nachholbedarf. Der Sucher ist zwar um vieles besser geworden, als bei der X10/20, aber er ist dennoch um einiges schlechter als bei einer DSLR
Im Zweifelsfall in die Serien-bildaufnahme wechseln, und sich das passende Bild anschließend heraussuchen. Eine Sport-kamera ist die Fuji dennoch nicht. Das kann eine DSLR eindeutig besser, selbst wenn das nur eine einfache Canon EOS 1000 ist.
Positiv ist allerdings die Gesichtserkennung der Fuji. Das Zoom schärft nach, so dass das Objekt in Bewegung auch dann scharf bleibt, wenn es gerade in die Kamera hineinläuft
Viel besser eignet sich die Fuji für ruhige Szenen mit nicht allzu viel Bewegung. Hier spielt die Fuji ihre Stärken aus. Selbst der Makro- und der Supermakro-modus sind da gut gelungen.

Zwischenergebnis
Empfehlung
Vergleich

Die Fuji kann eine DSLR nicht in allen Situationen wirklich ersetzen, aber sie ergänzt sie ganz hervorragend.
In 2 Bereichen kann die Fuji deutlich punkten:
A) Sie ist viel weniger sperrig als eine DSLR. Wer etwa zum Snowboarden geht, oder mit dem Fahrrad (oder auch zu Fuß) unterwegs ist, wer in den Alpen klettert, oder wer unauffällig bleiben will, der hat mit der Fuji eine gute Wahl getroffen.
B) Wer auf die große Reise geht, etwa eine Weltumrundung per Luxusliner, oder mit dem Allrad- Fahrzeug, der findet im Zoom-bereich der Fuji eine gute Anfangsvorraussetzung, weil die Fuji eben vergleichsweise klein und leicht ist. Lediglich der Telebereich kommt zu kurz. Dafür bietet die Fuji ideale Vorraussetzungen für jede Art von Videofilm. Die Kamera liegt gut in der Hand, und mit wenig Übung schafft man ruckelfreie Schwenks.
C) Das gilt sogar gegenüber einem Alleskönner, wie der Nikon D750, die zwar fast alles besser kann als die Fuji, aber eben nur fast. In Punkto Unauffälligkeit und Gewicht punktet hier ebenfalls die Fuji. Das gilt auch für eine (der Nikon vergleichbare Sony, Panasonic oder Canon, auch wenn Sony mit der Vollformatkamera Sony Alpha 7 eine ziemlich kleine und handliche Kamera geschaffen hat, die allerdings in Punkto Schnelligkeit hinterherhinkt).
Ein direkter Bild-Vergleich der X30 mit anderen Kompakten muss an dieser Stelle unter-bleiben.
Meine beiden Testbilder zeigen Randbereiche der fotografischen Leistungsfähigkeit. Gerade in Abendstunden, oder am frühen Morgen, wenn die Frabtempera-tur Schwierigkeiten bereitet,
da spielt die Fuji ihre Stärken voll aus
Bilddaten Testbilder:
Dämmerung. Effektives Bildformat deutlich verkleinert. Die JPEG Qualität ist wegen der Web-Dateigröße auf 50% heruntergesetzt. Dennoch ist der Tonumfang beträchtlich und die Schärfe beachtlich. Die X30 nimmt mit Echtzeitfarben auf, ohne große Farbverschiebungen. Auch bei Monochromen Bildinhalten hinterläßt die Kamera einen sehr positiven Eindruck. Dabei wird im JPG Modus grundsätzlich in 72 dpi aufgenommen. Das kann man für den Druck auf 300 dpi anpassen. In Originalgröße sind die hier gezeigten Bilder von der Qualität sogar deutlich besser aufgelöst und auch noch schärfer !! 
Alle Bilder (C) Hans-Peter Vogt
Fototechnik (2.4)   Die neue Fujifilm X30 - Test
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Kleine Fotokunde / Kapitel Fototechnik  -  2.4. Die Premiumkamera Fuji X30 / Test 

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2.4  -  Test: Die neue Fujifilm X30  -  Premium - Technologie im Praxis-Test
Die Fuji X30 ist eine Premium-Kompaktkamera mit effektiven
12 Millionen Pixeln, WIFI Übertragung, Klappdisplay, Sucher, Video und einem optischen Zoom von 28-112 mm.

Die Anfangsblende ist 2,0-2,8. Die X30 hat einen 2/3 Zoll x-Trans CMOS-II Sensor ohne Tiefpassfilter, der für seine hohe Auflösung und seine excellente Schärfe bekannt ist. Die Autofocuskamera hat einen excellenten manuellen Modus und einen EXR Prozessor mit einem schnellen Autofocus von 0,6 Sek. Das 3-Zoll-Klappdisplay (7,6 cm) ist perfekt. Es gibt eine optische Bildstabilisierung und einen Videomodus, der von 24 bis 60 Bildern/Sek reicht. Neu ist ein elektronischer Sucher, der hell und scharf ist, ohne die Paralaxenprobleme der Vorgängermo-delle. Die X30 verfügt über einen HDMI Anschluß und einen 2,5mm Steckanschluss für externe Microphone, sowie USB Mini. Es gibt ein eingebautes Stereomikrofon + Lautsprecher, sowie einen Blitzschuh für externen Blitz. Natürlich gibt es einen kleinen eingebauten Blitz, den man auf Knopfdruck herausfahren kann. Auch das ist hilfreich.
Neu ist der Classic Chrome Modus, der Bilder in natürlicher Farbwiedergabe ermöglicht. Testbilder finden Sie unten.
Neu ist auch die Verwendung eines NP 95 Akkus, der bereits in der Fuji XE-2 und der X100s werkelt und nun für 470 Aufnahmen gut sein soll. Die Kamera kann 128 GB SD / SDHC / SDXC(UHS-I) memory Karten verwenden, die dann 112 Minuten HD-Film reichen.
Abmessungen: 118.7mm (W) x 71.6mm (H) x 60.3mm (D), Gewicht: 383 Gramm ohne und 423 Gramm mit Akku
Start im Herbst 2014. Offizieller Preis in Deutschland: 549,00 €, im Handel aber ab Weihnachten 2014 in der deutschen Version bereits für 499,-- zu bekommen. Auch das ist viel Geld für eine Kompaktkamera, verglichen mit einer DSLR.
Sonstiges: Die effektiven Pixel sind 12 Millionen, Dateiformat: JPEG oder Raw. Das umfangreiche Menü erlaubt Fein-einstellungen, wie JPG Größe, Mikrofonsteuerung, Weissabgleich,Messpunkte des Sensors oder natürliche Farben. Da bleiben kaum Wünsche offen. Außerdem gibts ein Drehrad on Top für die Steuerung der Belichtungszeit von +3 bis -3, sowie diverse Motivprogramme und Effekte. Natürlich gibts auch einen Dioptrienausgleich und einen Selbstauslöser. Die Empfindlichkeit reicht von ISO 100 bis ISO 12.800. Serienaufnahmen bis 10 Bilder/Sek. sind möglich. Die Verschlusszeit geht von 1/4 Sek bis 1/4000 Sek, und es gibt eine Gesichtserkennung, die man ein- oder ausschalten kann.Die Batterie kann man nun über ein mitgeliefertes Ladegerät direkt in der Kamera laden. Das waren die wesentlichen technischen Daten.
Filter: Im Modus "Filter" und "SR" ermöglicht die Kamera zahlreiche Filter. Das geht von "Portrait" und "Hautkorrektur" bis zu Aufnahmen in "schwarz-weiss" und "sepia", oder auch schwarz-weiss mit einer Kotrastfarbe (z.B. rot). Diese Filter geben die Möglichkeit zu zahlreichen Spielereien und Effekten, die sehr nützlich sein können, und die Ihnen die aufwendige Nach-bearbeitung in Photoshop ersparen können.
Software / Handbuch / Batterie: Von der Fuji Seite kann man sich den Raw-Converter, eine Bildbearbeitungssoftware und das ausführliche Handbuch in der jeweiligen Landessprache kostenlos herunterladen. Im Handel gibts außerdem weitere Batterien (zu empfehlen) und Ladegeräte für 220 Volt und 12 Volt (Autosteckdose). Der mitgelieferte Ladestecker incl. USB Kabel ermöglicht eine Ladung unterwegs etwa von einem Solarladegerät, und auch vom PC/Laptop. Auch das vermerken wir als sehr positiv.
Nun muss man die X30 an Mitbewerbern messen, aber auch an ihren Vorgängern. Wenn wir die X20 einmal außer acht lassen (die äußerlich der X10 entspricht), so fällt auf, dass die X30 (in den Bildern rechts) an Größe etwas zugelegt hat. Sie ist deutlich tiefer und auch ein Stück schwerer geworden. Sie besitzt jetzt ein deutlich größeres Display, einen veränderten Sucher, einen neuen Focusring am Objektiv, sowie eine völlig veränderte Anordnung der Bedienknöpfe auf der Rückfront. Sie verfügt jetzt außerdem über einen ein- und Ausschaltknopf für Videoaufnahmen auf der Oberseite (Knopf rot neben dem Auslöser).
>> Hinweis: Displays sind anfällig gegen Fingerabdrücke, Staub und Kratzer. Hier sind die Displays in beiden Fällen mit einer Folie geschützt. Die unvermeidbaren Schlieren und Fingerabdrücke zeigen, wie sinnvoll das ist.
Auch von vorne hat sich die Kamera verändert. Das klassische Design der X10/x20 (Bild links oben), das an eine Leica erinnert, wurde nun modernisiert (Bild links unten). Der optische Sucher ist durch einen elektronischen Sucher ersetzt worden, der noch viel besser arbeitet. Der Griffwulst ist griffiger geworden, und auch die Gehäuseabdeckung ist rutschfester., Das spürt man, wenn man die X 30 in die Hand nimmt.
Überzeugende Verbesserungen gegenüber dem Vorgängermodell X20 ist vor allem das Klappdisplay, der elektronische Sucher, der neue Akku und die umfangreiche Videofunktion, die allerdings noch nicht auf 100/ 120 Bilder/Sek. hinaufreicht, um Zeitlupe zu ermöglichen. Zusammen mit dem externen hauseigenen Miniatur-Micro MC-ST-1 werden die Ton-aufnahmen noch einmal besser.
Die Kamera liegt extrem gut in der Hand. Mit dem Menü muss man anfangs etwas kämpfen, bis die persönlichen Grundeinstellungen alle getätigt sind, weil es wirklich viele Funktionen gibt, das Klappdisplay ist ein Segen und die Videofunktion erstklassig. Da gibts nur wenige Mitbewerber, die das genausogut oder besser können, wie die Nikon D750 oder D810. Schaut man sich die Ergebnisse in Quick-Time an, hat man in Punkto Bildqualität, Farbgebung, Auflösung, Schärfe, Kontrast und Tonqualität ein Aha-Erlebnis. Ein Zusammenschnitt in Premiere oder Final Cut Pro ermöglicht perfekte Filme. Video geht fast verwacklungsfrei von Hand oder vom Stativ
In der Praxis ist die Kamera völlig unauffällig. Sie ist nicht als High-Tech-Gerät zu erkennen, völlig leise und ist ganz hervorragend für die Streetfotografie einzusetzen. Das Klappdisplay ermöglicht Aufnahmen aus der Froschperspektive genauso generös, wie über-Kopf-Aufnahmen. Leider liegt die Stativbefestigung nicht in der optischen Achse, aber das ist nur ein kleines manquo. Der eingebaute Blitz ist gegenüber der X10 besser geworden, und mit einem geeigneten Aufsteckblitz gelingen auch Ausleuchtungen von größeren Räumen, obwohl so ein Blitz größenmäßig besser zu einer XT-1 passt. Eine reine Taschen-kamera ist die X30 jedenfalls nicht. Das können einige Mitbewerber besser, etwa die Panasonic Lumix LX 100 oder die Sony RX 100 III. Beide haben einen größeren Sensor, sind aber auch ein ganzes Stück teurer (Panasonic ca. 700,-- €, Sony: ca. 850,-- €). Auch die Canon G1X Mark II schlägt sich sehr gut, ist mit ca. 650 € aber auch teurer als die Fuji und bringt sogar stolze 560 Gramm auf die Waage.
Die Handhabung der Fuji X30 in der Praxis: Wie bisher wird die Kamera vorne am Objektiv durch eine Drehbewegung eingeschaltet. Weiteres Drehen betätigt dann den Zoom. Anders als bei Automatikkameras gibt es deshalb kein Motor-Zoomgeräusch, das sich störend auf Tonaufnahmen auswirkt. Der Autofocus ist sehr schnell, abhängig von der jeweiligen Grundeinstellung. Schaltet man auf manuelle Bedienung (vorn am Gehäuse), wird der Drehring hinter dem Zoom zum scharfstellen verwendet. Das ist etwas eng, geht aber mit einiger Übung gut, wenn auch nicht sehr gut, weil der Ring etwas szu schmal geraten ist. Oben am Gehäuse können sie auch die übrigen Funktionen auf manuell stellen, und dann die Zeit per Drehrad verstellen. Die jeweiligen Werte werden auf dem Display/im Sucher eingeblendet. Das geht wiederum sehr gut. Genauso einfach ist es, Einfluss auf die Farbtemperatur oder die ISO zu nehmen. Dem Drehring am Objektiv kann man - wenn man will - auch andere Funktionen zuordnen, z.B. den ISO-Wert.
Was sich geändert hat, ist der + / - Button für Bildwiedergabe und der Wiedergabeknopf für Video. Die Wiedergabe der Bildgröße (Detailausschnitt) wird nun automatisch vom Schärfering übernommen, wenn man auf den Wiedergabebutton ( > ) drückt. Die Filmwiedergabe wird am Funktionsring auf dem AF Button eingeschaltet. Was stört, ist die tiefe Versenkung des Video -on / -out Schalters (roter Button). Da braucht man schon sehr spitze Finger. Man hätte den Schalter besser hinten am Gehäuse untergebracht, in Daumennähe. Das macht aber nichts, weil man die verschiedenen Funktionsknöpfe im Menü umbelegen kann. So habe ich den FN-Knopf (WIFI) an der Rückseite nun für die Videoaufnahme belegt, den Videoknopf (rot) für WIFI. Ich komme für Videoaufnahmen einfach besser dran. Eine Super Funktion, die einige Mitbewerber inzwischen auch können. Was im Gegensatz zur X10 auffällt: Das Drehrad vorne links an der Kamera, zur EInstellung von S - C - M ist etwas mickrig geraten. Je öfter man die Kamera in der Hand hat, desto besser gelingt es, solche kleinen Buttons zu bedienen.
Fast unangenehm fummlig ist die Einstellung der Dioptrie. Das schafft man selbst mit spitzen Fingern nur mühsam. Es ist beruhigend, dass man das nur 1x machen muss. Negativ fällt auf, dass auch die kleinen Bedienelemente an der Fuji etwas fummelig sind. In der Praxis wirkt sich das so aus, dass man nicht gerade einen Schnellschuss-Experten in den Händen hält. Das können SLR System-Kameras deutlich besser, selbst eine Canon EOS 1000D. Dennoch ist die Fuji X30 als Streetkamera sehr zu empfehlen, vor allem, weil der optische Zoom von 28 bis 112 mm noch um einen digitalen Zoom erweitert wird. Der ist m.E. aber ziemlich unscharf. Besser gefällt mir, dass man bei den Aufnahmen mit der Fuji X30 problemlos Ausschnitte vergrößern kann, ohne viel Verlust, doch können das Kameras mit größerem Sensor noch besser. Die X30 hat den Sensor der X10/20 ja unverändert übernommen, was den Verkaufspreis drückt. Ein größerer Sensor wäre sinnvoll, würde aber eine völlige Neukonstruktion von Gehäuse und Objektiv bedeuten. Das hat man sich gespart, weil die Kamera auch so eine überzeugende Performance hinlegt. Wechselt man vom JPG in den RAW Modus, sind alle Aufnahmen noch einmal um etliche Stufen im Tonumfang besser. Wenn man eine größere Speicherkarte benutzt, kann man auch parallel JPG und Raw Bilder abspeichern. Der hauseigene Raw-Converter liest die RAW Bilder genauso gut, wie Adobes Photoshop CS4. Ein perfekter Ausdruck der Bilder im Format DIN A 3 ist jedenfalls problemlos möglich.
Größe und Gewicht: Obwohl die X30 eine kleine Kamera ist, wird von vielen Kritikern und Testern bemängelt, dass die Kamera deutlich schwerer und auch voluminöser geworden ist. Schon die Vorgängerin war keine Kamera für die Hosentasche. OK. Davon muss man sich also verabschieden. Es gibt Mitbewerber, die das besser können. Von den unten genannten Mitbewerbern der High-End-Klasse ist allerdings nur die Sony kleiner und leichter. Ich finde auch, dass diese Zunahme der X30 gut getan hat. Man hat das Gefühl, eine richtige vollwertige Kamera in der Hand zu haben, und nicht nur ein Spielzeug. Die vielen hervorragenden Tools und die überzeugende Bildqualität finden ihr Äquivalent also auch in einem deutlich gewachsenen Gewicht. Für mich ist die X30 eine vollwertige Kamera für alle Situationen, die sogar eine SLR ersetzt, auch wenn das fest verbaute Zoom von 28-112mm und der vergleichsweise kleine Sensor seine natürliche Grenze hat.
Video: Die X30 ermöglicht erstmals Videoaufnahmen mit 24 / 25 / 30 / 50 / und 60 Bildern/Sek. Damit haben Sie ein breites Spektrum der Gestaltung. Einen Eingang für externes Videomikrofon hatte die X20 schon. Die X30 übernimmt das. Im Menü kann man die Tonaufnahme überwachen und zumindest ansatzweise aussteuern, indem man die Lautstärke (Impedanz) einstellt. Aufgenommen wird im MOV Format (MPEG 4). Bei einigen Testern wird kritisiert, dass die Fuji X30 nicht auch andere Formate zuläßt, wie etwa das WAV Format, doch ist die Bearbeitung von MOV Filmen in Adobe Premiere oder Final Cut Pro ist völlig unproblematisch. Auflösung: FULL HD 1920 x 1020 Pix, HD 1280 x 720 Pix oder VGA 640 x 480 Pix. Wer etwa Filme fürs Internet aufnimmt, kann gut in 640 x 480 Pix aufnehmen und dabei Platz auf der Speicherkarte sparen. Die Auswahl der Bilder/Sek ermöglicht auch eine gute Kompatibilität mit den Aufnahmen anderer Kameras: Es ist für den Zusammenschnitt wichtig, dieselbe Filmgeschwindigkeit zu benutzen. Die Auswahl erlaubt Ihnen, zwischen DVD (25B/Sek), PAL (25/50 B/Sek) und NTSC (30/60 B/Sek) zu unterscheiden. Für Videoaufnahmen sollten Sie Speicherkarten der Klasse 10 oder höher benutzen. Die maximale Dauer eines einzelnen Videoclips im Modus VGA beträgt 120 Minuten. Im Full HD Modus nur 14 Minuten. Dann muss man zur Aufnahme eines ganzen Rock-Konzerts eben mehrere Streams aufnehmen, oder in den VGA Modus wechseln. Für High-End Aufnahmen empfehle ich für den Tonbereich anstelle des hauseigenen Micros ( für ca. 80-100 € ) allerdings ein Rhode-Microphon (ca. 250-350 Euro), das noch einmal eine deutlich bessere Aufnahmequalität hat, oder sogar mehrere Microphone, die über einen Mischpult synchronisiert werden. Und ja: die Fuji X30 ist für solche Aufnahmen sehr gut geeignet, obwohl das in der Praxis wohl kaum vorkommen wird. Für solche High-End-Aufnahmen im Ton/ und Bildbereich nimmt man schon eher eine Nikon D 750, eine Nikon 4s oder einen professionellen Camcorder. Aber lassen wir die Kirche im Dorf. Die Fuji X30 ist für all diese Anforderungen im anspruchsvollen Video-Amateurmodus bestens gerüstet.
Nachtrag 1: Die Umgebungstemperatur ist mit 0-40 Grad angegeben. Bei eisiger Kälte empfiehlt sich also ein Schutz, doch macht die Kamera auch bei Graden unter Null nicht gleich schlapp. Es gibt zwar einen Spritzwasserschutz, aber was bisher fehlt, ist allerdings ein effektiver Nässeschutz für Outdoor-Aktivitäten. Bei viel Regen oder bei tropischer Feuchtigkeit empfiehlt sich also eine entsprechende Unterwassertaschen mit Objektivführung für ca. 30,-- €.
In Punkto Touchscreen gibt sich die Fuji konservativ. Sie verzichtet völlig auf dieses Element. Wenn man weiß, dass helles Sonnenlicht die Daten auf dem Display gerne unsichtbar macht, kann man auf einen Touchscreen auch gut verzichten. Das ist zumindest meine Meinung.
Die Sensorgröße bei Kompaktkameras:  Die Fuji X30 hat einen 2/3 Zoll Sensor. Das war in dieser kleinen Klasse bisher unübertroffen. Heute ist die Konkurrenz stärker geworden. Der 2/3 Sensor entspricht einer Bilddiagonalen von 11mm und einer effektiven Größe von 8,8 x 6,6 mm. Zum Vergleich: Die etwas kleinere Sony Cybershot RX 100 III hat einen doppelt so großen Sensor von 13,2 x 8,8 mm (was ungefähr dem 1Zoll Sensor entspricht), die etwas größere Panasonic RX 100 hat gar einen 4/3 Sensor mit 17,3 x 13 mm, und die deutlich größere Fuji X100 hat einen APSC Sensor mit 23,6 x 15,9 mm. Auch die Nikon Coolpix-A hat einen Sensor von 23,6 x 15,6 mm.
Nun ist es eine alte Weisheit: Je größer der Sensor, desto größer die potentielle Bildqualität. Die Nikon Coolpix-A und die Fuji X 100 / 100s bekommmen das APSC Format allerdings nur hin, weil sie eine eine eingebaute Festbrennweite benutzen. Panasonic und Sony sind neu konstruiert und schränken den Zoomumfang drastisch ein. Nur deshalb können sie einen größeren Sensor verwenden. Die Fuji X30 verwendet wie bisher den schönsten Zoom-Bereich unter den hier genannten Modellen von 28-112mm und begnügt sich dafür mit dem 2/3 Sensor. Der schlägt sich indes sehr gut, auch wenn er in der Praxis von der Größe nicht mit den hier genannten Mitbewerbern mithalten kann. Aber im Ergebnis der effektiven Bildqualität sind das sind wirklich nur minimale graduelle Unterschiede. Ein Manquo? Das muss jeder für sich entscheiden. Andere Tests sagen der Sony und der Panasonic, der Coolpix und der X100/100s beste Bildqualität in den Halbtonbereichen nach, aber eben unter Verzicht auf Zoom-Umfang. Man muss wissen, was man will. In der Praxis schlägt sich die X30 kaum schlechter als die genannte Konkurrenz, und um vieles besser als die komplette übrige Konkurrenz. Um es deutlich zu sagen: die hier aufgeführten Modelle gelten in der High-End-Kompaktklasse bisher als führend. Die X30 gehört in diese Spitzengruppe. Wie oben angeführt, verliert die X30 ihre führende Position, wenn man aus den Bildern Ausschnitte vergrößert. Die Bilder verlieren deutlich an Schärfe und Detailreichtum. Mit einer Canon 5D Mark II, einer Nikon D750 oder D810 kommt die X30 nicht mit. Das ist eine andere Preisklasse. Schön wäre es allerdings, wenn Fuji in der nächsten Generation die Größe des Sensors verbessert. Das ist der allgemeine Trend.
Nachtrag 2: Noch zwei Kameras gehören inzwischen in diese Spitzengruppe: die Panasonic Lumix DMC GM5 (seit Weihnachten 2014). Sie hat ebenfalls einen Sensor von 17,3 x 13 mm Größe, bietet ein Bajonettsystem für Wechseloptiken und einen Sucher. Im Kit mit dem Zoom kostet sie seit Frühjahr 2015 ab ca. 750,-- € (Body / billigster Preis). Sie ist nur 99 x 60 x 36mm groß und wiegt 180 Gramm ohne Objektiv. Der Body ist aus Magnesium und macht einen hervorragenden Eindruck. Der Videomodus ist mit 25 und 50 B/Sek jedoch begrenzt, genauso wie das 2-fach Zoom (12x32mm), und der Akku reicht in der Praxis kaum für 200 Bilder. Der hohe Preis ist der Miniaturisierung geschuldet. Wie üblich ist Panasonic dem four-thirds Format verhaftet, so wie die Olympus Pen E-PL-7, die es ebenfalls mit Wechseloptiken gibt. Die Olympus hat im Videomodus nur 30 B/Sek. Die Sensor-Größe ist ebenfalls 17,3 x 13mm. Man bekommt die Olympus derzeit ab 400 € im Handel. Ich muss sagen, da bietet die Fuji X30 trotz des kleineren Sensors eine Menge mehr Features. Nur die Cybersthot RX 100 III und die Panasonic RX 100 ziehen da in etwa gleich, allerdings auch zu einem deutlich höheren Preis.

Zum Vergleich: Übliche Sensorgrößen bei Kompaktkameras  -  noch ohne die größeren Sensor-Formate der Panasonic Lumix DMC GM5 (17,3 x 13 mm), der Pen-E-PL7 (17,3 x 13mm), der Fuji X100 (APSC) und der Coolpix-A (APSC).

Format 1 Zoll Format 2/3 Zoll Format 1 1/8 Zoll Format 1/2 Zoll Format 1/3 Zoll Format 1/4 Zoll
Diagonale 16 mm Diagonale 11 mm Diagonale 9 mm Diagonale 8 mm Diagonale 6 mm Diagonale 4 mm
12,8 x 9,3 mm 8,8 x 6,6 mm 7,2 x 5,4 mm 6,4 x 4,8 mm 4,8 x 3,6 mm 3,2 x 2,4 mm
119 Quadrat-mm 58 Quadrat-mm 39 Quadrat-mm 32 Quadrat-mm 17 Quadrat-mm 8 Quadrat-mm
Empfohlenes Zubehör:
Wer Videos aufnimmt, sollte sich das original Fuji Microfon ST-1 zulegen, das von Größe, Gewicht, Preis und elektronischer Abstimmung (über das Menü) hervorragend zur X30 passt (neu ca. 90 €). Wer höhere Tonansprüche hat, sollte sich gleich ein Rhode kaufen (ca. 250-350 €). In jedem Fall ist es sinnvoll, den O-Ton direkt auf der Speicherkarte aufzuzeichnen, damit Bild und Ton synchron sind.
Der ausfahrbare Blitz bringt wirklich gute Ergebnisse, aber auch hier gilt: Jeder externe Blitz ist besser als der eingebaute. Ich empfehle den Fuji Blitz EF 20, der von Größe, Gewicht und elektronischer Abstimmung zur X30 passt, und sogar einen nach oben schwenkbaren Reflektor hat (neu ca. 80-100 €).
Als Filmleuchte gibt es mittlerweile sehr gute leichte LED-Geräte. Der Nachteil ist meist, dass preiswerte und leistungsfähige Blei-Akkus recht voluminös und schwer sind. Li-Ion Akkus sind leichter, halten aber längst nicht so lange durch. Außerdem ist die Ausleuchtung dieser LED-Filmleuchten meist auf 3-5 Meter beschränkt. Das läßt wenig Spielraum. Zu empfehlen sind Leuchten mit mindestens 60 LED's, wobei Helligkeit, Lebensdauer und Preis der einzelnen LED's sehr unterschiedlich ist. Rechnen Sie mit > 150 €, etwa für ein Walimex pro mit 128 LED's. Es gibt aber schon Chinakracher für unter 20 Euro. Bei Videoleuchten rate ich, zunächst eine Beratung bei Ihrem Fotohändler vor Ort einzuholen und die Größe der Leuchte im Verhältnis zur Kamera, sowie die Lichtausbeute einmal zu testen. Eine Auswahl soll aber jeder für sich entscheiden.
Wer Videos aufnimmt, sollte wenigstens eine 64 GB Class-10 SD Card einsetzen. Besser sind 128 GB. Wer überwiegend fotografiert, muss nicht die teuren Clas-10-Karten verwenden und kann bequem auf 8 / 16 oder 32 GB reduzieren.
AKKUS: Fremdakkus sind inzwischen so preiswert und so gut, dass man ohne Probleme auf die recht teuren Fuji-Akkus verzichten kann. Allerdings muss ich darauf hinweisen, dass der Fuji-Akku NP-95 3,6 Volt und 1700 mAh hat, während  etwa ein Patona Akku FNP-95 3,7 Volt und 1600 mAh hat. Wer jetzt ins Grübeln kommt, ob der Volt-Unterschied die Kamera beschädigen könnte, kann beruhigt sein. Bei mir und bei vielen anderen funktioniert das. Eine Garantie will ich aber nicht abgeben. Wer sich unsicher ist, sollte lieber die Original-Akkus verwenden. Der Akku passt übrigens auch in die Fuji X100. Zwar hat die Nenn-Akkuleistung bei der X30 deutlich zugenommen (von 270 auf 470 Aufnahmen), aber wer viele Einstellungen macht, Videos aufnimmt, oder das große Display in einer hohen Helligkeitsstufe benutzt, wird in der Praxis schnell feststellen, dass er diese Leistungszunahme nicht spürt, weil auch der Stromverbrauch mitgewachsen ist. Unterwegs braucht man mindestens einen Zusatzakku, und bei 3 Wochen Urlaub sollte man das Ladegerät mitnehmen.
Wer Langzeitaufnahmen macht, wer den schönen Makro-Modus einsetzen will, wer die manuelle Bedienunung schätzt, oder wer Videa aufnimmt, sollte ein Stativ benutzen. Da die Kamera klein und leicht ist, bietet sich ein leichtes Stativ aus Alu an (gibts auf Kamerabörsen schon für ca. 20 €), wer günstig kauft, kann ein 50 Jahre altes und gebrauchtes Taschen-Stativ einsetzen (auf der Kamerabörse für ca. 5-10 €)., Das ist allerdings recht schwer, weil es aus Eisen/Messing gebaut ist und meist recht schwere Gewindeköpfe verwendet. Stabiler wirds dadurch auch nicht.
Sonstige Möglichkeiten: Die X30 bietet eine immense Zahl an Features. So bieten sich Montagen und Mehrfachbelichtungen genauso an, wie Panoramabilder, oder spezielle Effekte bei Schnee oder schwierigen Belichtungsreihen (siehe Kasten rechts).
Die Kamera bietet so viele Möglichkeiten, dass man sich da Stück für Stück einarbeiten muss. Ich empfehle, erst einmal mit den Grundfunktionen zu beginnen, um sich dann mit Hilfe des Handbuchs vorzuarbeiten. Man kann die Kamera sehr gut als Hauptkamera einsetzen. Als Zweitkamera (etwa zu einer SLR) ist sie perfekt.
Abschließendes Urteil: Insgesamt macht die Kamera einen sehr guten Eindruck. Unterschiede in der Bildqualität (etwa zu den o.g. Mitbewerbern der Spitzengruppe) fallen in der Praxis kaum auf. Dabei ist festzustellen, dass die Bildqualität gegenüber der X10 deutlich zugelegt hat, und dort war sie schon sehr gut. Was allerdings nur in einer Langzeitstudie festgestellt werden kann, das ist die technische Anfälligkeit der Elektronik oder die Robustheit der Kamera. Immerhin verfügt sie über ein Metallgehäuse, das einen stabilen Eindruck macht und sehr gut in der Hand liegt. Die Bedienelemente sitzen alle in Griffweite. Fazit: Eine Spitzenkamera mit vergleichsweise günstigstem Preis und großen Brennweiten-Umfang. Für den Einsatz als Streetkamera wäre ein Wasser- und Staubschutz von Vorteil. Das bieten die Mitbewerber der Spitzengruppe allerdings auch nicht. Im Vergleich mit den o.g. Mitbewerbern gefällt mir die X30 ausnehmend gut, weil sie sich in Größe, Ausstattung, Gewicht, Funktionsumfang, Leistung und Preis in einem ausgewogenen Verhältnis präsentiert.
Nachtrag 3: Da immer mehr Firmen auf den Markt drängen, die Grau-Importe zu vermeintlich günstigen Preisen anbieten, soll an dieser Stelle einmal gewarnt werden. Fuji repariert nur unter Vorlage einer ordentlichen Rechnung oder einer entsprechenden Garantiekarte, und übernimmt bei nicht-deutschen Versionen aber nur eine 1-Jahresgarantie. Selbst 20 % Preisnachlass beim Neukauf eines Re-Imports wiegen diesen Nachteil nicht auf !! Außerdem bietet Fuji Deutschland sogar einen zusätzlichen 5-Jahres-Versicherungsschutz, den man gegen geringen Aufpreis erwerben kann.
Praxistest   (Stand: Januar 2016)
Nachdem ich die Fuji x30 nun über 1 Jahr in Gebrauch habe und parallel mit Nikon D300/D700 verwende, zeigen sich die Stärken und die Schwächen der Kamera.
Die Stärken:
1. Die Kamera läßt sich (noch) gut in der Tasche tragen. 2. Sie ist im Alltag unauffällig, und deshalb als Streetkamera recht gut zu benutzen, 3. Klappspiegel und Sucher sind eine gute Sache, die Videofunktion ist passabel. 4. Das Einstellrad für die Unter-/ Überbelichtung an der Oberseite ist praktisch. 5. Die Bildergebnisse sind in vielen Situationen sehr gut (und nicht schlechter als z.B. bei Nikon D300). 6. Der Autofucus ist recht flott, 7. Die manuelle Einstellung arbeitet sehr genau. 8. Das Gehäuse ist sehr robust. Es gibt nicht mal Lackabriebe, obwohl ich keine Tasche benutze. 9. Das Menü ist manchmal etwas fummlig, aber praktikabel (eine Gewohnheitssache). Im Dunkeln allerdings schlecht einstellbar. 10. Die Bildergebnisse sind meist sehr gut. DIN A 3 Ausdrucke sind unproblematisch, 11. Die Farben sind sehr gut (wenn man die richtige EInstellung gefunden hat). 12. Der Sepia, der Schwarz-weiß, und die übrigen EInstellungen arbeiten sehr gut. 13. Der Videomodus arbeitet mit dem eingebauten Micro recht gut, mit dem Zusatzmikro etwas besser. 14. Der Akku arbeitet jetzt recht zuverlässig für bis zu 450 Bilder, aber auf Reisen sollte man zwei Zusatzakkus mitnehmen und auch ein Ladegerät. Häufiges Verwenden von Menü, von Bildkontrolle und Display verringert die Akkudauer auf 250-350 Aufnahmen.
Streetfotografie geht sehr gut, allerdings sollte man Situationen abwarten, wo man relativ wenig bewegte Objekte hat, wie auf diesem Bild (aufgenommen im Sommer 2015): Radler beim warten an der Hebebrücke.
Bewegte Objekte - zumal bei schlechtem Licht - sind nicht scharf abzubilden. Da muss man versuchen, Stimmungen einzufangen, wie bei diesem Zirkusbild (2015). Der Aus-schuss bei den Aufnahmen ist leider ziemlich groß. Alle Bilder verwackeln, weil der maximale ISO-Wert nicht aus-reicht, und weil im Endergebnis die Aufnahmezeit zu lang ist. Ein Handy versagt in solchen Situationen allerdings total.
Das gilt erst recht für Aufnahmen, wo man noch weniger Licht zur Verfügung hat. Man muss hier auf manuelle Einstellung gehen, weil der Aufnahmefocus nicht mehr arbeitet, um Objekte scharf zu stellen. Auch hier bekommt man überwiegend Stimmungsbilder (2016). So etwas kann eine Nikon D500 einfach besser, die noch bei ISO 12800 scharfe, feinkörnige und rauschfreie Bilder liefert.
 
Die Schwächen:
1. Das Rad für Über-/ Unterbelichtung verstellt sich manchmal unabsichtlich, besonders, wenn man die Kamera zum Schutz gegen Kälte/Regen unter der Jacke getragen hat. Also immer kontrollieren und auf Null zurückstellen. 2. Die Auslöseverzögerung arbeitet sehr träge. Eine Sportkamera ist die X30 jedenfalls nicht, und das schränkt die Schnappschusstauglichkeit ein. 3. In der manuellen Einstellung ist der Einstellknopf etwas klein geraten, und der Einstellring am Objektiv für die Schärfe ist zu schmal und fummlig. 4. Die Isowerte sind bis 800 ISO gut, dann fängt das Rauschen an. Die maximalen ISO Werte sind in Grenz-situationen nicht ausreichend, um Bewegungen einzufangen. Dann wird jede Bewegung verwischt. Der Autofocus macht dann auch nicht mehr mit, man muss auf Handbetrieb umstellen. In allen Grenzsituationen wären ISO 3200 oder 6400 einfach  besser (selbst wenn dann ein Rauschen einsetzt). So fehlt eindeutig die Möglichkeit, schnelle Verschlusszeiten bis 1:4000-stel zu nutzen. 5. Der Klappspiegel ist in hellem Sonnenlicht recht untauglich, sonst sehr gut. Der Sucher könnte noch größer sein. Unter der eingeschränkten Größe (etwa gegenüber der Nikon D300) leidet die schnelle Arbeitsweise. So ist die Fuji insgesamt ziemlich träge, was die Schnappschusstauglichkeit anbelangt. 6. Auch die Einschaltung übers Objektiv braucht viel mehr Zeit, als ein EInschaltknopf. Auch das ist fummlig und umständlich. 7. Die Obektivkappe wird lediglich gesteckt und nicht verriegelt. 8. Der Videomodus sollte mit Stativ verwendet werden, um Verwacklungen zu vermeiden (das kann eine etwas schwere Kamera besser, die satter in der Hand liegt, wie etwa die Nikon D7200/D750/D810, oder gar ein Camcorder). 9. Die Einschaltung der Video-Aufnahme ist zu fummlig. Für eine saubere Videoaktivität bräuchte es einen leicht zugänglichen großen Knopf, um Anfangs- und Endverwackler sicher zu vermeiden. So ist der Videomodus eine Art Notlösung, die wenig praktikabel ist, wenn man mal an die Vorzüge eines Camcorders gewöhnt ist. Da besteht Nachholbedarf. 10. Im Alltagsgebrauch muss man die ein- oder andere Aufnahme einfach wegschmeißen, vor allem, wenn sie in Grenzsituationen gemacht ist. Man sollte sich für die einzelnen Aufnahmen Zeit lassen und ausreichend Licht zur Verfügung haben. Dämmerung ist aber kein Problem. Das geht sehr sehr gut. Insgesamt geht durch die Langsamkeit der ein- oder andere Schnappschuss einfach verloren.
Fazit:
Nun muss man die X30 allerdings mit anderen Kameras derselben Klasse vergleichen, und da schneidet die 30 sehr gut ab, weil das Bedienkonzept und die Bildqualität sehr gut ist. Mit einer DSL verglichen zeigen sich allerdings deutlich die Schwächen (Langsamkeit), aber auch die Stärken (kleines Gewicht, Taschentauglichkeit, Unauffälligkeit). Es gibt für Fuji also noch Verbesserungspotenzial. Trotzdem ist die x30 eine feine Sache. An der Größe des Sensors muss vielleicht nichts geändert werden, aber wenn man Ausschnittsvergrößerungen macht, wäre auch ein etwas größerer Sensor von Vorteil
Die Themen auf den einzelnen Fotoseiten:
  Seite 1 - Das Auflagemaß
  Seite 2 - Test: Der Kipon Adapter M42 auf Nikon in Verwendung mit M42 Objektiven (Zeiss / Meyer-Görlitz / Pentacon)
  Seite 3 - Die Wahl des Objektivs. Zoom oder Festbrennweite
  Seite 4 - Test: Die Fujifilm X30
  Seite 5 - Neueste Nachrichten aus der Welt der digitalen Fotografie (wird ständig aktualisiert)
  Seite 6 - Reisefotografie
  Seite 7 - Nikon D300 versus Nikon D700
  Seite 8 - Nikon D500 und Nikon D5 (Januar 2016)
  Seite 9 - Test: Nikon D700 versus Nikon D750
  Seite 10 - Nikon D500

  Seite 11 - Test: Nikon D750 Teil 2
  Seite 12 - Ausflug zur Fuji XE - 2 ( lohnt sich ein Wechsel von Nikon zu Fuji? )
  Seite 13 - Nikon Objektive mit Novoflex.Adapter an Fuji XE - 2
  Seite 14 - Fuji X mit M 42 Adapter und Objektiven von Zeiss-Jena / Mayer-Görlitz und Pentacon
  Seite 15 A- Fuji XT 1 und XT 2 ( Teil 1 )
  Seite 15 B- Fuji XT 1 ( Teil 2 )
  Seite 16 - Fuji X mit Canon-FD - Fuji Adapter und Canon FD Festbrennweiten und Zooms.
Text- und Bildautor: (c) Hans-Peter Vogt
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