Fototechnik (2.14)   Der M42-Adapter an der Fuji X mit Zeiss, Mayer-Görlitz und Pentacon-Objektiven
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Kleine Fotokunde / Kapitel Fototechnik  -  2.14. Der M 42 Adapter an Fuji X

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Kap. 2.14  -  Ausflug in die Fuji-Welt der spiegellosen Systemkameras (3)
                     Der M 42 - Adapter an Fuji X
mit alten Zeiss-Jena / Pentacon und Mayer-Görlitz Objektiven
Text
Version 1
Stand: 22.9.2017

Der Bereich wird succesive ausgebaut und erweitert

Vorab: Der M 42 Adapter ermöglicht den Anschluss von alten Objektive mit M 42 Gewinde an Fuji. Dazu gehören in erster Linie Zeiss-Jena, Pentacon und Mayer-Görlitz., Diese Objektive stehen fast alle in einem Ruf, hervorragend zu sein. Eins muss man allerdings wissen. Alte DDR-Objektive  haben produktions- und wirtschaftsbedingt Fette, die leichter verharzen, als bei Objektiven aus dem Westen. Sie können aber gereinigt werden. Dafür sind manche Linsen am Markt preiswert zu haben.
Viele Fotografen haben sie auch im Schrank, als Überbleibsel aus alten analogen Tagen. Will man sie an einer modernen digitalen Kamera verwenden, so entscheidet der Adapter über die Qualität der späterern Aufnahme, aber auch die Bauweise und der Erhaltungszustand des Objektivs.
Man kann sie auch zukaufen. Die Preise im Netz varrieren von Jahr zu Jahr, je nach Angebot und Nachfrage. Es geht nicht nur darum, ungenutzte Objektive ohne große Zusatzkosten an der Fuji zu verwenden, es geht auch um das jeweilige Bildergebnis. Manche Linsen haben einen geradezu legendären Ruf. Etwa Zeiss-Jena mit 16 Blendenlamellen.
Hier geht es im Besonderen um das Bildergebnis und die Frage, ob Nikon Objektive die Lücke im Fuji Objektivprogramm schließen können. Hierbei muss man beachten, dass der Croppfaktor von 1,5 die Brennweite jeweils um 50% verlängert. Aber nun mal im einzelnen:

Fuji XE 2 und M-42-Adapter

Der M-42 Adapter mit Pentacon 1:2,8/50mm

Der M-42 Adapter und Pentagon 1:2,8/135. Passt phantastisch zusammen. Sehr gutes Bouquet
Der M 42 - Adapter an der Fuji XE / XT / X-Pro
für Zeiss-Jena, Mayer-Görlitz, Pentacon Objektive & andere

Verwendeter Adapter von K&F Concept.

Die Aufgabenstellung:
Fuji hat den Ruf, sehr scharf abzubilden, und die alten analogen Objektive (Festbrennweiten) von Zeiss-Kena, Mayer-Görlitz und Pentacon haben das auch. Sie bilden ausserdem ein sehr großes Spektrum von Halbtönen ab. Warum also nicht das Gute aus zwei Welten miteinander verbinden, zumal diese Objektive auf dem Gebrauchtmarkt preiswert zu haben sind. Wahlweise über Ebay oder auf Fotobörsen, wo man sie auch in die Hand nehmen und prüfen kann, bevor man sich entscheidet. Sie sind shr kompakt und zugleich verhältnismäßig klein und leicht, verglichen mit Autofokus-Objektiven, aber sie sind stabil gebaut. Neben den o.g. Marken gibt es weitere, die nicht ganz so einen guten Ruf haben, wie Rubimat, Berolina oder Beroflex. Sie sind alle verwendbar.
Die alten manuellen Objektive können also durchaus gegen neue Fuji Festbrennweiten bestehen. Vielleicht sind sie sogar überlegen. Auf jeden Fall muss man sie nicht entsorgen. In Punkto Schärfe sind sie den Zooms auch normalerweise überlegen, und sie gelten als lichtstark, oft mit Blende 2,0, 1,8 oder sogar 1,4
Solche Objektive gibt es in Brennweiten von 28 bis 200mm. Selten auch in 24mm. Sie sind lichtstark. Sie sind nahezu unverwüstlich. Sie haben sehr gutes Glas und sind sauber verarbiet, und ein Regenguss kann ihnen nichts anhaben. Relativ oft gibt es 30, 50 und 135er Linsen. Entscheidend ist die Klarheit des Glases und die Leichtgängigkeit des Schneckengewindes, das die Entfernungseinstellung regelt. Auch das saubere Einrasten der Blenden und der Springblende ist wichtig, auch wenn die Springblende hier unwesentlich ist, denn eine fuinktionierende Springblende sagt aus, dass es keine Verharzung der Blendenlamellen gibt. Dabei gibt es Objektive mit unterschiedlichen Lamellenzahlen. Je höher die Lamellenanzahl ist, desto schöner wird das sog. Bouquet. 8 Lamellen ist "normal", 12 Lamellen ist besser, 16 Lamellen gilt als Optimum und wird am teuersten gehandelt. Alle diese Objektive haben auch einen Blendenring. Mit Fuji XE oder XT (die ja beide für die manuelle Fotografie hervorragend konzipiert sind), macht das richtig Spaß, weil nur die Blende und die Entfernung eingestellt werden müssen. ISO und Verschlusszeit kann man sich automatisch berechnen lassen. Das geht schnell und komfortabel. Natürlich kann man auch die Zeit per Hand einstellen, und bei der XT ist es per Drehrad sehr komfortabel auch Einsfluss auf die ISO zu nehmen.
Der Test soll zeigen, ob solche Objektive nur eine billige Notlösung sind, oder eine echte Alternative. Es gibt ja bekanntlich einige Fotoenthusiasten, die auf die Abbildungsleistung und Schärfe einzelner Objektivreihen schwören.
Allerdings habe ich nur eine begrenzte Auswahl an Objektiven zur Verfügung, Eben das, was ich selbst noch im Schrank habe, und was in meiner Sammlung alter Fotoapparate vorhanden ist.. Dazu gehören ein Rubimat 2,8/35mm (WW-AUTO), ein Pentacon-Auto 1,8/50mm (multi-coating) und ein Berolina 1:2,8/135mm (das ich normalerweise an Nikon mit einem Balgenauszug in der Macrofotografie einsetze). Meine alten Zeiss- und Mayer-Görlitz-Objektive habe ich mittlerweile ausnahmslos verkauft, oder sie haben ein Exakta Bajonett und sind deshalb hier nicht verwendbar). Der Test ist also nicht repräsentativ, gibt aber eine Anfangs-Übersicht. Immerhin habe ich solche Objektive bereits an Nikon (mit dem hochwertigen Kipon-Walimex-Adapter) getestet. Das Ergebnis war durchweg gut >> siehe hier
Natürlich gibt es heute auch moderne Zeiss und Mayer-Görlitz-Objektive mit Fuji-Anschluss. Sie haben einen excellenten Ruf. Aber das ist hier nicht die Aufgabenstellung, das zu überprüfen.
Die Bedienung des M42-Adapters und die Schnelligkeit der Bedienung:
Verwendeter Adapter: K&F Concept M42-Fuji X.  Mit dem Adapter ist es nun möglich, alle Festbrennweiten mit M 42 Gewinde zu adaptieren. Bequemer gehts nicht. Das Objektiv wird einfach eingeschraubt. Zur Info: Empfehlenswert ist der Novoflex-Adapter (rund 90 €)
Blendeneinstellung und Schärferegelung (bis unendlich) gehen bequem und super schnell. Es hilft, wenn man die Zeit und ISO auf Automatik stehen hat. Empfehlenswert ist aber, die Zeit entsprechend dem jeweiligen Objekt vorzugeben. Mit einem solchen Objektiv läßt man sich für das Einzelfoto auch Zeit. Es ist kein Alltagsobjektiv für schnelle AF Aufnahmen. Es geht nur manuell zu bedienen, und man läßt sich die Zeit, die Blende genau so einzustellen, dass das Bouquet genau den eigenen Vorstellungen entspricht. Die Brennweite 50mm entspricht genau den Anforderungen, die man im Portraitbereich gerne anwendet (entspricht 75mm beim Vollformat), daher ist der Einsatzzweck quasi schon vorprogrammiert. Geht natürlich auch für Naturaufnahmen under Kunstfotografie, vor allem, weil die Naheinstellgrenze mit 30cm sehr gering ist, so dass man Nahaufnahmen machen kann.
Schärfe und Bildqualität
Das gilt es mit mehreren Objektiven zu überprüfen (siehe Testfotos)
Die Ergebnisse mit verschiedenen Objektiven:
1. Mit Pentacon1,8/50mm ist das Ergebnis ganz hervorragend. Schärfe, Boquet, Farben, vor allem im Nahbereich, bei Sonne und bei Kunstlicht
2. Mit Pentacon 2,8/135 ist das Ergebnis schwächer. Das wäre nicht unbedingt meine erste Wahl. Hier ohne Bildbeispiele
3. Das Rubimat 1:2,8 / 30mm fällt beim Test durch. Es ist nicht scharf genug, Auch die Auflösung ist nicht befriedigend. Hier ohne Bildbeispiele
Wenn Sie Zeiss-Jena oder Mayer-Görlitz-Objektive besitzen, empfehle ich einen höherwertigen Adapter von Novoflex
Das Gewicht der Gesamteinheit ist mit 650 Gramm (incl. Akku/Adapter/Objektiv/Schultergurt) insgesamt gering. Das Objektiv passt also zur zierlichen XE 1 / 2 genauso gut, wie zur etwas größeren XT
Im Unendlichkeitsbereich kann der K&F Adapter nicht überzeugen. Ich empfehle Ihnen deshalb lieber zu Novoflex zu greifen.
Bildbeispiele
Die ersten 4 Bilder sind alle bei bedecktem Himmel aufgenommen. Die Naheinstellgrenze ist beim Pentacon 1,8/50mm 30 cm.Die Entfernung liegt kaum drüber. Das erlaubt Detailaufnahmen. Deutlich zu sehen sind die weichen Farben und das sog. Bouquet bei Offenblendenmessung (Bilder rechts). Bild 4 läßt erahnen, was man mit dem Bouquet alles machen kann. Die Tiefenschärfe ist extrem niedrig. Dabei bleibt die Schärfe im focussierten Bereich sehr scharf. Das ist kaum zu übertreffen. Dabei verfügt das Pentacon nur über 6 Lamellen. Eine erstaunliche Leistung. Die Schärfe ist mit dem weich laufenden Schärfenring optimal einzustellen. In der Bildmitte gibt es bei diesem Objektiv sogar einen Schnittbildentfernungsmesser. Besser geht es nicht. Bilder 1 und 3 wirken dagegen fast langweilig, zumindest bei diesem Motiv.
1) Bild mit Adapter von K&F Concept mit Pentacon 1,8/50mm, Blende 16 2) Bild mit Adapter von K&F Concept mit Pentacon 1,8/50mm, Blende 1,8
3) Bild mit Adapter von K&F Concept & Pentacon 1,8/50mm an XE 2, Blende 16 4) Bild mit Adapter von K&F Concept & Pentacon 1,8/50mm an XE 2, Blende 1,8
Schärfe bei Unendlichkeit: Auch hierschlägt sich das Pentacon 1:1,8/50mm gut, aber das 135er ist weder im Nahbereich noch in der Unendlichkeit als sehr gut zu bezeichnen. Möglicherweise hängt dies vom verwendeten Adapter ab, aber das kann ich nicht weiter überprüfen.
5) Bild mit Adapter von K&F Concept & Pentacon 1,8/50mm an XE 2, Blende 5,6 6) Bild mit Adapter von K&F Concept & Pentacon 1,8/50mm an XE 2, Blende 5,6
Dasselbe Objektiv mit Adapter von K&F Concept an Fuji XE 2 bei Sonnenschein Blende 5,6, Zeit und ISO auf Automatik.  Man sieht hier deutlich, dass der Adapter sehr gute Ergebnisse bringt, und dass das Pentacon knackscharfe Bilder erzeugt. Das Bouquet bei Bild 6 ist schön. Die Schärfe durfte nicht auf Blende 1,8 stehen, weil der Tiefenschärfenbereich sonst viel zu gering gewesen wäre.

7) Bild mit Adapter von K&F Concept mit Pentacon 1,8/50mm an XT 1, Blende 11 bei Kunstlicht

8) Bild mit Adapter von K&F Concept mit Pentacon 1,8/50mm, Blende 16 an XE 2
bei Tageslicht, Sonne, leichte Wolken, leichter Nieselregen
Mein Fazit:
Das Pentacon 50mm eignet sich hervorragend für Portraits, Sach- und Naturaufnahmen im Nahbereich.
Das Pentacon 135mm würde ich nicht in die erste Wahl ziehen. Auch nicht im Nahbereich (Portrait). Da gibt es bessere Objektive. Am K&F Adapter liegt es in diesem Fall nicht, denn der produziert mit dem Pentacon 50mm sehr scharfe Aufnahmen.

Ganz ehrlich. Auch wenn die hier gezeigten vier Bilder überzeugend sind, so würde ich den Novoflex-Adapter vorziehen, insbesondere dann, wenn es um Zeiss-Jena oder Mayer-Görlitz-Objektive geht. Der kostet im Netz zwischen 80 und 90 €

Die Themen auf den einzelnen Fotoseiten:
  Seite 1 - Das Auflagemaß
  Seite 2 - Test: Der Kipon Adapter M42 auf Nikon in Verwendung mit M42 Objektiven (Zeiss / Meyer-Görlitz / Pentacon)
  Seite 3 - Die Wahl des Objektivs. Zoom oder Festbrennweite
  Seite 4 - Test: Die Fujifilm X30
  Seite 5 - Neueste Nachrichten aus der Welt der digitalen Fotografie (wird ständig aktualisiert)
  Seite 6 - Reisefotografie
  Seite 7 - Nikon D300 versus Nikon D700
  Seite 8 - Nikon D500 und Nikon D5 (Januar 2016)
  Seite 9 - Test: Nikon D700 versus Nikon D750
  Seite 10 - Nikon D500

  Seite 11 - Test: Nikon D750 Teil 2
  Seite 12 - Ausflug zur Fuji XE - 2 ( lohnt sich ein Wechsel von Nikon zu Fuji? )
  Seite 13 - Nikon Objektive mit Novoflex.Adapter an Fuji XE - 2
  Seite 14 - Fuji X mit M 42 Adapter und Objektiven von Zeiss-Jena / Mayer-Görlitz und Pentacon
  Seite 15 A- Fuji XT 1 und XT 2 ( Teil 1 )
  Seite 15 B- Fuji XT 1 ( Teil 2 )
  Seite 16 - Fuji X mit Canon-FD - Fuji Adapter und Canon FD Festbrennweiten und Zooms.

Textautor: (c) Hans-Peter Vogt
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