Fototechnik (2.11)   Nikon D750 Teil II
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Kleine Fotokunde / Kapitel Fototechnik  -  2.11. Praxistest: Nikon D 750 - Teil 2

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Kap. 2.11  -  Praxistest:  Nikon D750 - Teil 2
Ich nutzte die D750 nun intensiv seit 12 Monaten und das führt dazu, dass ich den ersten Vergleichstest zwischen der
D700 und der D750 zum Teil revidieren muss. Lesen Sie daher den aktuellen Erfahrungsbericht
Text
Version 1.3
Stand: 15.6.2017

Der Bereich wird succesive ausgebaut und erweitert

Verglichen mit der D300 (DX) ist die Vollformatkamera D750 (FX) im Kit mit dem Reiseobjektiv 28-300 schon ein ordentliches Drumm (Bild links). Vom effektiven Gewicht macht das allerdings wenig Unterschied, weil die D750 ein gutes Stück leichter geworden ist. Auf den ersten Blick erscheint die D300 mit dem 18-200mm Objektiv (im Bild rechts) also wesentlicher hand-licher. Gegenüber der D700 ist die Größe der D750 etwa gleich groß, nur das Gewicht ist deutlich reduziert worden.
Das Handling mit dem schweren Reiseobjektiv relativiert sich in der Praxis. Zwar ist das Kit bei D750 vorderlastig, aber der gute Handgriff mit der tieferen Mulde gleicht einen Teil davon wieder aus. Inclusive der erst-klassigen 28-300 mm Lens beträgt das Gewicht immerhin 1740 Gramm.
 Abgrenzung zur D500 (DX)
 
Die D500 ist von der Größe des Bodys und vom Gewicht ähnlich wie die D750. Das entspricht dem modernen Gewichtsmanagement bei Nikon. Zusammen mit dem Objektiv 18-200 spart sie gegenüber der D750 sogar an Gewicht und Volumen.
Zwar besitzt die D500 kein Vollformat, sondern "nur" das APSC Format (bei Nikon DX genannt), aber dafür ist die Nikon D500 bei den Serienbildern schneller und sie hat in der einstellbaren ISO Zahl deutlich zugelegt. Dort sind 12.800 ISO in der Praxcis gut machbar.
Klappspiegel und Video hat die D500 auch, sogar in 4K.
Die D750 ist ähnlich schnell wie die D300 und D700, aber sie im Bereich der effektiv einstellbaren ISO eindeutig im Vorteil. Aufnahmen bei 12800 ISO sind möglich, und die Ergebnisse sind wirklich gut. Zum Vergleich: bei D300 ist  bei max 2500 Schluss mit lustig. Bei D700 sind noch 3200 ISO noch gut machbar. Auch nicht schlecht. Viel besser jedenfalls als bei den Amateurmodellen von Nikon oder Canon.
Der Umstieg von der D700 auf die D750 war für mich zunächst mit positiven und negativen Erlebnissen verbunden. Sehr praktisch ist der Klappspiegel bei der D750 (Details später). Die Videofunktion ist gut (auch dazu später), aber die Funktion des Menüs und die an der Kamera angeordneten Button-Funktionen erzwingen ein heftiges Umdenken. Vieles, was mit der D700 so leicht von der Hand ging, musste erst umständlich wieder neu erlernt werden.
 

Da ist zunächst die Nutzung von manuellen Objektiven. Bei der D700 war das problemlos im Programm-Modus möglich. Bei der D750 muss ich in den manuellen Modus wechseln und die komplette Belichtungssteuerung (Zeit, Blende, ISO) per Hand und Diagramm ermitteln. Das ist wirklich umständlich und kostete viel Zeit. Jedes Bild muss zudem auf dem Monitor überprüft werden. Im Endergebnis (und mit einiger Übung) bringt das aber sehr gute Ergebnisse. Bei Stands ist das OK. Bei bewegten Objekten leider viel zu zeitraubend. Man lernt aber nie aus.....also lernen Sie die Funktion A zusammen mit manuellen Objektiven  kennen...

So bin ich erst kürzlich darauf aufmerksam geworden, dass man bei der D750 (unter Verwendung von AI / AIS Objektiven) einfach in den A-Modus gehen kann, um den etwas umständlichen manuellen Modus zu übergehen. Stellt man die ISO auf Automatik, so kann man die Blendenvorwahl (und natürlich auch die Schärfe) per Hand regeln (was ja nicht schlecht ist), Zeit und ISO werden dagegen automatisch von der Kamera errechnet. Sehr praktisch.
Ist ja egal, ob P (Programm-Modus bei der D700) oder A (bei der D750), wenn das Ergebnis in etwa das Gleiche ist. Damit hat sich einer meiner wesentlichen Kritikpunkte an der D750 in Luft aufgelöst. Trotzdem empfiehlt sich eine Bildkontrolle, bevor man den Schauplatz verläßt.

Diese Funktion geht übrigens auch im Videomodus. Sehr praktisch, weil sich die Belichtung während des Filmens automatisch über die ISO nachstellt, also z.B. wenn man vom Hellen ins Dunkle wechselt. Das geht auch fließend. Sehr angenehm. Weil die D750 bis 12.800 ISO einstellbar ist, ist das bei Live-Acts eine große Hilfe !!!

Warum ist das wichtig? Die Festbrennweiten sind sehr lichtstark (gegenüber den Zooms) und sind in der Auflösung und im Bouquet sehr gut. Die AI / AIS Objektive sind äußerst robust und um vieles billiger und leichter als eine AF Brennweite. Im A-Modus macht es denn auch Sinn, die AI / AIS Objektive an Nikon D750 in der Streetfotografie einzusetzen (verhältnismäßig klein, leicht und unauffällig). Die Schärfe macht man punktgenau per Hand. Das mag im Einzelfall umständlich sein, focussiert aber auf den gewollten Punkt. Mit Weitwinkel ist das Unschärfeproblem ohnehin gering und über den Monitor (im Livemodus) kann man das Bild gut kontrollieren, ohne in der Öffentlichkeit besonders aufzufallen. Da man mit ISO 6.800 bis 12.800 auf eine Videoleuchte oder einen Blitz i.d. Regel verzichten kann, nutzt man eben auch das natürliche (oder künstlich erzeugte) Umgebungslicht, das dem Charakter der Szene wohl am besten entspricht.
 

Die hohe ISO von 12.800 ist bei der D750 ein eindeutiger Vorteil. Das Rauschverhalten ist verträglich. Mit der D750 kann man viel besser in dunklen Innenräumen aus der Hand fotografieren als bei der D700 , und das sogar im Telebereich, der bei fast jeder anderen Kamera völlig verwackelt. Tatsächlich ist ISO 12.800 auch bei der Nikon D750 aber noch nicht das Gelbe vom Ei. Mit 6.800 erzielen Sie deutlich bessere Ergebnisse. Das merken Sie besonders dann, wenn Sie Fotos nacharbeiten müssen. Bei ISO 12.800 sind die Nachbearbeitungsmöglichkeiten gering, weil das Bild dann ziemlich schnell gewaltig verpixelt und anfängt zu rauschen. Nun ja 6.800 ist auch schon ein guter Wert. Im Extremfall kann man auch mit ISO 8000 noch recht gut arbeiten. Da wird sich in Zukunft noch einiges tun (die Nikon D500 und die D 5 machen das vor, und auch einige Mitbewerber halten sich sehr gut, wie z.B. die neue Fuji XT2, die zudem klein und leicht ist, aber nicht an die Robustheit der Nikon heranreicht, und im Neupreis der D750 in etwa entspricht. Dafür hat Nikon das vel umfangreichere Objektivprogramm.)

 
Der Monitor läßt sich gut ablesen und kann auch deutlich heller gestellt werden. Das verbraucht zwar mehr Strom, aber bei der Bildkontrolle hilft das sehr. Bei Sonnenschein ist das besonders sinnvoll, weil die Bildkontrolle sonst nicht wirklich gut gelingt (und das gilt für jede Digitalkamera, egal von welchem Hersteller). Man muss in der Praxis immer wieder ins Menü gehen und die Einstellungen der jeweiligen fotografischen Situation anzupassen, und sollte für den Notfall stets einen zweiten Akku bereit halten, besonders bei Videoaufnahmen.. Bei der D700 war das einfacher, denn das ist eine gutmütige Kamera, die (wenn die persönlichen Grundeinstellungen einmal ermittelt und eingestellt sind) jede Aufgabe mit Bravour meistert, bis auf die Aufnahmen bei Schlechtwetter, und bis auf Video, was die D700 bekanntlich nicht hat.

Besser als bei der D700 hat die D750 die Tendenz bei sehr farbarmen Motiven, in den Graumodus umzuschalten, ähnlich wie das für die D300 beschrieben wurde, etwa bei Schlechtwetter. Schmuckfarben, die sich deutlich abheben sind natürlich immer noch zu sehen. So zeigt sie deutlich unterscheidbare Farben besser als die D300 und viel besser als die D700. Dadurch unterbleibt der matschig braune Ton, den die D700 bei miesen Regentagen manchmal produziert. Ich empfehle sogar, die in meinem ersten Vergleich mit der D700 geschmähten Hobbyfunktionen der D750 zu nutzen, die man im Menü einstellen kann: Stellen Sie also bei schwierigen Lichtverhältnissen im Menüpunkt Weißabgleich auf Kunstlicht, Leuchtstofflampe, bewölkter Himmel, Schatten, Direktes Sonnenlicht. um,  und vergleichen Sie die Ergebnisse einmal mit der Funktion automatische Erkennung des Weißabgleichs. Ich habe das bisher nur bei extrem gelbem Kunstlicht ausprobiert, und die Ergebnisse sind verblüffend gut. Etwa ein Gemälde kann dann in den natürlichen Farben dargestellt werden, anstelle einer gelben Brühe. Darauf bin ich aber erst gekommen, als einige andere Versuche, die Farbe zu verbessern unbefriedigend waren. Mit Wolken / Regen / Schlechtwetter habe ich diese Funktion noch nicht probiert. Ich kann das demnächst nachreichen.

Bildbeispiele zum Thema Weißabgleich. Beide bei Kunstlicht mit Nikon D750 aufgenommen
   
    Im Menüpunkt Weißabgleich mit Einstellung "Automatik" und

mit Einstellung "Kunstlicht"

Die effektive Pixelzahl der D750 geht zwar einher mit ziemlich aufge-blähten Dateigrößen (20-26.Mio MB gegenüber rund 8 - 12 Mio bei der D700), aber das Ausgabeformat in cm gemessen ist deutlich größer als bei der Nikon D700. Zum Vergleich das Bild rechts. Das bedeutet in der Praxis, dass man das Bild der Nikon D700 deutlich aufblasen muss, um eine Ausgabegröße wie bei der D750 zu erhalten. Und noch etwas resultiert daraus. Die 24 Mio Pixel verteilen sich vei der D750 auf eine viel größere Ausgabefläche. Selbst wenn
das auf den Ausschnitt bei der D700 umrechnet wird, hat man bei der D750 noch deutlich mehr Pixel pro Quadratcentimeter (gemessen an der maximalen Ausdruckgröße), und man erzielt damit eine deutlich höhere effektive Auflösung, die sich auch in der gefühlten Bildschärfe niederschlägt. In meinem vorherigen Test habe ich das mißachtet, weil ich mir einfach einen Bildausschnitt ausgesucht habe (z.B. einen Vogelkopf) und den auf das jeweils gleiche kleine Endformat ausgegeben habe. Dadurch wird ein falscher Eindruck erweckt. Insoweit muss ich alle Angaben zur Bildschärfe und Auflösung in meinem vorherigen Bericht korrigieren. Die Nikon D750 hat also nicht nur die höhere Auslösung, sondern auch die höhere Bildschärfe als die D700, am gleichen Ausgabeformat in cm gemessen. Und noch eins: Das Ausgabeformat der D700 entspricht DIN A 3, das Ausgabeformat der D750 hingegen entspricht DIN A 2. Ein gewaltiger Unterschied (doppelte Bildgröße). Man sieht die Unterschiede deutlich, wenn man die Bilder von D700 & D750 auf DIN A 2 ausdruckt, egal ob Laserdrucker, Inkjet, oder Plotter
Der Printbereich:
Nikon neigt ja im allgemeinen dazu, die Bilder etwas zu dunkel aufzunehmen, ganz im Gegenteil zu Canon. Dort ist das genau umgekehrt. Das hat bei Nikon Vorteile und Nachteile. Im RGB Modus mit einem hellen Display scheint das Licht durch das Bild und sie erhalten ein breites Spektrum von Farbschattierungen. Verkleinern Sie das Bild in der effektiven cm-Größe, so müssen Sie den Kontrast schärfer stellen. Wenn Sie in den CMYK Modus wechseln, wird immer eine Bildbearbeitung notwendig. Wenn Sie   Bilder auf Papier drucken lassen wollen, müssen Sie das mit der jeweiligen Druckerei abstimmen. Benutzen Sie die entsprechende Funktion Ihres Bildbearbeitungsprogrammes, um die Farbdichte entsprechend anzupassen. Das kann man mit den Ergebnissen der Nikon D750 sehr gut. Alle Bilder verfügen über ein breites Spektrum an Möglichkeiten der Bearbeitung, ohne dass die Bildqualität verloren geht. Das ist der Vorteil des (etwas) zu dunklen Bildes bei Nikon. Ist das Bild hingegen zu hell (wie bei Canon), so bleichen die hellen Teile aus oder werden beim abdunkeln grau. Aus meiner Sicht ist die Nikon für Ausdrucke im CMYK Bereich also die bessere Alternative, zumal sie die Bilder von vornherein mit 300 dpi aufnimmt, anders als bei Canon.

Tatsächlich müssen Sie bei CMYK-Bildern für den Printbereich nicht nur den Kontrast, sondern auch die Helligkeit und die Farbintensität bearbeiten. Nutzen Sie die Möglichkeit von Photoshop, um die Farben gelb, rot, Magenta usw. einzeln hervorzuheben, und damit dem Bild für den Druck das richtige Mix von Farben zu geben Bedenken Sie, auch der Drucker (egal ob Laserdruck oder Offset) kann besser mit den Druckdaten umgehen, wenn es im Bild einige kräftige Komplementärfarben gibt. Meine Erfahrung mit der Nikon D750 gegenüber der D700 ist hier, dass die größere Ausgabe (in cm gerechnet) und die viel höhere Zahl der Pixel entscheidenden Anteil hat für ein viel breiteres Spektrum an Farbtönen, und auch an Schärfe, zumal sie die Bilder problemlos nachschärfen können (mit der Funktion Kontrast im Fotoshop). Wie das mit Lightroom ist, weiß ich hingegen nicht, weil ich damit nicht arbeite. Es gibt aber andere Bildbearbeitungsprogramme, die das auch können. Manche sogar besser als Adobes Photoshop. Mitunter kann eine solche Bearbeitung recht aufwendig werden, dann nämlich, wenn Sie dunkle Partien aufhellen müssen, mit mehreren Ebenen, Zauberstab oder Überfüllung arbeiten müssen. Das lässt sich aber nicht vermeiden, wenn Sie beim Druck ordentliche Ergebnisse erzielen wollen. In jedem Fall ist die Bildbearbeitung für den Printbereich ein eigenes Thema, für das die Ausgabeformate von Nikon aber sehr gut gerüstet sind.

Zum Vergleich. Ich benutze noch eine kleine Fuji x30. Vergleichsweise klein, handlich und unauffällig, gerade in kritischen Situationen, wo man mit einer Kamera nicht sofort auffallen will. Die macht schrafe Bilder trotz relativ kleinem Chip und die ISO ist vergleichsweise beschränkt. 800 ISO gehen gut, bei ISO 1600 ist die Luft raus. Auch die Fuji neigt dazu, die Bilder etwas zu dunkel zu machen. Problemlos für die digitale Verwendung solcher Dateien, aber nachbearbeitungspflichtig für den Print-bereich. Nur lassen sich die Bilder nicht so stark bearbeiten wie bei Nikon, ohne dass es zu unschönen Verpixelungen und Farbverzerrungen kommt. Das kann Ihnen mit der Nikon zwar auch passieren, wenn Sie einzelne Farben stark hervorheben, um die Leuchtkraft im Printbereich zu erhöhen, ist aber ein Phänomen, was man ziemlich vernachlässigen kann. In jedem Fall brauchen Sie ein Kalibrierungssystem für Ihren Bildschirm (Monitor), (wie z.B x-rite i1), damit Sie auch das bekommen, was Sie auf dem Monitor sehen (what you see ist, what you get). Sonst geht es nur mit Densitometer im Photoshop und der Nutzung des Farbreglers (Farbauftrag) und auf jeden Fall mit Andruck, besser mit 2 Andrucken. Manche Verlage arbeiten sogar mit weit mehr Andrucken, dann wird ein gedrucktes Buch in der Herstellung allerdings sehr teuer.

 
Weitere Bildbeispiele für die D750 können Sie in meinen Bildbänden Nordfrankreich und Loire/Eurovelo 6 sehen.
 
Nachtrag:  
Der Autofocus, die Focusmessfelder, Dynamikumfang und das active D-Lightning bei der D 750
Vorausschicken will ich, dass ich nach vielen Versuchen beim Active D-Lightning die Stellung Automatik bei der D750 bevorzuge. Das garantiert eine gute Struktur in den Spitzlichtern und einen hohe Durchzeichnung in den Schattenpartien. Zumindest bei der Originalaufnahme. Die Einstellung muss allerdings jeder für sich auswählen.
Die höchste Genauigkeit erzielt die Einstellung von 51 Focusmessfeldern (das ist zugleich das Maximum an Messpunkten). Das verbraucht zwar mehr Strom, aber es erhöht die Qualität der Ergebnisse deutlich.
Wie D700/800/300 bietet auch die D 750 die Wahl zwischen Ganzfeldmessung (Matrix), Mittenbetonte Messung und Spotmessung. Außerdem gibts bei der D750 eine  Lichterbetonte Messung und eine Motivverfolgung. Wenn man das bei jedem Bild neu einstellen soll, braucht man eine schnelle Auswahltaste. Die D750 hat diese Auswahl in der gleichzeitigen Nutzung des Auswahlfeldbuttons und dem hinteren Drehrad. Bei der D750 gibt es keinen Auswahlschalter am Gehäuse wie bei der D700/D300. Schade. Nikon hat das eingespart, um den Preis niedrig zu halten.Geht aber genauso gut. Allerdings empfehle ich, sich auf eine Messmethode weitgehend festzulegen, entweder Matrixmessung (ganzes Feld) oder Mittenmessung, weil alles andere zuviel Zeit kostet.Ich bevorzuge zur Zeit die mittenbetonte Messung mit 12mm Messfeldgröße.
Ich habe schon darüber geschrieben, dass Nikon dazu neigt, alle Bilder zu dunkel abzubilden.  Das ist zunächst einmal nervig, weil es dazu zwingt, die Bilder am PC für den jeweiligen Einsatzzweck nachzubearbeiten. Lieber wäre mir, das Bild stimmt von Anfang an von der Belichtung und in den satten Farben zu 100 Prozent. Kriegt Nikon aber nicht hin. Jedenfalls bei meinen D700/D750 ist das so, und auch bei der D300. Einen Vorteil hat diese Aufnahmetechnik. Die Spitzlichter sind fast stets gut durchzeichnet. Der hohe Dynamische Umfang erlaubt am PC gewaltige Aufhellungen, ohne Qualitätsverlust, oft, indem man zwei Bilder übereinander legt, und jeweils die hellen und dunklen Partien bearbeitet. Das ist viel Aufwand, zugegeben. Die Endergebnisse sind aber hervorragend. Lästig ist das allerdings schon. Leider habe ich keinen Vergleich, wie das bei der D 4s/D5 ist.Vuielleicht  können die das besser. Auf jeden Fall ist die Nachbearbeitung sehr arbeitsaufwendig. Hat aber den Vorteil, dass (von der Belichtung und den Farben) fast kein Bild weggeworfen werden muss. Zum Vergleich: Meine Fuji x30 hat einen deutlich höheren Ausschuss, und auch bei meiner (früheren) Canon 30D (ist schon eine Weile her) war der Ausschuss um vieles höher. Also habe ich bei Nikon ein lachendes und ein weinendes Auge. Ich muss aber dazu sagen, dass meine Ansprüche hinsichtlich excellenter Druckergebnisse sehr hoch sind, und dass beim Umwandeln in CMYK ohnehin jedes Bild nachgearbeitet werden muss, weil der Farbtonumfang des RGB im CMYK Bereich grundsätzlich nicht erreicht wird, und das ist nun auch bei einer D4s oder D5 so, weil der Farbumfang im Druck generell um vieles kleiner ist als im RGB Modus und am (von hinten beleuchteten) Bildschirm
Anders als die D750 sind die D700 und die D500 als Profikamera ausgelegt. Die D750 ist ein Zwitter aus Profi und Amateurkamera, um den Preis klein zu halten. Auch nach zwei Jahren hat sich der Ladenpreis kaum nach unten bewegt. Nur die Importeure aus England verkaufen das erheblich günstiger, aber eine Garantie kann man sich dort sonstwo hin stecken.
 
Die Auflösung
(siehe auch Text links)
Hinsichtlich der Auflösung (25.000 Pixel) ist die D750 sowohl in den Soll-Werten, wie auch in der Praxis der D700 letztlich überlegen, anders als bei dem ersten Test D700 vs. D750 ermittelt.
Dieses Ergebnis resultiert im wesentlichen aus dem Ausgabeformat in cm gemessen.
Die D700 hat ein Ausgabeformat von 24,11 x 36,31 cm
Die D750 hat ein doppelt so großes Ausgabeformat
von 34 x 50,94 cm.
Druckt man die Dateien in der Ausgabegröße aus (jeweils in 300 dpi, was bei Nikon Standard ist), so zeigen sich die Bilder der D750 als deutlich feinkörniger, insbe-sondere dann, wenn es um hohe ISO Zahlen geht. Bildrauschen ist der D750 gering bis ISO 6.800. Bei ISO 12.800 sind die Aufnahmen dann doch deutlich körniger, und wenn Sie das Bild bearbeiten fängt auch das Rauschen an.
 

ISO 6.800 (max ISO 8.000 ist dennoch ein guter Wert, der es Ihnen ermöglicht, bei minimalen Lichtverhältnissen zu foto-grafieren, und auch noch sehr gute Ergebnisse zu bekommen. Das spricht für die D750, und in meinem Bildband Streetfotografie wird das auch deutlich. Die Bilder der D750 haben an Qualität zugelegt gegenüber einer D 300 oder einer D700.

Fazit: Die Nikon D750 ist in der Bedienung nicht so komfortabel wie die D700 (oder auch als die D300), aber die hohe Auflösung, der Klappspiegel, der Live-View, das große Ausgabeformat in cm Seitenlänge gemessen und der Videomodus sprechen für die Kamera.

Einzig und allein die Beschränkung auf 100.000 Aufnahmen ist ein Nachteil, wenn man große Bildserien macht, und den Finger dauernd auf dem Auslöser hat (Serienbild-Funktion). Also: Bewußt fotografieren. Manchmal ist weniger eben mehr.

 
Die D750 ist nun seit Ende 2014 auf dem Markt, also schon mehr als 2 Jahre, aber sie hat an Aktualität nichts eingebüßt.

Die Themen auf den einzelnen Fotoseiten:
  Seite 1 - Das Auflagemaß
  Seite 2 - Test: Der Kipon Adapter M42 auf Nikon in Verwendung mit M42 Objektiven (Zeiss / Meyer-Görlitz / Pentacon)
  Seite 3 - Die Wahl des Objektivs. Zoom oder Festbrennweite
  Seite 4 - Test: Die Fujifilm X30
  Seite 5 - Neueste Nachrichten aus der Welt der digitalen Fotografie (wird ständig aktualisiert)
  Seite 6 - Reisefotografie
  Seite 7 - Nikon D300 versus Nikon D700
  Seite 8 - Nikon D500 und Nikon D5 (Januar 2016)
  Seite 9 - Test: Nikon D700 versus Nikon D750
  Seite 10 - Nikon D500

  Seite 11 - Test: Nikon D750 Teil 2
  Seite 12 - Ausflug zur Fuji XE - 2 ( lohnt sich ein Wechsel von Nikon zu Fuji? )
  Seite 13 - Nikon Objektive mit Novoflex.Adapter an Fuji XE - 2
  Seite 14 - Fuji X mit M 42 Adapter und Objektiven von Zeiss-Jena / Mayer-Görlitz und Pentacon
  Seite 15 A- Fuji XT 1 und XT 2 ( Teil 1 )
  Seite 15 B- Fuji XT 1 ( Teil 2 )
  Seite 16 - Fuji X mit Canon-FD - Fuji Adapter und Canon FD Festbrennweiten und Zooms.

Textautor: (c) Hans-Peter Vogt
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