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Stand: 18.1. 2015
Fototechnik (2.2.)    Der Kipon / Walimex Adapter M42 auf Nikon - Test
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Kleine Fotokunde / Kapitel Fototechnik     -     2.2. Test Kipon/Walimex Adapter M42 auf Nikon

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2.2  -  Test  -  Der Kipon / Walimex Adapter M 42 auf Nikon F-Bajonett / getestet an Nikon D 700
Der Kipon Walimex Adapter verbindet analoge M42 Objektive mit dem Nikon F - Mount (ganz gleich ob analog, DX oder FX). Er ist aus Metall gefertigt, und besitzt eine Glaslinse. Mit den Fingern kann man den schmalen Ring nicht gut fassen, deshalb gibt es einen zusätzlichen Schlüssel, um den Adapter anzuziehen und sicher wieder vom Body zu lösen. Der Spiegel Ihrer SLR hat bei angesetztem Adapter genug Platz, obwohl der Adapter in den Body hineinragt, um das richtige Auflagemaß zu gewähr-leisten. Der Adapter sitzt sehr stramm. Das soll er auch..
Kipon/Walimex ist weltweit der größte Hersteller und Anbieter von Adaptern und Zwischenringen. Es gibt fast kein System, für das es keinen Adapter gibt. Der Adapter kostet im Handel zwischen 40 und 60 Euro. Wenn man sucht, kann man ihn auch schon incl. Garantie für 25 Euro bekommen. Er ist sauber gearbeitet und weist minimalste Toleranzen auf. Das erlaubt sehr scharfe Aufnahmen vom Makrobereich bis unendlich.
Vorweg: Eine Übertragung der Springblende und eine Übertragung der elektronischen Befehle vom Body auf das Objektiv sind nicht möglich !!!  Blende, Focus, Zeit sind von Hand einzustellen. Nur die ISO kann man auf Automatik stehen lassen. Aus diesem Grund sollte man ein Objektiv verwenden, das es erlaubt, die Springblende auszuschalten und auf Abblendmechanik umzustellen, egal ob mittels Schieber oder mittels eines neben der Blende befindlichen Drehrings. Wenn es Ihnen nur auf das große Bouquet ankommt, dann können Sie auch problemlos Fremdobjektive ohne Abblendmechanik verwenden, wie beim Zeiss Tessar (s.u.) und immer mit Offenblende fotografieren.
Vorgang: 1. Objektiv im Menü eingeben (geht nicht bei allen Nikon Kameras)   2. Adapter anbringen und Objektiv auf-schrauben, 3. Objektiv + Body auf "manuell" oder "Abblendmechanismus" stellen, 4. größte Blende am Objektiv einstellen,
5. gewünschten Schärfepunkt wählen und per Hand focussieren, 6. abblenden, um die Tiefenschärfe und das sog. Bouquet (also den Unschärfebereich) zu überprüfen und auszuwählen, 7. am Body Zeit und ggfls ISO einstellen. Bei Nikon geht das über das Einstellrad, bzw. über ISO-Taste. Die ISO können Sie natürlich auch auf Automatik stehen lassen, wenn Sie wollen, das hätte  aber die Ergebnisse dieses Tests verfälscht), 8. auslösen. 9. FERTIG. Auch Serienbilder sind möglich.
Der Vorgang kostet etwas Zeit, und die sollten sich nehmen. Vorweg: Mit einem geeigneten Objektiv erhalten Sie superscharfe Aufnahmen und ein herrliches Bouquet. Sie können alle analogen Fremdobjektive mit M42 Gewinde anschließen. Meine Favoriten sind Zeiss/Jena, Meyer-Görlitz, Pentacon, Isco-Göttingen, Schneider-Kreuznach, aber natürlich können es auch Pentax, Fuji, Olympus, u.a. Objektive mit dem passenden Adapter sein. Das Alter des Objektivs spielt keine Rolle.
Die Nikon D7000/7100, D200/300/300s, die Nikon D600/610/700/750/800/810 und die DF/D3/D4/D4s erlauben eine Spei-cherung der Objektivwerte im Menü. Außerdem haben diese Kameras einen gut sichtbaren Balken für die Belichtungs-einstellung (Unterbelichtung/Überbelichtung) im Sucher bzw. auf dem Liveview-Display, und sind deshalb besonders geeignet, um mit alten analogen Objektiven zu fotografieren. Die Zeit wird dann über Drehrad ausgewählt. Mit der Amateurkamera-Reihe der 3000er und 5000er Reihe, oder mit der D70/80/90 geht das zwar auch, aber nicht so gut wie mit den semi- und professionellen Modellen.
Details: 1. Die Montage an einer D 700 (geht genauso an allen anderen Nikon Digitalkameras)
Bild 1. Achten Sie darauf, dass der rote Punkt am Adapter auf dem weißen Punkt angesetzt wird. Drücken Sie den Adapter mit der Hand an und überwinden Sie dabei die Stifte der Ab-blendtaste (gefahrlos möglich). Drehen Sie den Adapter in Linksrichtung bis er einrastet.
Bild 2 zeigt den montierten Adapter. Innen sehen Sie die Glaslinse.
Bild 3 zeigt den montierten Adapter von der Seite. Er ragt wirklich nur wenig aus dem Body heraus. Gut zu sehen ist die geschliffene Linse, die schonend behandelt werden muss (keine Fingerabdrücke, keine Kratzer)
Bild 4 zeigt ein manuelles Carl-Zeiss-Objektiv der Alu-Baureihe aus den 50ern/60ern, am Body der D700 montiert. Es sitzt genauso fest und stabil, wie ein Objektiv der Nikon Serie.
Bild 5 zeigt den Montageschlüssel, der mit zwei Stiften in die Vertiefungen am Adapter eingreift, um ihn lösen zu können.
Bild 6 zeigt das Lösen des Adapters mit dem Schlüssel. Sie müssen dabei gleichzeitig die Taste zum Lösen des Objektivs am Body drücken, sonst geht das nicht. Das ist etwas umständlich, und es ist gut, wenn Sie für die Demontage eine feste Unterlage wählen. Bei Regen oder bei viel Staub in der Luft sollten Sie eine sichere Stelle suchen, wo das gefahrlos geht..
Details:  2. Die Wahl des Objektivs
Bild 6. Das Carl Zeiss Tessar T 1:2,8/50mm (Bild ganz links) besitzt unterhalb des Blendenrings einen Ring zum Ausschalten der Springblende (Pfeil rot) und kann problemlos mit dem Nipon/Walimes Adapter verwendet werden.Alle Blenden stehen zur Verfügung.
Bild 7. Das Rubimat WW 1:2,8/35mm Auto besitzt einen Schieber (Pfeil blau) und kann von Auto auf M = manuell eingestellt werden (Pfeil rot). In diesem Modus ist die Springblende ausgeschaltet. Das Sucherbild wird beim abblenden dunkler und Sie können die Tiefenschärfe und den Bereich des Bouquets genau kontrollieren (Bildkontrolle vor der Aufnahme).
Bild 8. Das Carl Zeiss Tessar 1:2,8/50mm von 1956 im Bild links, besitzt eine solche Vorrichtung zum Ausschalten der Springblende nicht !!! und kann deshalb nur bei Offenblende benutzt werden. Das schränkt die Möglichkeiten ein. Sie erhalten durch die Offenblende zwar ein schönes Bouquet, haben eine keine Kontrolle mehr über die Steuerung der Tiefenschärfe.
Achten Sie beim Neukauf also darauf, dass das manuelle Objektiv auch über einen Modus zur Ausschaltung der Springblende hat, die durch den Kipon/Walimex-Adapter nicht übertragen wird. Wenn Sie ein solches Objektiv wie im Bild 8 noch im Schrank haben (etwa von ihrer alten Pentacon oder Zeiss Kamera), dann nimmt man die Beeinträchtigung gern in Kauf, um Aufnahmen mit ausgesucht schönem Bouquet, hoher Schärfe und Detailtreue zu machen (siehe Vergleichsbilder unten).
Warnung: Auf dem Markt sind nicht nur gut erhaltene Objektive. Vieles ist verkratzt, innen verstaubt, mit Glaspilz behaftet oder schlicht so verharzt, dass sich die Blendenlamellen nicht mehr schließen oder die Facussierung komplett versagt, weil sie fest sitzt. Manchmal sind die Schneckengänge der Focussierung aber auch ganz ausgeschlagen, das ist das andere Extrem. Beides ist schlecht. Ist das Angebot günstig, können Sie auf Verdacht "zuschlagen". Verharzte Objektive kann man durch eine geeignete Werkstatt reparieren lassen (säubern und nachfetten), ausgeschlagene Schneckengänge können oft nicht mehr repariert werden, weil die Ersatzteile fehlen. Die Reparatur kostet bei einer Verharzung um die 100 Euro und rentiert sich bei einem Objektiv, das vom übrigen Zustand sehr gut ist, etwa bei einem seltenen Zeiss..
Wenn Sie so ein manuelles Objektiv bei Ebay (oder bei einer anderen Second Hand Plattform im Internet) kaufen, dann fragen Sie den Anbieter am besten vorher, ob eine Umschaltung auf manuelle Bedienung am Objektiv möglich ist. Oft gibt schon die Bezeichnung darüber Auskunft, z.B. Pentacon Auto 1:2,8/24mm. Wenn Sie noch eigene, alte Objektive besitzen, dann probieren Sie das aus. Der Preis für den Kiron/Walimex Adapter macht Sie ja nicht arm. (Bei anderen Systemen und Hochleistungs-Adaptern muss man da schon überlegen)
Sicher gehen Sie bei einem Neukauf einer alten Brennweite, wenn Sie das Objektiv bei einem Händler selbst begutachten können. Beim Internet-Händler haben Sie ein Rückgaberecht und ein Recht auf Beratung, oft per Telefon. Gut ist der Besuch einer Kamerabörse. Da haben Sie dutzende von Händlern an einem Ort und können vergleichen, auswählen und den Preis aushandeln. Auch Ihr Fotohändler vor Ort hat sicher noch solche alten Schätze und kann Sie beraten.
Details: 3a. Test- und Vergleichsaufnahmen (alles mit Nikon D700). Es geht hier nur um die Tiefenschärfe / das Bouquet und die Abstufung der Halbtonwerte. Für die Auflösung in einer starken Ausschnittsvergrößerung müsste man eine D800/810 heranziehen. Das wäre dann ein eigener Test. Aber auch an einer D 700 zeigen die Bilder eine klare Tendenz (siehe unten).
Beschreibung der äußeren Faktoren: bewölkter Himmel um die Mittagszeit im Januar. Alle Aufnahmen im Freien. Ich habe bewußt keinen blauen Schönwetterhimmel genommen, damit die Halbtonwerte unter schwierigen Aufnahmebedingungen erkennbar sind. Als Farbtabelle können die Farbstifte im Hintergrund dienen. Alle Aufnahmen wurden vom Stativ, und unter den gleichen Bedingungen gemacht. Einstellung an der Kamera: 200 ISO, "Active D-Lighting" (zum Aufhellen der Schattenpartien) und "natürliche Farben". Die Entfernungseinstellung wurde variiert, entsprechend der Anfangsentfernung des Objektivs. Der verstaubte Teddy ist vielleicht nicht das schönste Objekt, aber die Haare erlauben eine gute Überprüfung der Schärfe. Außerdem hält der Teddy bei Vergleichsaufnahmen schön still. Die Farbgebung des einzelnen Objektivs wird in einem anderen Kapitel behandelt.
Details: 3b. Blitzen mit Adapter: Wenn die Brennweite und die Anfangsblende im Menü eingegeben sind und wenn das Objektiv ausgewählt wurde, geht das Blitzen auch bei Fremdobjetiven völlig problemlos, egal bei weilcher Blende !!! Die Zeit wird dann automatisch gewählt. Das ist ein deutlicher Vorteil bei der Verwendung des Kiron/Walimex-Adapters in Verbindung mit M42 Objektiven. Bei dieser testreihe wurde auf Blitz allerdings ganz verzichtet !!
Test- und Vergleichsaufnahmen
Objektiv Nikon AF 1:28-120mm, Objektabstand:, 34cm, eingestellte Brennweite 50mm, Blende 4 im Bild links (größe zur Verfügung stehende Blende), Blende 16 im Bild rechts
 
Objektiv Nikon AIS 1:1,4/50mm, Objektabstand: 40cm, Blende 2,8 im Bild links, Blende 16 im Bild rechts.
Der direkte Vergleich zwischen den beiden Nikon-Objektiven zeigt, dass das 28-120mm Zoom erstaunlich scharf zeichnet. Die Farben sind kräftiger beim Zoom, das Bouquet ist bei der Festbrennweite im Bereich 2,8 deutlich größer und schöner. Dadurch hebt sich das Objekt deutlich besser vom Hintergrund ab. Insgesamt wirkt das Bild beim ais etwas "matschiger" und "grauer". Kann man aber im Fotoshop gut nachschärfen. Auch die Farbtonwerte kann man brillianter machen, wenn man will..
Objektiv Zeiss Tessar T 1:2,8/50mm, Objektabstand:40cm, Blende 2,8 im Bild links, Blende 16 im Bild rechts.
Das Zeiss Tessar zeichnet deutlich schärfer als die beiden Nikons, die Farben sind kräftiger, das Bouquet ist vergleichbar den Aufnahmen beim ais, allerdings ist beim Tessar bei Blende 16 die Schärfe im Hintergrund besser als bei Nikon.
Pentacon Auto 1:1,8/50mm, Objektabstand: 40cm, Blende 2,8 im Bild links, Blende 16 im Bild rechts.
Das Pentacon verfälscht die Farben bei Blende 2,8. Bei Blende 16 entspricht das Bild ungefähr dem Zeiss Tessar T. Die Schärfe ist sehr gut (gemessen an der Schnauze)
Objektiv Rubimat 1:2,8/35mm, Objektabstand: 47cm (näher kommt man nicht ran), Blende 2,8 im Bild links, Blende 16 im Bild rechts. Das Rubimat 35mm ist etwas unschärfer, das Bouquet ist geringer. Das hat allerdings mit der Entfernungseinstellung zu tun. Eingestellt ist die kürzeste Objektentfernung, und die ist deutlich schlechter, als etwa beim Zeiss Tessar T: Ein Minuspunkt für das Rubimat.
Objektiv: Isco Göttingen, Berolina 1:2,8/135mm, Objektabstand: 180cm, Blende 2,8 im Bild links, Blende 16 im Bild rechts. Das Isco Göttingen schlägt sich gut. Bei Blende 2,8 ist die Farbe kräftiger als bei Blende 16. Es zeigt sich, dass beim 135mm Objektiv das Bouquet bei Blende 2,8 gegenüber einer 50mm Linse deutlich zugenommen hat. Bei Blende 16 wirkt das Objekt hingegen etwas mau.
Objektiv:Pentacon auto, 1:2,8/135mm, Objektabstand: 180cm, Blende 2,8 im Bild links, Blende 16 im Bild rechts.
Das Pentacon auto 135mm schlägt sich gut, sowohl was die Schärfe, die Farbwerte und das Bouquet angeht.
  
Zum Vergleich 2 Objektive ohne Abschaltung der Springblende
a) Objektiv Zeiss Tessar 1956 (Aluversion) 1:2,8/50mm, Objektabstand: 40cm, Blende 2,8 im Bild links, und
b) Objektiv Meyer Görlitz Domiplan (Zebraversion) 1:2,8/50mm, Objektabstand: 67cm, Blende 2,8, im Bild rechts.
Die beiden Standardbrennweiten von Zeiss und Meyer-Görlitz schlagen sich sehr gut, allerdings wirkt das Zeiss etwas schärfer. Das Bouquet ist beim Zeiss abstandsbedingt viel schöner und kommt dem 135m Objektiv erstaunlich nah. Das Meyer liegt mit der kürzesten Entfernung von 67 cm im Bouquet von allen 50mm-Brennweiten deutlich hinten (Minuspunkt), allerdings sind die Farben etwas kräftiger als beim Zeiss Tessar..
Detailausschnitte: Nikon ais 1,2/50mm links und Zeiss Tessar T 1:2,8/50mm rechts, beide im selben Abstand und mit Blende 2,8 aufgenommen. Die Schärfe ist vergleichbar, aber der Schärfepunkt liegt geringfügig auseinander. Im Bild links auf der Schnauze, im Bild rechts auf den Haaren unter dem Auge. Natürlich lassen sich die Aufnahmen in der Belichtung etwas heller einstellen, oder mit Fotoshop noch brillianter nacharbeiten.
Fazit:
Mit dem Kipon-Walimex Adapter erhalten Sie ein scharfes Bild, auch im Randbereich. Sie können etwa ein Schneider-Kreuznach bedenkenlos an eine D810 odr eine D 4s anschließen. Der Handbetrieb ist Gewöhnungssache. Sie sollten allerdings den Schlüssel nicht verlieren !!! Ein ständiger Wechsel von Nikon-Objektiven auf M42-Adapter macht wenig Sinn, weil das viel zu viel Aufwand ist.
Alle hier getesteten Objektive zeigen sich von ihrer positivsten Seite, allerdings gibt es in Farbwerten und Schärfe leichte Unterschiede, die man erst bei extremen Vergrößerungen feststellt. Besonders bei Blende 16 lassen sich Unterschiede in der Schärfe feststellen. Worauf es bei diesem Test ankam, sind Bouquet und Schärfentiefe. Es zeigt sich, dass alle Festbrennweiten ein deutlich schöneres Bouquet haben als das Nikon Zoom. Genau für Aufnahmen mit Bouquet sind diese Festbrennweiten gedacht. Fährt man die Anfangsblende noch weiter auf, dann läßt sich das Bouquet noch einmal deutlich vergrößern. Was auffällt, ist, dass alle ausgewählten Fremdobjektive den Vergleich mit Nikon nicht scheuen müssen. Sie liegen in vielen Punkten vorn. Etwa in der Produktfotografie lassen sich die analogen Objektive hervorragend einsetzen (Schärfe und Auflösung).
Man kann den Kipon / Walimex - Adapter bedenkenlos empfehlen. Das kommt einmal durch die verwendete Linse (Glaswahl, Schliff, Krümmung, Fertigungstoleranz), und zum zweiten durch den fest sitzenden Adapter am Body, so dass nur ein Minimum an Abweichungen vom Auflagemaß entsteht. Der Adapter ist natürlich auch im Bereich unendlich scharf (hier nicht in den Vergleichsaufnahmen enthalten).
Die Fremdobjektive schlagen sich hervorragend, sind aber teilweise in der Bedienung etwas umständlich. Weil es aufwendig ist, den Adapter jedes Mal auf- und abzuschrauben, wenn man von Nikon auf Fremdobjektiv wechselt, bietet sich als Lösung an, eine Zweitkamera einzusetzen, mit ständig angebautem Adapter, nur für Fremdobjektive. Erfahrene Amateur- und Profi-fotografen machen das schon lange.
Lohnt sich ein Neukauf? Für ein hervorragend erhaltenes altes Zeiss oder Meyer-Görlitz zahlen Sie problemlos 60, 100 oder 250 Euro. je nach Seltenheitsgrad, größter Anfangs-Blende und Zustand. In EInzelfällen auch mehr, oder weniger. In der Regel ist es in den Bildergebnissen ähnlich gut, wie ein Nikon ai / ais Objektiv, wenn nicht sogar besser. Sie sehen das besonders gut an Aufnahmen, die Sie mit einer High-End-Kamera machen, also besonders an D750 (24 Mio Pixel) / D810 / D810 (36 Mio Pixel) / D3x/ D4/ und D4s. Die hier gewählte D700 ist zum Vergleich ein Allrounder, der mit seinen 12 Mio Pixeln gute Ergebnisse erzielt, aber in der Auflösung mit einer D750 oder einer D810 nicht mitkommt. Sie können den Kiron/Walimex-Adapter sehr gut einsetzen. Novoflex oder Baveyes bieten z.Zt. leider keine Adapter für M42 auf Nikon-F an (Stand Januar 2015). Bei anderen Kameratypen liegen diese Adapter von Novoflex/Baveyes in der Qualität und Bedienung deutlich vorn, etwa an der Fuji XT 1 oder der Fuji EX 2, die von ihrer legendären Schärfe besonders hohe Ansprüche an einen Adapter und an ein geeignetes Objektiv stellen.
Die Bildqualität bei einem 40 Jahre alten Objektiv ist sehr gut, reicht aber sicher nicht an ein modernes Zeiss, Voigtländer, Meyer-Görlitz oder Schneider-Kreuznach heran. Ein neues (modernes) Zeiss oder Schneider-Kreuznach mit Nikon Bajonet (AF) kostet zum Vergleich allerdings ab 2000 Euro, ein Gebrauchtes mit Nikon-Anschluss mindestens ab 1000 Euro, ein neues Voigtländer oder Meyer-Görlitz AF bekommen Sie zwischen 500 und 1000 Euro. Das liegt für viele Fotografen oberhalb der Schmerzgrenze. Da ist die Verwendung eines alten M42 Objektivs geradezu ein Schnäppchen. Mit den Nikon Objektiven können viele der alten M42 Linsen gut mithalten, und übertreffen sie in vielen Fällen, wie die Testbilder zeigen.
Persönlicher Erfahrungswert: Ich persönlich liebe die alten ai / ais Objektive, weil sie (bei gutem Erhaltungszustand) viel Wert für einen vergleichsweise günstigen Preis bieten und im Modus P bequem zu benutzen sind, fast wie ein AF Objektiv, wenn auch mit Blendenvorwahl und manueller Schärfeneinstellung (Focus). An der Nikon D700 sind diese Linsen hervorragend, besonders, was das Bouquet anbelangt. Der Test hat gezeigt, was die alten Linsen von Zeiss, Meyer Görlitz usw. so drauf haben, im Vergleich mit Nikon. Diese alten Linsen sind aus Metall gearbeitet, sehr robust, und liegen sehr gut in der Hand.
Nachtrag: Die hier vorgestellten Objektive habe ich bei Ebay ersteigert, Sie gehören zu meiner Objektiv- und Kamera-sammlung. Nach einigen schmerzlichen Erfahrungen würde ich solche Linsen heute allerdings nicht mehr wahllos ersteigern, wenn es nicht nur in der Vitrine liegen soll, sondern weiter verwendet wird. Ich halte eine direkte Begutachtung des einzelnen Objektivs auf einer Kamerabörse für den besten Weg, um an ein sauberes und technisch einwandfreies M42 Objektiv zu gelangen.
Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Kamerasysteme
Da die hier getesteten Objektive an der Nikon D700 aus Systemen mit einem großen Auflagemaß stammen (Zeiss/Pentacon), können sie auch bedenkenlos an Canon, Pentax, Olympus, Sony, usw. angeschlossen werden. Nicht alles ist 1:1 übertragbar, jedenfalls nicht die Farbgebung (siehe hierzu Kapitel 2.3).
Schärfe und Bouquet lassen sich aber gut übertragen. Das ist bei einer Sony alpha oder einer Pentax K5 II s genauso, wie bei der oben beschrieben Nikon D 700. Grundsätzlich gilt: 1. Festbrennweiten liefern ein deutlich besseres Bouquet als Zooms, und 2. Festbrennweiten liefern eine höhere Auflösung, eine größere Schärfe und Brillianz. Was eine Nikon D700, eine Sony Alpha 99 oder eine Pentax K5 II s noch gut verkraftet, kann bei einer Nikon D 810 mit 36 Mio Pixeln, einer Sony Alpha 7R (E-Mount) mit 36,4 Mio Pixeln, oder einer Canon 1DX schon Schrott sein. Probieren Sie es aus.
Die Themen auf den einzelnen Fotoseiten:
  Seite 1 - Das Auflagemaß
  Seite 2 - Test: Der Kipon Adapter M42 auf Nikon in Verwendung mit M42 Objektiven (Zeiss / Meyer-Görlitz / Pentacon)
  Seite 3 - Die Wahl des Objektivs. Zoom oder Festbrennweite
  Seite 4 - Test: Die Fujifilm X30
  Seite 5 - Neueste Nachrichten aus der Welt der digitalen Fotografie (wird ständig aktualisiert)
  Seite 6 - Reisefotografie
  Seite 7 - Nikon D300 versus Nikon D700
  Seite 8 - Nikon D500 und Nikon D5 (Januar 2016)
  Seite 9 - Test: Nikon D700 versus Nikon D750
  Seite 10 - Nikon D500

  Seite 11 - Test: Nikon D750 Teil 2
  Seite 12 - Ausflug zur Fuji XE - 2 ( lohnt sich ein Wechsel von Nikon zu Fuji? )
  Seite 13 - Nikon Objektive mit Novoflex.Adapter an Fuji XE - 2
  Seite 14 - Fuji X mit M 42 Adapter und Objektiven von Zeiss-Jena / Mayer-Görlitz und Pentacon
  Seite 15 A- Fuji XT 1 und XT 2 ( Teil 1 )
  Seite 15 B- Fuji XT 1 ( Teil 2 )
  Seite 16 - Fuji X mit Canon-FD - Fuji Adapter und Canon FD Festbrennweiten und Zooms.
Textautor: (c) Hans-Peter Vogt
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