Fototechnik (2.13)   Der Novoflex-Adapter für Nikon F-Mount an der Fuji X
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Kleine Fotokunde / Kapitel Fototechnik  -  2.13. Nikon F-Mount mit dem Novoflex-Adapter an Fuji X

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Kap. 2.13  -  Ausflug in die Fuji-Welt der Spiegellosen Systemkameras (2)
                     Der Novoflex-Adapter für Nikon F-Mount an der Fuji X

Text
Version 1
Stand: 22.9.2017

Der Bereich wird succesive ausgebaut und erweitert

Vorab: Der Novolex Adapter Nikon - Fuji ermöglicht den Anschluss aller Objektive mit F- und G-Mount an das Fuji X-Bajonett. Die Bildergebnisse sind - mit wenigen Ausnahmen - ganz hevorragend. Natürlich müssen Sie im manuellen Modus arbeiten, aber dafür sind XE, XT und X-Pro ja phantastisch geeignet. Damit können Sie Ihr Spektrum an guten und preiswerten Objektiven gewaltig steigern und sich aus Altbeständen bedienen.
Viele Fotografen haben alte Objektive noch ungenutzt im Schrank liegen, egal ob Nikon, Canon FD, Leica, Zeiss, Pentacon und andere. Will man sie an einer modernen digitalen kamera verwenden, so entscheidet der Adapter über die Qualität der späterern Aufnahme, aber auch die Bauweise und der Erhaltungszustand des Objektivs. Bei vielen Kamerasystemen ist der Einsatz alter Objektive nicht unbedingt empfehlenswert. Ganz anders ist das bei Fuji.
Man kann solche Objektive auch zukaufen. Die Preise im Netz varrieren von Jahr zu Jahr, je nach Angebot und Nachfrage. Es geht nicht nur darum, ungenutzte Objektive ohne große Zusatzkosten an der Fuji zu verwenden, es geht auch um das jeweilige Bildergebnis. Nun haben Non-Ai, AI, AIS, und AF Objektive von Nikon überwiegend einen guten Ruf. Was spricht also dagegen, sie an Fuji zu verwenden, zumal Fuji alle Möglichkeiten mitbringt, analoge Objektive einzusetzen. Wer von Nikon zu Fuji wechselt, kann auch seine AF-S Objektive mitnehmen. Die kann man aber nur mit Offenblende nutzen.
Hier geht es im Besonderen um das Bildergebnis und die Frage, ob Nikon Objektive die Lücke im Fuji Objektivprogramm schließen können. Hierbei muss man beachten, dass der Croppfaktor von 1,5 die Brennweite jeweils um 50% verlängert, und dass der verwendete Adapter bis unendlich scharfstellen sollte. Der Novoflex Adapter tut das. (Die Adapter von Mitbewerbern haben da manchmal ihre Mängel). Aber nun mal im einzelnen:

Der Novoflex-Adapter. Typisch: der blaue Ring.
Hier kann man einstellen, ob man Objektive mit Blendenring, oder wahlweise AF / AF-S Objektive einsetzen will. Die Länge des Tubus erklärt sich aus dem unterschiedlichen Auflagemaß von Nikon und Fuji.

Entscheidend für die Nutzung ist u.a., dass mit dem Novoflex-Adapter die Schärfe bis unendlich sauber eingestellt  werden kann. Dies ist bei Billigadaptern nicht gewährleistet.

Kompakt und handlich. Der EX 2 mit Adapter und Nikon AIS 50 mm - eine phantastische Kombination für Portraits (entspricht 75mm beim Vollformat). Schärfe, Farbgebung und Auflösung sind mit der Fuji hervorragend. Ideal für die Hochzeitsfotografie, auch deswegen, weil die Fuji superleise auslöst.

EX 2 mit Adapter und AIS 24 mm - eine schöne unauf-fällige Kombination für Streetfotografie (entspricht 35mm WW). Leider fehlt der Fuji EX 2 ein Klappdisplay.
Der Novoflex-Adapter Nikon Lens an Fuji X
Die Aufgabenstellung:
Fuji ist mit seiner spiegellosen X-Serie mit Bajonet angetreten als kleine, leichte, leistungsfähige Kamera, die in verschiedenen Bereichen der Fotografie neue Wegmarken und Eckpunkte setzt. Dazu gehört vor  allem die inzwischen legendäre Schärfe, die Auflösung und die Farbgebung. Dazu gehört aber auch, dass dieses System wegen des geringen Gewichts und der kleinen handlichen Bodys besonders reisefreundlich sein will. Wie auf meiner Fuji-Seite beschrieben fehlt bislang ein eigenes leistungsfähiges Reisezoom im Bereich 18-200mm (entspricht 27-300mm beim Vollformat). Die darunter angesiedelte Fuji-Lens 18-135 wird in Testberichten als nicht ausreichend beschrieben.
Ein fehlendes Universalzoom ist ein nicht zu vernachlässigender Nachteil bei der Wahl eines Systems, das möglichst allen Anforderungen gerecht werden soll. Nun ist Fuji erst seit wenigen Jahren in den Kameramarkt der Premium-Kameras erfolgreich geworden. Es ist zu erwarten, dass da noch einige Objektive nachgereicht werden. Bis dahin ist eine Lücke zu füllen, und vielleicht ist das mittels des Novoflex Adapters möglich, der Nikon Objektive der F-Mount-Serien an die Fuji adaptiert.
Der Novoflex-Adapter liegt preislich zwischen 150 und 200 Euro, was nicht gerade billig ist. Auch aus Fernost gibt es Varianten, ab 20 €, aber die lasse ich mal links liegen. Qualität hat eben auch ihren Preis, und qualitativ hochwertig kommt der Novoflex-Adapter daher. Er sitzt satt. Da wackelt nichts, da klemmt nichts. Man kann umschalten zwischen Objektiven mit Blendenring und AF / AF-S-Objektiven. Beides ist einsetzbar. Nur der Knopf zum Lösen der Nikon Objektive ist etwas ungünstig platziert. Man verbiegt sich etwas den Finger, aber es geht, und man gewöhnt sich schnell daran. Die Nikon-Objektive wiederum sind für ihre hohe Qualität bekannt. Das könnte also passen.Auch das Auflagemaß sttimmt.
Nun gibt es vor allem zwei Anbieter, die interessant sind. Da ist einmal Nikon selbst mit seinem AF-S 18-200mm-Objektiv, und da ist Sigma, mit gleich zwei Objektiven, dem etwas älteren 18-200mm DG OS und dem neueren 18-200 Contemporary. Andere Hersteller werte ich hier bewußt genauso wenig, wie Brennweiten von 18-250 oder 18-270mm, die sich bisher in Tests als weniger leistungsfähig erwiesen haben (Schärfe insgesamt, Randschärfe, Farbsäume usw). Welches ist der beste Allrounder?
Ist das geeignete Allround Objektiv einmal gefunden - und ist die Schärfe der F-Mount Objektive an Fuji überzeugend, dann kann man die beiden Fuji- Objektive 18-55 und 50-200mm auf der Reise getrost vernachlässigen - so ist der Plan. Ein Objektiv für jeden Einsatzzweck plus ein dazugehöriges Ultraweitwinkel. Mehr ist auf der Reise nicht nötig. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wer Tier- oder Sportfotografie betreibt, braucht extreme Linsen. Die gibts von Fuji und auch von Anbietern für das F-Mount-System von Nikon. Auch das sollte im Idealfall alles passen. Von der Schärfe und von der Auflösung und der Farbgebung. Allenfalls für schöne scharfe Filmaufnahmen sind die beiden Objektive 18-55 und 50-230 dann (fast) unerlässlich, aber das kann man auch mit Festbrennweiten machen (z.B. AI / AIS), wenn denn die Bildaualität zu erzielen ist.
Die Bedienung des Novoflex-Adapters:
Den blauen Wählring für die Verwendung von Objektiven mit Blendenring (z.B. AIS) auf Offenblende stellen. Für AF-S Objektive ohne Blendenring auf geschlossene Blende stellen. So können Sie wahlweise non-Ai, AI, AIS, AF, AF-S Objektive mit und ohne Blendenring verwenden. Das macht die Fuji wirklich variabel. Natürlich müssen Sie die Kamera auf manuell stellen. Die Auslösezeit kann auf Automatik stehen, wahlweise können Sie Zeiten einstellen. Bei Objektiven mit Blendenring (z.B. AIS) können Sie die Blende am Objektiv verstellen. Bei AF-S Objektiven geht das nicht. Hier können - und müssen Sie das Wählrad der Unter- und Überbelichtung von -3 bis +3 stellen und bekommen die jeweilige korrekte Belichtung direkt in den Sucher, bzw. auf das Display. SEHR GUT. Ähnlich wie eine Blendenverstellung.
Mit dem Adapter ist es nun möglich, alle Festbrennweiten des Nikon-Systems (auch von Sigma und anderen Drittanbietern) genauso zu verwenden, wie Autofokus Objektive mit Nikon F-Mount, und natürlich auch die 18-200mm DX Linse.
Zum Vergleich: Ich habe mir zum austesten einen Nikon G-Fuji K& F Concept Adapter besorgt. Der ist zunächst baugleich mit dem Novoflex-Adapter. Er kann auch AF / AF-S Objektive bedienen, Der Schalter zum Lösen der Objektive ist sogar besser gemacht als beim Novoflex Adapter, aber nach Testaufnahmen bin ich nicht ganz zufrieden mit der Schärfe im Unendlichkeitsbereich. Das kann der Novoflex-Adapter eindeutig besser.
Die Schnelligkeit der Bedienung:
Beim Fotografieren kommt es immer wieder darauf an, das Objekt schnell einzufangen. Ein schneller Autofocus ist da sehr von Vorteil, wenn er denn auch schnell genug focussiert.  Mit dem Novoflex-Adapter geht das mit manueller Einstellung von Blende und Schärfe mit etwas Übung auch schnell, vorausgesetzt, man lernt es, mit der Hand sehr schnell scharfzustellen. Das ist manchmal Objektivabhängig. Mit Übung geht das genauso schnell wie mit AF und vor allem punktgenauer. Allerdings: nicht jedes Objektiv läßt sich fein und schnell genug mit der Hand scharf stellen. Die Zeit und ISO können an Fuji automatisch ermittelt werden (Einstellung auf "A" (Automatik). Es gibt also keinen Grund, sich über die mangelnde Schnelligkeit der manuellen Bedienung zu beschweren.
Schärfe und Bildqualität

Die Schärfe hängt vom jeweiligen Objektiv und der Feinabstimmung ab, die der Adapter zu leisten hat. Es zeigt sich in Verbindung mit dem Novoflex_Adapter schon nach wenigen Testaufnahmen, dass die Nikon-Festbrennweiten unbedenklich sind . Sie ergeben ein scharfes Bild, das nicht weniger scharf ist, als das der Fuji-Objektive. Das gilt auch für Detailvergrößerungen. Wenn Sie mit Nikon AF-S Objektiven fotografieren, dann nehmen Sie aber immer mit Offenblende auf, was den Tiefenschärfenbereich sehr klein hält. Sie erhalten das typische Bouquet, das manche Fotografen so lieben. Der Schärfepunkt muss aber genau eingestellt sein.. An Objektiven mit Blendeneinstellung können Sie die Tiefenschärfe direkt über die ganze Bandbreite beeinflussen. Das sind die Non-Ai, die AI und die AIS Objektive, aber auch einige AF Linsen der älteren Serien (bevorzugt aus den 90er Jahren, wie das AF 28-105mm).

Bei dem Novoflex-Adapter können Sie bis Unendlich relativ scharf stellem. Das ist nicht bei allen Adaptern so. Schon im Sucher können Sie sehen, wann die Schärfe knackscharf sein soll. Das Ergebnis sehen Sie aber erst in der Bildkontrolle. Im direkten Vergleich zwischen dem Novoflex-Adapter und dem Adapter von K&F Concept zeigen sich deutliche Schärfe-Unterschiede. Sowohl im Unendlichkeitsbereich, wie auch in allen anderen Entfernungen. Zwar ist der K&F Adapter gut zu benutzen, aber brillant ist er nicht. Da die Nikon-Objektive als gut gelten, würde ich denn auch den Novoflex Adapter empfehlen. Man kauft sich einen solchen Adapter nur 1x, kann aber mit dem Novoflex die Schärfe der Nikon-Objektive viel besser umsetzen. Die Farben sind bei beiden Adaptern warm, weich und sehr detailliert (großes Farbspektrum). Jedenfalls viel mehr, als bei den Fuji-Objektiven XF 18-55 und XC 50-230, die m.E. etwas kalt abbilden, und am besten genutzt werden, wenn Komplementärfarben dem Sensor starke Farbunterschiede bieten.
Die Ergebnisse mit verschiedenen Objektiven:
1. Mit allen Nikon-Festbrennweiten gibt es gar keine Schärfeprobleme, egal ob 20mm, 35/50/85/130/200 und auch das 80-200 Zoom (AIS) ist äußerst scharf.Alle diese 
   Objektive haben einen Blendenring, so dass die Blende bei manueller Bedienung in vollem Umfang zu nutzen ist. Das wirkt sich auf die Tiefenschärfe aus.
2. Bei dem Nikon AF-S (hier 28-300mm) oder dem älteren Nikon AF 28-105mm (mit Blendenring) ist die Schärfe gut. Die Objektive sind aber ordentlich schwer.
    An XT ist das ok, an XE eher lästig. Da die Anfangsbrennweite beginnt erst bei umgerechnet 42 mm. Das ist auf Reisen ungenügend.
3. Das Sigma AF-S 18-200mm hat keinen Blendenring und ist nur mit Offenblende verwendbar. Es kann an Schärfe nicht ganz überzeugen.
    Möglicherweise ist die Schärfe mit dem Nikon 18-200mm oder dem Sigma Contemporary besser, das konnte hier aber nicht geprüft werden
4. Das Signa DG HSM 12-24mm ist gut. Es erweitert den Weitwinkelbereich auf satte 18 - 36mm, ist aber recht schwer, ähnlich der Nikon Linse AF-S 12-24mm.
    Auch das Sigma 12-24 hat keinen Blendenring. Da macht es keinen Sinn, diese Linse auf der Reise mitzuschleppen. Suchen Sie sich eine Alternative, z.B. eine
    12mm Festbrennweite von Fuji, Walimex oder Samyang mit Fuji X Bajonett).
5. Erstaunlicherweise macht das einfache und relativ preiswerte Nikon AF-S DX 18-70mm mit dem Novoflex-Adapter eine richtig gute Figur. Es hat keinen  
    Blendenring, so dass man nur mit Offenblende fotografieren kann. Entfernungseinstellung und Zoom sind bei diesem Kitobjektiv gerne etwas hakelig.
6. Ich habe auch das Vivitar 20mm und das Exacta 24mm Makro mit F-Mount ausprobiert. Beide Linsen sind scharf. Die Brennweite entspricht wegen des
    Cropfaktors von 1,5 allerdings nur 30 bzw. 36mm.
7. Das Sigma DG APO 80-400mm (entspricht 120-600mm) ist ebenfalls scharf, läßt sich  aber mangels Blendenring auch nur mit Offenblende bedienen, so
    dass die Tiefenschärfe deutlich eingeschränkt ist. Es ist deshalb schwierig zu focussieren, und das dauert bei bewegten Objekten auch zu lang.
8. Das Non-Ai 300mm von Nikon mit Novoflex-Adapter an Fuji XE ist recht gut. Blendenring (Blende 4-22) und eine sehr exakte Schärfeneinstellung, und auch eine
   Stativschelle. Leider beginnt die kürzeste Entfernung erst bei 4m. Das ist für den damaligen Stand der Technik normal. Heutige Objektive können das besser. Auch
   hier gilt: Es ist schwierig exakt zu focussieren, und das dauert bei bewegten Objekten auch zu lang. Für schnelle Sport und Tieraufnahmen würde ich das nicht
   nehmen.
Ein Nikon AIS 50mm mit Blende 1,4 wird an der Fuji zur idealen Portraitlinse mit wunderbarer Weichzeichnung in den Unschärfebereichen
Viele F-Mount-Objektive sind schwer. Kein Wunder. Die AI / AIS Objektive haben ein stabiles Metallgehäuse. Die AF-S-Objektive sind zum Teil richtige Boliden, so wie das Sigma 80-500 DG. Der Kamera macht das nichts. Bajonett und Body sind stabil gebaut. Auch der Novoflex-Adapter hält das locker aus. Man hält die Kamera aber schnell unter dem Objektiv, sonst bekommt die Kamera vorne Übergewicht. Mit dem Sigma 18-200mm wiegt das Kit zwar noch 1150 Gramm, mit dem Sigma 12-24 aber bereits 1850 Gramm. Damit verspielt man die Reisetauglichkeit, so dass ich hier lieber zu einer Festbrennweite von 12mm greifen würde. Die gibt es wiederum nicht bei alten manuellen Festbrennweiten, weil das bis in die 90er technisch kaum herzustellen war.
Die hohe Stabilität der Linsen gilt für die Nikon-Festbrennweiten zwischen 20 und 300mm, und die passen an die Fuji, wie aus einem Guß. Sehr scharf. Sehr gute Farbbrillanz und ein wunderbares Bouquet. Es macht Spaß, mit diesen Linsen zu arbeiten. Das macht allerdings nur Sinn, wenn man die Nikon F-Mount-Linsen bereits besitzt, und sich nicht erst anschaffen muss. Was für die EX 2 gilt, gilt natürlich auch für die XE 1, XT 1/2 und die X Pro 1/2. Noch besser als die Nikon Linsen sind Zeiss-Jena und Leica M-Objektive. Auch mit Canon habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht (>>siehe hier)
Die Sigma Linse DG 18-200mm OS ist nicht ganz scharf, und nur bedingt brauchbar. (Für einfache Amateuraufnahmen mag das noch gehen, aber nicht für ambitionierte Ansprüche) Gerade dieser Brennweitenumfang wäre meine erste Wahl für die Reise gewesen. Wahlweise kann das alte AF 28-105mm genutzt werden, das einen Blendenring hat, aber dafür nur einen eingeschränkten Brennweitenumfang. Das ist also letztlich keine so gute Lösung.
Weil die Fuji das APSC Format benutzt, können Sie die AI / AIS Weitwinkelobjektive wegen des Kroppfaktors von 1,5 nicht wie am Vollformat einsetzen. 20mm wird zu 30mm, 24mm wird zu 36mm, was zwar für die Reise- und Landschaftsfotografie eine schöne unversell einsetzbare Brennweite ist, aber eben kein Ultraweitwinkel mehr ist. Diese Objektive bilden aber ein schönea breites und detailreiches Farbspektrum ab, was dem Bild-Endergebnis gut tut.
Randschärfe im Menü einstellen
Ich empfehle, bei allen Nikon-Objektiven, die Schärfe im Menü auf +2 zu stellen. Das macht die Bilder in den Scharfebereichen deutlich schärfer. Diese Funktion ist auch nicht zu verwechseln mit der Kontrasterhöhung, wie wir das aus Photoshop kennen. Dort werden die Kontraste zwischen dunklen und hellen Tönen angehoben, im Extremfall auf tiefschwarz und reinweiß. Bei der Fuji-Schärfeeinstellung handelt es sich wirklich um eine Randschärfe. Das macht die Bilder auch deuutlich prägnanter. gerade deshalb, weil die Nikon-Objektivean Adapter insgesamt etwas weicher sind als die Fuji-Objektive. Das betrifft insbesondere die inkriminierten Zoom-Objektive, besonders das 18-200 und das 18-70mm. Die Ergebnisse - wie im vorherigen Kapitel beschrieben - werden dadurch deutlich verbessert.
Aufnahmetechnik bei manueller Einstellung und notwendige Nachbearbeitungen
Bei der Fuji kann man bedenkenlos bei der manuellen Steuerung der Blende auf eine automatische Berechnung von Zeit und ISO setzen. Falls das Bild unter- oder überbelichtet ist kann problemlos nachgearbeitet werden. Die Dynamik der Fuji ist aber mittlerweile sehr groß, so dass Unter-, Überbelichtungen und auch Farbwertverschiebungen / Kontraststeigerungen, wo wie Hell-, Dunkelanpassungen über Phoshop ohne große Verluste möglich sind. Für die Druckerei muss man ohnehin die dpi von 72 auf 300 oder gar 600 stellen und in den CMYK Modus wechseln. Eine Nachbearbeitung bleibt dann also nicht aus.
Bildbeispiele Fuji XE 2
Bild mit Novoflex-Adapter und Nikon AF-S 28-300 bei Schlechtwetter (Bild stark verkleinert). Das Bild hat ein großes natürliches Farbspektrum. Strake Ausschnittsvergrößerung, bei 60% Qualität in der Berechnung fürs Web. Die Schärfe ist reduziert, aber gut brauchbar
Eine schwieriges Objekt, weil nur wenige Kameras und Objektive in der Lage sind, solche monochromen Farbtöne in einem ausreichend großen Spektrum wieder-zugeben, zumal bei Regenwetter und schlechtem Licht, wie hier. Das Bild ist i-ü. von den Kontrasten und der Farbintensität geringfügig nachgearbeitet worden. Das Ergbnis ist schon sehr zufriedenstellend.

Zum Vergleich: Dasselbe Sujet bei Schlechtwetter (Regen) mit Fujis XC 50-230mm Linse (bei 230mm aufgenommen). Die Braunabstufungen fehlen fast ganz (Abbildung bei Optimierung mit 60%). Mit Fotoshop kann man an den Farb-nuancen auch nicht mehr viel verbessern.

Ausschnittsvergrößerung aus der Aufnahme mit Fuji XC 50-230. Die Schärfe ist im Vergleich zum Nikon 28-300 nicht besser, aber auch nicht schlechter. Das Farb-spiel ist gegenüber dem Nikon Objektiv aber deutlich kälter

Zum Vergleich: Dasselbe Sujet bei Schlechtwetter (Regen) mit Novoflex und Sigma 18-200 DG (200mm). Bildtöne und Schärfe sind leicht nachbearbeitet. Die Schärfe ist gerade noch brauchbar. Die Halbtöne und das breite Farbspektrum sind gut. Das Gewicht des Kits ist 1150 Gramm.

Bild mit Novoflex und Sigma 18-200mm Objektiv (Offenblende, starkes Zoom.) Für die Tiefenschärfe muss man wegen der Offenblende sehr genau focussieren. Die Schärfe überzeugt mit diesem Objektiv nicht. Das Sigma 18-200 ist also ein nur mäßiger Kompromiss.

Zum Vergleich: Bild mit der Fuji Linse XC 18-135mm (manuelle Focussierung). Die Schärfe ist gut, der Bildton ist vergleichsweise kalt

Fuji XC 18-135mm Die Schrift ist in dieser Ausschnittsvergrößerung nicht mehr ganz scharf. So überzeugend ist das also auch nicht.
Man sieht deutlich, dass solche Ausschnittsvergrößerungen die Grenzen der Leistungsfähigkeit einer Fuji XE 2 mit 16 Mio Pixeln überschreiten.

Nikon 1:1,4 / 85 mm mit Novoflex-Adapter an Fuji X. Bei sanften Licht kommen die verschiedenen Grüntöne gut rüber. Die Schärfe auf den Blättern ist ziemlich gut.  Aufnahme bei Blende 22 und Abdunklung von 1,3 am Einstellrad der Fuji, um die Farbtöne der Blüte nicht auszubleichen. Zeit und ISO stehen auf Automatik. Das Bild zeigt, was die Fuji mit geeigneten Festbrennweiten von Nikon kann. Besser gehts auch an der Nikon D 750 kaum, trotz des dortigen Vollformats, und auch nicht mit den Fuji Objektiven.
Fuji XE 2 mit Novoflex Adapter und Nikon AF-S 18-70mm. Der anvisierte Punkt (im Bild rechts von der Bierflasche in einem Streifen hinüber zum Spiegel) ist ziemlich scharf. Im Vorder- und Hintergrund reicht die Tiefenschärfe in der Nahaufnahme (Entfernung rund 1,50m) dann nicht mehr. Dafür ist das Objektiv klein, leicht und sehr kompakt. Das Kit wiegt angenehme 870 Gramm. Auch die Schärfe läßt sich sehr gut einstellen. Die Farben sind hervorragend. Das typische Licht des zur Neige gehenden Tages wird eingefangen. Ein schönes Alltagsobjektiv, das 27-105mm entspricht. Es passt richtig gut an die EX 2, zumal es von Fuji nichts vergleichbares gibt. Das Nikon DX 18-105 hat noch einen schöneren Brennweitenumfang (entspricht 27-158mm)  und ist nicht nenneswert größer und schwerer. Da die Anfangsblende bei beiden Objektiven zwischen 3,5 und 5,6 liegt, wird eine gewisse Tiefenschärfe mitgeliefert, was nicht von Nachteil ist., vor allem wenn man auf Entfernungen ab 3 Metern focussiert, wie im nächsten Bild zu sehen ist.
Fuji XE 2 mit Novoflex Adapter und Nikon AF-S 18-70mm. Mitte September. Abends um 17,15 Uhr, bei bewölkrtem Himmel. Der anvisierte Punkt von 3,5 Metern Entfernung liegt auf den Fahrrädern. Das Bild zeigt eine sehr gute Schärfe, einen guten Tiefenschärfenbereich und sehr natürliche Farben, sehr gute Halbtonwerte. Ich hatte leider die 16-85 mm Linse nicht zum Testen da, die noch besser sein soll. (Ken Rockwell ist des Lobes voll, kritisiert dagegen das 18-105 mm als unscharf in den Ecken bei kurzer Brennweite). Gebrauchtpreise im September 2017: das Nikon AF-S 18-70 bekommt gebraucht um die 100 €, das 16-85mm ab etwa 300 €, das 18-105 ab etwa 200 €.
Fuji XT 1 mit Novoflex und Nikon AF-S 18-70. Brennweite 70mm (entspricht 105mm). Starker Ausschnitt, der i.e. einer 500-600er Brennweite antspricht. Selbst dann ist die Schärfe im Detail noch mindestens als gut zu bewerten. Auch die Farben sind gut, trotz des wolkenverhangenen Himmels. Die dunklen Partien sind gut durchzeichnet. Die Spitzlichter haben einen guten Tonwert. Da kann man nicht meckern.
Mein Fazit

Die Objektive müssen von der Bildqualität und Abbildeleistung passen, dann macht der Novoflex-Adapter zusammen mit Nikon-Objektiven wirklich einen guten Job. Das tun die hier getesteten F-Mount-Objektive fast ausnahmslos. Wer z.B. gerne mit Nikon-Festbrennweiten oder langbrennweitigen Zooms fotografiert, der ist mit dem Novoflex-Adapter bestens bedient und findet ein hervorragendes Spektrum von guten Objektiven. Insgesamt erleichtert der Novoflex-Adapter den Umstieg von Nikon zu Fuji durch die Mitnahme von non AI / AI / AIS / AF und AF-S Objektiven. Von den getesteten Objektiven war nur das Sigma 18-200 den Anforderungen nach Schärfe nicht ganz gewachsen. Aber das Gesamtgewicht stimmt (1150 Gramm). Wer knackscharfe Bilder will, fährt mit dem Fuji 18-135 besser.

Die XE 2 mit dem AI / AIS 24 mm ist eine wunderbare unauffällige Streetkamera. Leider fehlt an der XE 2 ein Klappdisplay, so dass ich in diesem Fall an der XE 2 lieber zur Fuji-Standardlinse 19-55 mit AF Modus greifen würde, um die Schärfe per Autofocus zu regulieren. Die XT 1 / 2 und die XT 20 hat hingegen bereits das Klappdisplay. Hier macht der Einsatz der AI / AIS-Objektive auch im Strreetbereich wirklich Sinn. Bei Portraits ist das AIS 50mm (entspricht 75mm) wegen Schärfe und der natürlichen Hauttöne überzeugend. Zeiss- und Leica-M Objektive können das mit Sicherheit noch besser (zumindest von Zeiss an Nikon weiß ich das aus früheren Tests). Wer hier ganz auf einen Adapter verzichten will, kann z.B. zu modernen Mayer-Görlitz-Objektiven mit Fuji X-Mount greifen. Auch sehr gut und bekannt für ihr hervorragendes Bouquet.
Wer ausschließlich mit Nikon Objektiven und dem Novoflex-Adapter arbeiten will, der ist mit der Fuji XE 2 bestens bedient. Man kann aber auch problemlos die Fuji XE 1 nehmen. Da geht das genauso gut. Von der Bildqualität unterscheiden sich die EX 1, die XE 2 und die XT 1  / XT 10 ohnehin nicht. Sie haben alle 16 Mio Pixel. Nur die XT 2 und die X-Pro 2 haben eine bessere Auflösung (24 Mio).
Die Einstellungen bei XE 1 und XE 2 sind i.e. dieselben, nur die Bedienung ist geringfügig anders. So. hat die XE 1 keinen Augendetektor. Da muss man zwischen Sucher und Display per Knopf hin- und herschalten. Finde ich sogar sehr praktisch, weil sich die Kamera nicht immer von selbst automatisch verstellt. Wer etwas mehr ausgeben will, der findet zur Zeit günstige XT 1 Bodys bei Ebay (unter 500,--).Der Preisverfall gegenüber einer XT 2 ist schon gigantisch, obwohl die Fuji XT 1 erst vor 3 Jahren auf den Markt gekommen ist. Für die Verwendung von Fremdobjektiven mit Adapter ist das aber völlig egal ob XE 1 / XE 2 oder XT 1 / XT 10.
Die spiegellose X Serie mit Bajonet von Fuji ist wie kein anderes System dazu geeignet, um mit manuellen Einstellungen zu fotografieren. Dies zeigt sich auch mit Adaptern und Fremdobjektiven die an Fuji eine hervorragende Bildqualität erzeugen. Die hier getesteten Nikon Objektive (insbesondere Non AI, AI, AIS und AF) steigern die Bildqualität in Teilbereichen deutlich. Die Nikon-Objektive 18-70 und 16-85mm (entspricht 24-127,5mm) an Novoflex können eine gute Alternative sein zum Fuji 18-135mm, vor allem, weil sie die schöneren Farben produzieren. Man sollte dabei nicht vergessen, dass es bei vielen der hier vorgestellten manuellen Objektive Zeit kostet, sauber zu focussieren. Für schnelle Aufnahmen braucht man einen schnellen Autofocus. Das gibts weder bei der XE 1 / XE 2, XT 10, XT 1 und X-Pro-1.Dazu muss man schon zur XT 20 oder XT 2 greifen.
In der Schnelligkeit des Autofocus und im AF-S Objektivangebot sind die Nikons D 300 / 500 / 750 / 850 im Vergleich zur Fuji XE 2 / XT 1 aber unübertroffen. XT 2 konnte hier noch nicht hinsichtlich der Schnelligkeit des AF getestet werden.

Die Themen auf den einzelnen Fotoseiten:
  Seite 1 - Das Auflagemaß
  Seite 2 - Test: Der Kipon Adapter M42 auf Nikon in Verwendung mit M42 Objektiven (Zeiss / Meyer-Görlitz / Pentacon)
  Seite 3 - Die Wahl des Objektivs. Zoom oder Festbrennweite
  Seite 4 - Test: Die Fujifilm X30
  Seite 5 - Neueste Nachrichten aus der Welt der digitalen Fotografie (wird ständig aktualisiert)
  Seite 6 - Reisefotografie
  Seite 7 - Nikon D300 versus Nikon D700
  Seite 8 - Nikon D500 und Nikon D5 (Januar 2016)
  Seite 9 - Test: Nikon D700 versus Nikon D750
  Seite 10 - Nikon D500

  Seite 11 - Test: Nikon D750 Teil 2
  Seite 12 - Ausflug zur Fuji XE - 2 ( lohnt sich ein Wechsel von Nikon zu Fuji? )
  Seite 13 - Nikon Objektive mit Novoflex.Adapter an Fuji XE - 2
  Seite 14 - Fuji X mit M 42 Adapter und Objektiven von Zeiss-Jena / Mayer-Görlitz und Pentacon
  Seite 15 A- Fuji XT 1 und XT 2 ( Teil 1 )
  Seite 15 B- Fuji XT 1 ( Teil 2 )
  Seite 16 - Fuji X mit Canon-FD - Fuji Adapter und Canon FD Festbrennweiten und Zooms.

Textautor: (c) Hans-Peter Vogt
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