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Stand: 18.1. 2015
Fototechnik (2.1.)    Das Auflagemaß & Adapter für Objektive
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Kleine Fotokunde / Kapitel Fototechnik  -  2.1. Das Auflagemaß

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2.1  -  Das Auflagemaß & Adapter für Fremdobjektive
Bei Kameras mit Wechselopjektiven sprechen wir von dem sogenannten Auflagemaß. Das ist die Entfernung zwischen der Anschlussebene des Objektivs und der Filmebene, bzw. dem Sensor.

Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um eine herkömmliche analoge Kamera handelt, oder um eine moderne Digitalkamera. Es ist auch egal, ob es sich bei der letzteren Gruppe um eine Kompakt-kamera (z.B. Olympus Pen), um eine Spiegellose (z.B. Alpha 77) oder um eine Spiegelreflexkamera handelt (z.B. Canon EOS 7D). Entscheidend ist stets das Maß zwischen Anschlussebene des Objektivs und dem Sensor, und das ist in den einzelnen Fällen sehr unterschiedlich. So haben etwa 6x6 Mittelformatkameras (Beispiel Hasselblad), Leica, Zeiss oder Nikon ein größeres Auflagemaß als etwa Canon oder Pentax. Wozu müssen wir das wissen?
Sie können z.B. Nikon Objektive mit einem Adapter an eine Canon EOS anschließen, aber nicht umgekehrt. Die Differenz zwischen den beiden Auflagemaßen ist in diesem Fall zu groß, und kann auch durch eine zusätzliche Korrekturlinse nicht ausgeglichen werden.

Analoge Messucherkameras
Modell Bajonett Auflagemaß
Contax Contax-Bajonett 34,85 mm
Nikon S-Bajonett 34,85
Leica M39-Schraubgewinde

28,80

Modell Bajonett Auflagemaß
Contax G-Bajonett 28,80 mm
Konica, Hexar KM(RF)-Bajonett 28,00
Leica, Zeiss, Minolta M-Bajonett

27,80

Analoge Kleinbild-Spiegelreflexkameras (SLR)
Modell Bajonett Auflagemaß
Contax N-Bajonett 48,00 mm
Leica R-Bajonett 47,00
Nikon F-Bajonett 46,50
Olympus OM-Bajonett 46,00
Contarex Contarex-Bajonett 46,00
Yashica MA-Bajonett 45,80
Contax/Yashica C/Y-Bajonett 45,50
Practica,Pentacon,
Pentax...
M42 Schraubgewinde 45,46
Pentax, Ricoh, Samsung K-Bajonett 45,46
Modell Bajonett Auflagemaß
Exacta Exacta-Bajonett 44,70 mm
Minolta, Sony A-Bajjonett 44,50
Praktica B-Bajonett 44,40
Canon EF-Bajonett 44,00
Sigma SA-Bajonett 44,00
Minolta SR(MD)-Bajonett 43,50
Fujica X-Bajonett 43,50
Canon FD-Bajonett 42,00
Konica F-Bajonett 40,50
Konica AR-Bajonett 40,50
Olympus Pen-F-Bajonett 28,95
Digitale Spiegelreflexcameras (SLR)
Modell Bajonett Auflagemaß
Nikon, Fuji, Kodak F-Bajonett 46,50 mm
Pentax, Samsung K-Bajonett 45,50
Sony, Minolta Alpha(A)-Bajonett 44,50
Modell Bajonett Auflagemaß
Canon EF-Bajonett 44,00 mm
Sigma SA-Bajonett 44,00
Olympus, Panasonic E-Bajjonett (Four-Thirds) 38,85
Digitale spiegellose Systemkameras
Modell Bajonett Auflagemaß
Samsung NX-Bajonett 25,50 mm
Olympus, Panasonic micro-Four-Thirds-Bajonett 20,00
Sony E-Bajonett 18,00
Modell Bajonett Auflagemaß
Fujifilm X-Bajonett 17,70 mm
Nikon CX-Bajonett 17,00
Pentax Q-Bajonett 9,20
Bei Kameras mit Wechseloptiken entscheidet man sich grundsätzlich für ein System, also etwa System Nikon, Pentax, Canon, Sony oder Olympus...d.h., man trifft die Entscheidung für ein System aus Body und Objektiven.
Selbst innerhalb eines Systems kann es zu Inkompatibiläten kommen, etwa zwischen Sony E-Mount, Sony A-Mount oder Sony-E-Mount. In solchen Fällen gibt es im besten Fall Adapter, um die Objektive an einem anderen Body / System weiterzuverwenden. Allerdings lassen sich die alten Minolta Objektive an Sony anschließen (schließlich hat Sony Minolta übernommen und die Kameras der Minolta Baureihe weiterentwickelt).
Nikon hat das bei seinen SLR-Kameras geschickt gelöst. Dort passen alle Objektive der AI oder AIS Reihe ab etwa 1967 an die digitalen Kameras dran, ohne einen Adapter zu verwenden. Im Bereich der professionellen und semiprofessionellen Kameras gelingt das hervorragend (etwa bei Nikon D7100 oder D700), weil Sie die Möglichkeit haben, das Objektiv mit Brennweite und größter Blendenöffnung im Menü zu speichern. Die Kamera erkennt das und geht damit fast genauso um, wie bei einem elektronischen AF-Objektiv. Sie müssen Blende und Focus zwar mit der Hand einstellen, sehen aber den Blendenwert im Display angezeigt, und können sogar im Modus P fotografieren. Nikon DF und Nikon D4 können sogar die Objektive der non-ai-Baureihen lesen.
Bei Pentax und Samsung lassen sich alte Pentax-Objektive anschließen, und mit einem Adapter auch M42 Objektive..
Canon hat einen andern Weg gewählt. Die alten FD Objektive lassen sich nur mit einem Adapter an eine moderne EOS anschließen, und das ist bisher nicht das Gelbe vom Ei, weil EOS eine elektronische Erkennung voraussetzt, und weil FD-Objektive an einer EOS Digital nicht 100-prozentig scharf zeichnen. Sie sehen diese leichte Unschärfe besonders in Ausschnittsvergrößerungen, und das hängt nun wieder vom Auflagemaß ab: die Canon FD hat 42mm, die Canon EOS / mit EF Bajonett hat aber 44mm. Diese Differenz kann auch mit Korrekturlinse nur mühsam überwunden werden. Bisher weigert sich Canon vehement, entweder einen geeigneten Adapter oder eine neue Kamera herauszubringen, welche die FD Objektive vom Auflagemaß her problemlos verwenden kann (der Canon Adapter ist nicht wirklich hilfreich, es gibt bessere, die eine Zusatzlinse verwenden). Dafür passen die alten Canon FD Objektive wiederum (mit Adapter) hervorragend an Pentax und Panasonic. Auch hier gilt: M42 Objektive passen mit einem Adapter an Canon EOS
Nun haben viele Fotografen (egal ob Profi oder Amateur) zuhause eine ganze Reihe von "alten" Objektiven liegen, die dort im besten Fall verstauben. Diese Objektive passen mit einem Adapter auch an eine moderne digitale Kamera. Allerdings gibt es in diesen Fällen keinen elektronischen Datenaustausch zwischen elektronischem Body und analogem Objektiv. Sie müssen Blende, Focus und Zeit im Modus M (manuell) per Hand einstellen. Nur die ISO können Sie auf Automatik stehen lassen.
Gute neue Objektive sind teuer, und ich rede dabei nicht von Consumerobjektiven der Massenproduktion, sondern über Hochleistungsobjektive, etwa der Canon L-Reihe oder der Nikon, Sony, Zeiss oder Schneider-Kreuznach Festbrennweiten. Die Anforderungen an eine Vollformatkamera und an Vollformatobjektive sind derart gestiegen, dass man dort schon entsprechende Objektive einsetzen muß. Etwa die Nikon 800/810 hat 36 Millionen Pixel. Schon ein mittelmäßiges Objektiv ist dort nicht mehr verwendbar. Hochleistungsobjektive gehen ins Geld. Allerdings sind alte analoge Objektive oftmals ganz hervorragend. Warum also sollte man sie nicht weiterbenutzen, auch an einer Hochleistungskamera.
Voraussetzung ist zum einen das Auflagemaß, zum andern die Qualität des Objektivs und zum dritten die Qualität des Converters. Ich habe schon über Nikon ai und ais Objektive gesprochen. So kann man alte analoge Nikon-Objektive der Serien ai / ais auch problemlos an Olympus, Pentax, Sony, Panasonic, Sigma oder Fuji anschließen. Das Auflagemaß erlaubt das. Warum sollte man aber nicht ein altes Zeiss-, Pentacon-, Meyer-Görlitz-, Schneider-Kreuznach-Objektiv, Isco-Göttingen (alles mit M42 Gewinde) oder ein Hasselblad aus den 50er-80er Jahren weiterverwenden, bei denen das Auflagemaß sogar noch höher ist ??? Das geht mit einem geeigneten Adapter. Es gibt unterschiedliche Adapter von Nikon auf Pentax, von M42 auf Sony A-Mount, auf Pentax, Olympus, usw. Für jedes System gibt es einen andern Adapter.
Grundsätzlich wirken solche Adapter wie ein Abstandshalter zwischen Objektiv und Kamera. Der Adapter gleicht auch das Auflagemaß aus und korrigiert es. Adapter ohne eine zusätzliche Korrekturlinse sind allerdings nicht nur im Unendlich-Bereich unscharf. Entscheidend für die Qualität des Adapters ist die Genauigkeit der Fertigung. Man geht von Toleranzen im Bereich von 1/200 Milimeter aus. Ob das mit einem Chinakracher für 10 Euro gelingt, muss bezweifelt werden. Gute Adapter, etwa von Kipon / Walimex gibts ab ca. 40 Euro und die gehen bis ca. 150 € hinauf. Spitzenadapter etwa von Fuji, Novoflex oder von Baveyes kosten zwischen 140 und mehreren hundert Euro. Entscheidend ist hierbei die Auswahl des Glases und der Schliff der Linse.

Im Bild links: sehr genau gearbeiteter Kipon Converter M42 auf Nikon F-Mount für manuelle Bedienung von M42-Fremdobjektiven an Nikon

Fotografieren geht mit Fremdobjektiven genausogut, wie mit analogen Systemobjektiven. Mehr dazu im Kapitel 2.2 

Grundsätzlich gilt: Kameras im APSC - Consumer - Bereich können einen preiswerten Adapter für etwa 20 Euro verkraften, ohne einen großen Verlust an Bildqualität und Schärfe, weil es da meist nur darauf ankommt, Geld zu sparen. Da nimmt man leichte Qualitätsverluste in Kauf. Bei höheren Ansprüchen, also etwa bei einer EOS 7D, oder einer Nikon 7100, und vor allem im Bereich Vollformat sollte man einen High End Adapter verwenden oder mindestens einen Adapter der mittleren Preiskategorie wählen, wie beispielsweise den Kipon/Walimex Adapter. Bedenken Sie: Was eine Allroundkamera wie die Nikon 700 an Adapter oder an (Fremd-) Objektiven noch gut verkraftet, kann bei einer Nikon 810  schon Schrott sein. Versichern Sie sich auf jeden Fall vor dem Kauf eines Adapters, ob der Adapter für Vollformat geeignet ist. Je höher die Pixelzahl, desto höher sind die Ansprüche an einen High-End-Adapter und an das Objektiv.
Die Themen auf den einzelnen Fotoseiten:
  Seite 1 - Das Auflagemaß
  Seite 2 - Test: Der Kipon Adapter M42 auf Nikon in Verwendung mit M42 Objektiven (Zeiss / Meyer-Görlitz / Pentacon)
  Seite 3 - Die Wahl des Objektivs. Zoom oder Festbrennweite
  Seite 4 - Test: Die Fujifilm X30
  Seite 5 - Neueste Nachrichten aus der Welt der digitalen Fotografie (wird ständig aktualisiert)
  Seite 6 - Reisefotografie
  Seite 7 - Nikon D300 versus Nikon D700
  Seite 8 - Nikon D500 und Nikon D5 (Januar 2016)
  Seite 9 - Test: Nikon D700 versus Nikon D750
  Seite 10 - Nikon D500

  Seite 11 - Test: Nikon D750 Teil 2
  Seite 12 - Ausflug zur Fuji XE - 2 ( lohnt sich ein Wechsel von Nikon zu Fuji? )
  Seite 13 - Nikon Objektive mit Novoflex.Adapter an Fuji XE - 2
  Seite 14 - Fuji X mit M 42 Adapter und Objektiven von Zeiss-Jena / Mayer-Görlitz und Pentacon
  Seite 15 A- Fuji XT 1 und XT 2 ( Teil 1 )
  Seite 15 B- Fuji XT 1 ( Teil 2 )
  Seite 16 - Fuji X mit Canon-FD - Fuji Adapter und Canon FD Festbrennweiten und Zooms.
Textautor: (c) Hans-Peter Vogt
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