Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das ist der Ausgangs-punkt für die Fotografie.
Dennoch haben wir in diesem Teil auf Bilder fast völlig verzichtet, um Platz und Zeit zu sparen. Dadurch wird der Text leider arg kopflastig.
Wir bitten das zu entschuldigen. Wenn wir mehr Zeit haben, werden wir das erweitern
Die vier Hauptunterschiede zwischen APSC & Vollformat Vorteile & Nachteile
im Bereich Reise
und Alltag
A) Vollformat / FX

Vorteil A1) Die Größe des Voll-format-Bildsensors (24x36mm) bewirkt eine viel höhere Auf-lösung.
Vorteil A2):
Das bewirkt eine deutliche Verbesserung im Bereich der Bildqualität etwa im Bereich der Ausschnitts-Vergrößerung
Vorteil A3) der Vollformatsensor hat eine deutlich geringere
Gefahr von Bildrauschen
Vorteil A4) Im Bereich des Weitwinkels hat das Vollfomat deutliche Vorteile, weil die Brennweite nicht umgerechnet wird
Vorteil A5) Das Vollformat ist besonders für Festbrennweiten mit extremer Schärfe und besonders hoher Auflösung geeignet, wobei die Brennweite 1:1 entspricht
Vorteil A6) Es gibt im Bereich Vollformatkameras recht günstige EInstiegsangebote ab ca. 2000 € für den Body (neu)
Nachteil A1) Die höhere Anfor-derung an die Objektive verhin-dert die Verwendung von Hyper-zooms. Man muss auf der Reise also mindestens 2 Objektive mit eingeschränkter Brennweite mitschleppen und häufig das Objektiv wechseln.
Nachteil A2)
Dadurch gehen immer wieder Schnappschüsse verloren
Nachteil A3) Wer auf der Reise hohe Bildanforderungen stellt, der muss mehrere Objektive und viel Gewicht mitschleppen.
Nachteil A4) Die Vollformat-kamera ist deutlich teurer als
das APSC/DX Format

B) APSC / DX-Format
Der kleinere APSC oder DX Sensor hat einen sog. Kropp-faktor, mit dem man die Brenn-weite des Objektivs multipliziert (Nikon, Pentax SLR 1,5, Canon SLR 1,6 (bei Consumer-Modellen) Vorteil B1) Die speziellen APSC Objektive im Bereich der Hyper-zooms haben einen deutlich größeren Brennweitenumfang (etwa 18-270, was 27-405mm bei Nikon entspricht), und das ist somit als Universal- und Reise-objektiv besonders geeignet, weil ein einziges Objektiv nahezu alle erforderlichen Brennweiten abdeckt
Vorteil B2) Dadurch wird der lästige Objektivwechsel über-flüssig und Sie können viel schneller auf Unvorhergesehe-nes reagieren
Vorteil B3)
Die APSC/DX Kameras sind deutlich preis-werter als das Vollformat
Nachteil B1) Die Hyperzooms sind nicht ganz so scharf und man merkt das bei starken Vergrößerungen von Bildaus-schnitten
Nachteil B2) Beim APSC Format gibt es bei höheren ISO Zahlen deutliches Bildrauschen
Nachteil B3) Die höherpreisigen APSC Kameras, wie etwa Nikon D 7100 oder Canon 7D sind zwar wirklich perfekt, kommen aber nicht an die Auflösung der Voll-formatkamera heran. Frage: Ist das notwendig?
Das muss jeder für sich entscheiden. Die APSC Kameras haben aber inzwischen eine Qualität, welche 95% aller Anforderungen im Amateur-bereich abdecken. Wer allerdings extrem hohe Anforderungen an die Bildqualität, insbesondere im Bereich der Bildausschnitte verlangt, kommt um das Vollformat nicht herum. Das stellt an die Geldbörse aber auch hohe Anforderungen.
Dabei gibt es für die Bereiche APSC / DX und für das Vollformat /FX unter-schiedliche Objektive die für das jeweilige Format gebaut werden und nicht vertauscht werden sollten. Grundsätzlich gilt: Vollformatobjektive lassen sich an APSC verwenden, aber nicht umgekehrt. Man sollte das beim Kauf von Objektiven beachten.
Es gibt Reiseobjektive in ganz unterschiedlichen Brennweiten. Sie zeichnen unterschiedlich scharf. So gilt das 18-50 oder das 18-70 oder das 28-105 als extrem scharf, aber die Brennweite ist stark begrenzt. Man kann nicht alles haben.
Im Bereich der Allround-Objektive nehmen die APSC-Linsen 18-200 (wahlweise 18-250/270/300) eine besondere Stellung ein. Das gibt es bei
Nikon / Canon / Pentax / Sigma / Tamron, und natürlich auch für Sony. Mit einem Objektiv deckt man nahezu alles ab (ver-gleichbar 27-300mm beim Vollformat)
Beim Vollformat ist es die Linse 28-300. Sie entspricht genau der 18-200mm Linse beim Drittelformat. Es ist sozusagen die eierlegende Wollmilchsau
und kann auch bei High-end Kameras eingesetzt werden
.
Bei Nikon ist es das AF-S
28-300 3,5-5,6 G ED VR II.
Es kostet ca. 800-900 €. Es
ist wie gesagt vergleichbar mit
dem 18-200 beim DX Format. Eine gute Linse mit nur geringen Schwächen.

Bei Mitbewerber Canon gibt es seit 2009 auch etwas passendes. Das graue 28-300 L Objektiv (Blende 3,5-5,6) ist von der Qualität noch höher, kostet allerdings auch 2.400 €

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Kleine Fotokunde (1) - Seite 4

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Seite 4  -  Die Wahl der Kamera und des Objektivs
Autofocus und/oder manuelle Bedienung
Die Wahl der Kamera (und wir reden jetzt nur von SLR Kameras) hängt ganz entscheidend vom Geldbeutel ab und natürlich auch davon, was Sie mit der Kamera machen wollen. Wer wenig Geld hat, und wer trotzdem hohe Ziele hat, wird wahrscheinlich zu einer guten Gebrauchten greifen. Wer die Kamera "nur" für Familien- und Erinnerungsfotos benutzt, ist mit einer Kamera der Einstiegsklasse bestens bedient. Reden wir mal von einer neuen Kamera und denken wir einmal nicht ans Budget, sondern an den Einsatz. Jede Kamera ist ja auch ein Arbeitsgerät, das Ihnen bestimmte Möglichkeiten bietet.
Zunächst einmal haben Sie die Wahl zwischen dem sog. "Drittelformat" (also Bildsensoren von etwa 15x24 mm, auch APSC oder bei Nikon DX genannt ) und dem Kleinbid-Format, (also Sensoren mit Größen von 24 x 36mm, auch Vollformat oder DX genannt). Beide sind gut, aber dadurch wird auch die Wahl des Objektivs und der Preis der Ausrüstung bestimmt.
Vom Weitwinkel bis zum Tele:
Beim Vollformat entspricht die auf dem Objektiv aufgedruckte Brennweite genau der tatsächlichen Brennweite. 50mm sind also 50mm. Man bezeichnet das auch als Normal- oder Standardobjektiv. Alles darunter ist ein Weitwinkel (etwa 24mm), alles darüber ein Teleobjektiv (etwa 200mm). Extreme Weitwinkel (unter 20mm) bezeichnet man auch als Superweitwinkel, bis hin zum 8mm Fischauge, das extreme Verzerrungen der Perspektive bietet. In der Reisefotografie ist ein  28 oder ein 35mm Weitwinkel gut geeignet, um mehr Bildelemente einzufangen. Beim Tele ist es umgekehrt: Der Bildwinkel wird enger, bis zu 1000mm Superteles, die groß, schwer und aufwendig zu bauen sind. 70mm gilt als sog. Portraitobjektiv. 200-300mm gilt als Tele im Einsatz Sport und Landschaft, um weitere Objekte näher ran zu holen. Superteles braucht man in der Sport- und in der Tierfotografie. Für das Vollformat gibt es natürlich auch Zoom- oder Vario-Objektive. Hyperzooms (s.u.) taugen hier eher wenig, weil sie unscharf werden. Auf der Reise muss man also mehrere Objektive mitschleppen und immer wieder Objektive wechseln. Das kann sehr lästig sein. Viele Schnappschüsse gehen so auch verloren. Das gilt jedoch nur für das Vollformat, das eine besonders hohe Anforderung an Auflösung und Schärfe des Objektiv stellt..
Das APSC oder DX Format, hat einen sog. Kroppfaktor von 1,5 bei Nikon und Pentax, meist 1,6 bei Canon, und 2,0 bei Olympus. Dieser Kroppfaktor errechnet sich aus dem Format des Bildsensors. Bei Canon ist das 22,2 x 14,7 mm, bei Nikon ist das etwas größer und leigt bei 23,6 x 15,8mm. Das heißt, ein 50mm Objektiv hat bei Nikon und Pentax dann 50 x 1,5 = 75 mm, verglichen mit dem Kleinbild, bei Canon ist das 50 x 1,6 = 80 mm und bei Olympus ist das 50 x 2 = 100mm. So verhält sich der Kroppfaktor auch mit allen andern Brennweiten. Die überwiegende Zahl der Nutzer fotografiert jedoch nicht mit Festbrennweiten, sondern mit Zooms, also variablen Brennweiten, etwa 18-50mm, was dann bei Nikon 27-75mm entspricht. Damit kann man eine Menge machen. Noch mehr Einsatzmöglichkeiten bieten sog. Hyperzooms, etwa 18-200mm entspricht bei Nikon 27 - 300mm beim Kleinbildformat. Das ist ein ideales und schnelles Reiseobjektiv und der lästige Objektivwechsel entfällt dann. Die Kamerahersteller haben spezielle Objektive für das APSC / DX Format gebaut, welche diesen Kroppfaktor und den gegenüber dem Vollformat etwa 1/2x kleineren Sensor berücksichtigen, um möglichst gut einsetzbar zu sein. Den Unterschied zwischen beiden Objektivtypen merkt man dann, wenn man ein DX Objektiv an eine Vollformatkamera ansetzt (das geht, weil das Bajonett identisch ist). Die Aufnahmen sind schlicht unbrauchbar für alles, was dann im Druck größer als 10-15cm ist.
Das APSC/DX Format, manchmal auch "Drittelformat" genannt, spielt seine Stärken der APSC Kameras und im Bereich Tele aus. Im extremen Weitwinkelbereich muss man sich eine Lösung suchen, die finanziell tragbar ist. Hierzu muss man wissen, dass dem Bau von Objektiven physikalische Grenzen gesetzt sind. Ein Hyperzoom von wünschenswerten 12-500mm würde kein scharfes Bild mehr ergeben, Deshalb unterscheidet man Zooms im Bereich Weitwinkel (etwa 12-24mm oder 17-35mm), Zooms im Bereich der Normalbrennweite, also etwa 18-50, 18-70, 18-105 oder 24-120mm, sowie Zooms im Bereich Tele, etwa 50-200mm / 50-300mm, 70-200, 70-300mm oder gar 80-400mm. Dann gibt es die Hyperzooms, die vom Weitwinkel bis zum Tele einen sehr großen Bereich abdecken, also 18-200 / 18-250 oder 18-270mm (das letztere gibts bisher nur von Tamron). Genau diese Hyperzooms sind wunderbare Reiseobjektive. Sie sind aber nicht ganz so scharf, wie ein Zoom etwa von 18-50mm. Die Bildschärfe wird entscheidend vom gewählten Objektiv und dem Umfang der Brennweite beeinflusst.
Je größer der Zoombereich, desto größer ist die Gefahr von Unschärfen über das gesamte Bildfeld, oder auch im Rand-bereich. Deshalb haben sich bei sog. Kits auch zwei Bereiche eingebürgert: 18-50 (oder 55mm) + 50-200mm, wahlweise 18-70 + 70-200/300mm. Bei diesen Objektiven ist die Schärfe physikalisch bedingt größer, als bei den Hyperzooms. Im Alltag und auf der Reise ist so ein Hyperzoom (etwa 18-270mm) allerdings eine ideale Lösung. Die physikalischen Nachteile merkt man nur, wenn man wirklich große Ausdrucke macht, oder aus dem Ursprungsfoto Bildausschnitte stark vergrößert. Das geschieht im Amateurbereich eher weniger, deshalb kann man das getrost vernachlässigen. Dennoch gilt, dass ein Objektiv mit 18-70mm bedeutend schärfer ist, als eins mit 18-200mm. Sie sehen das etwa im Bereich feiner Linien, also etwa den Haaren beim Portrait. Es ist eben schöner, wenn man jedes einzelne luftige Haar scharf und deutlich wiedergeben kann.
Zoom oder Festbrennweite (1): Im Bereich der Zooms halten die Hersteller preiswerte Objektive für Sie bereit, die einen möglichst großen Bereich abdecken. Das hat seinen praktischen Nutzen. Dabei ist der Anspruch beim Vollformat deutlich höher. Die gesteigerte Bildqualität beim Vollformat verlangt nach guten - und damit auch nach teuren Linsen. Im Bereich "Drittelformat" gelingt dasselbe deutlich preiswerter, ohne dort auf Bildqualität zu verzichten. Der Preis wird aber auch durch die Blendenöffnung bestimmt. Objektive mit Blenden 2,8, 1,8 oder gar 1,2 werden richtig teuer und sie werden gleichzeitig groß und schwer, egal ob Zoom oder Festbrennweite. Wer extrem scharfe Bilder verlangt, kommt um die Festbrennweite nicht herum, egal, ob im Drittelformat oder im Vollformat.
Das Gewicht: Im Amateurbereich haben sich leichte Kameras durchgesetzt (etwa Canons 1100 D oder Nikons D 3200), verbunden mit leichten Objektiven. Geringes Gewicht heißt Verzicht auf große Blendenöffnungen und es heißt Verzicht auf Metallgehäuse zugunsten von Kunststoff. Das muss keine schlechte Lösung sein. Es gibt sehr gute und haltbare Kunststoffe, gerade im Bereich der Verbundmaterialien. Professionelle Modelle (oft mit über 1000 Gramm für den Body) verwenden meist Titan + Kunststoff zur Einsparung von Gewicht. Die Zeiten eines stabilen Messing- oder Stahlgehäuses sind endgültig vorbei. Bei den Objektiven hat der Kunststoff jedoch auch einen Nachteil. Die Bauweise bedingt, dass beim Scharfstellen oder beim Zoomen die vordere Linse nach vorne fährt. Dieser Tubus, der dann aus dem Objektiv fährt bekommt bei Kunststoffobjektiven recht schnell Spiel. Es gibt da Toleranzen, welche die Bildschärfe nicht beeinflussen. Wird das Spiel zu groß, muss das objektiv repariert oder entsorgt werden.
Die Blende : Große Blenden bedeuten mehr Lichteinfall im Objektiv, mehr Gewicht und mehr Volumen, weil man eben größere Linsen verwenden muss. Objektive mit großen Blenden erfordern aber auch einen höheren technischen Aufwand, denn je größer die Blende ist (= kleine Blendenzahl, etwa 1,2), desto höher ist der Aufwand, das Bild scharf wiederzugeben. Umgekehrt sind Objektive mit großen Blendenöffnungen natürlich dort besonders gut einsetzbar, wo wenig Licht ist, und wo man auf den Einsatz eines Blitzgerätes verzichten will. Die Größe der Anfangsblende schlägt sich auf den Preis.
Die Relation von Blende und Schärfentiefe: Generell gilt: desto größer die Blende (= kleinere Blendenzahl, etwa 1,2), desto geringer ist der Bereich, der scharf darzustellen ist, in der Tiefe des Raums gemessen. Dann kann die sog. Tiefenschärfe im Extremfall nur wenige Zentimeter betragen. Alle übrigen Bild-Objekte vor und hinter diesem Bereich werden dann unscharf. Das kann äußerst störend sein. Als Abhilfe muss man eben eine kleine Blende wählen (also eine große Blendenzahl, etwa 16 oder 22), dann wird der Tiefenschärfenbereich entsprechend groß und erstreckt sich im Idealfall über die ganze Tiefe des Raums.
Kreative Forografen nutzen das um mit Schärfe und Unschärfe zu spielen. Man nennt das auch das "Bouquet" des Bildes. Dabei gilt, dass Vollformatkameras diese Tiefenschärfe anders wiedergeben als sog. Drittelformat-Kameras. Objektive werden also zu einem ganz entscheidenden Teil der Bildgestaltung > siehe unter Bildgestaltung
Zoom oder Festbrennweite (2): Das Zoom ist so konstruiert, dass es einen vergleichbar großen Tiefenschärfenbereich hat (zumindest bei den Drittelformaten und bei der Verwendung von etwas größeren Blenden, ab etwa 4,5-16. Die Festbrennweiten sind durch die größeren Blenden (bis 1,2) eher geeignet, um mit solchen Unschärfen zu spielen. Generell gilt aber auch, dass Festbrennweiten deutlich schärfere Bilder geben, als Zooms. Das ist physikalisch bedingt, weil sich die verschiedenen Linsen im Zoomobjektiv bei der Veränderung der Brennweite bewegen. Bei den festsitzenden Linsen der Festbrennweite ist das leichter und genauer zu konstruieren und besser aufeinander abzustimmen (hier bewegt sich i.d. Regel nur die vordere Linse beim scharfstellen).
Für viele Amateure stellt sich diese Frage aber nicht. Zooms erlauben eine sofortige Beeinflussung auf den Bildausschnitt und sie sind superbequem. Außerdem sind sie preiswert zu haben. Das ist Massenproduktion.
Autofocus oder manuelle Bedienung: Die Amateurkameras sind so konstruiert, dass sie das Fotografieren erleichtern, das bedeutet die automatische Steuerung von Zeit, Blende und ISO, und das bedeutet die automatische Erfassung der Schärfe. Bei Zooms muss man natürlich noch die Brennweite mit der Hand einstellen. Alles andere macht die Kamera. Wer bewußten EInfluss auf die Bildgestaltung nehmen will, wechselt jedoch in den manuellen Modus. Die Einstiegskameras bieten hier jedoch nur sehr begrenzte Möglichkeiten. Etwa ab 1000 Euro beim Body erhalten Sie bedeutend mehr "Spielraum", also Einfluss darauf, mit manuellen EInstellungen zu arbeiten. Manuell bedeutet hier: Festlegung von ISO, Belichtungszeit, Blende, Schärfe, natürlich auch die Brennweite, und Weißabgleich. Das kostet in der Regel mehr Zeit bei der Aufnahme, aber es kann die Bildergebnisse deutlich verbessern.
Serienbildaufnahmen und/oder Einzelbild: Bei den Amateuren sind Serienaufnahmen sehr beliebt. Man läßt den Finger auf dem Auslöser und klack-klack-klack rattern die Bilder runter. Später entscheidet man sich für das schönste Bild, alles andere wirft man weg. Man löscht es also sofort an der Kamera, oder später am PC-Bildschirm. Wer mit Einzelbildern arbeitet, der muss die Aufnahme besser steuern. Was nur einmal da ist, muss "sitzen". Es verlangt ein anderes Fotografieren. Das wird insbesondere dann angewendet, wenn man mehr Zeit hat, oder mehr EInfluss auf die Bildgestaltung nehmen will. Die manuelle Bedienung bietet sich dann an, aber - wie gesagt - Einstiegskameras wie die Canon 1100 Doder die Nikon D 3000 sind für die manuelle Bedienung nur beschränkt einsetzbar. Das Publikum einer 1100 / 3000 verlangt eben nach automatischen Funktionen.
Sportaufnahmen: Bei Sport- und Tieraufnahmen hält man den Finger einfach am Abzug und wählt später das beste Bild aus. Tut man das nicht, verpasst man leicht das richtige Bild und geht leer aus. Nun muss man aber auch wissen, dass die automatische Schärfe eine gewisse Trägheit besitzt. Gerade bei Sprortaufnahmen ist es oft besser, auf manuelle Bedienung zu schalten (bei Beibehaltung des automatischen Belichtungssystems), um sofort die Schärfe mit der Hand nachzustellen. Das geht schneller.
Höherpreisige Kameras bieten für beide Möglichkeiten die geeigneten Tools . Allerdings besteht auch eine Relation zwischen Sensorgröße und der Anzahl möglicher Serienaufnahmen. Je mehr Bildpunkte da sind (wie beim Vollformat), desto weniger Serienbilder kann man in der Regel machen. Verwendet man gar den Raw Modus, dann rutscht das ganz in den Keller. Eine Canon 7D oder eine Nikon D 7100 ist also im JPEG Modus bedeutend schneller, als etwa eine Vollformatkamera der unteren Preisklassen bis 3500 €. Nur die ganz teuren Profimodelle über 5000 Euro werden speziell für solche Zwecke gebaut, wie etwa eine Canon 1D oder die Nikon D4s. Beispiel: Nimmt man im JPEG Modus auf, dann sind oft 70 Bilder in Serie möglich, und mehr, bei 7 Bildern je Sekunde. Im Raw Modus sackt das oft auf 3-6 Bilder in Serie ab (Serie, nicht Sekunde), bedingt durch die großen Bildformate. Dann braucht die Kamera schon eine Atempause, bevor das nächste Bild möglich wird.
Aus diesen Gründen wählen anspruchsvolle Amateure auch die teureren und schnelleren Modelle mit größeren internen Flash-Speichern (wie Canon 7D oder Nikon D 7000), und im Serienbildmodus das Format JPG. Sie bieten auch im Bereich der manuellen Bedienung viel mehr Möglichkeiten. Für einen guten Body der neuesten Generation muss man dann 1000-1400 € ausgeben.
Einsatz historischer Objektive:
Generell gilt: Beim Kauf gebrauchter alter manueller Objektive achten Sie bitte auf die Klarheit der Linsen vorne und hinten, einen leichtgängigen Schärfenring und eine sauber schließende /sich öffnende Blende (nicht verharzt), sowie eine ordentlich einrastende Blende beim Betätigen des Blendenrings. Im Innern sollten keine Staubeinschlüsse zu sehen sein (öffnen Sie hierzu die Blende und schauen Sie durch die Linsen), und das Bajonett, wie auch das Filtergewinde sollten noch gut funktionieren. Alles andere ist Schönheitssache, ob äußerliche Beulen oder Kratzer oder auch eine verblassende Schrift, und das mindert den Preis, aber nicht die Funktion. Leider wird bei den Gebrauchtmärkten im Netz immer wieder Schrott angeboten. Fragen Sie deshalb vor dem Zuschlag bei der Auktion genau nach.

Bild Links: gut erhaltenes Zeiss Objektiv von 1956
Canon kann alle EOS Objektive einsetzen (Baujahr seit Anfang der 80er), alte FD Objektive (bis Ende 70er) sind hingegen nur mit Adapter einzusetzen, und das gilt als umständlich und ist verpönt, da man hier eine ausschließlich manuelle Bedienung hat. Das ist ungewohnt und bei den kleinen SLR Modellen auch sehr unkomfortabel. Viele FD-EOS-Adapter erzeugen auch keine richtig scharfen Bilder. Deshalb sind die guten alten FD Objektive auf dem Markt auch billig zu haben. EOS Objektive sind indes unproblematisch. Auch die neue EOS 600D setzt ganz auf den möglichen EInsatz alter EOS Objektive. Die sind sehr scharf und meist auch preiswert zu haben.
Nikon kann fast alle Objektive mit ai-, ais-Kupplung und AF Objektive einsetzen. Nikon AF Objektive aus den 80er und 90er Jahren sind nicht so schnell wie heutige Objektive, aber das sind gute Linsen, die man gebraucht für vergleichsweise kleines Geld bekommt. Dasselbe gilt auch für die manuellen ai- und ais-Objektive (ab etwa 1970), oder ai-Umbauten aus früheren Zeiten (manche H, S oder Q-Objektive). Die Beschreibung von ai und ais Objektiven finden Sie unter der Nikon Seite . Einige Kameras bieten die Möglichkeit solche Objektive im Menü zu speichern (wie etwa D300s / D700 / D7000 / D7100), so dass eine Zeitautomatik möglich wird. Auch eine Kompatibilitätstabelle für Nikon-Objektive finden Sie dankenswerterweise auf der Nikon Webseite. Bedenken Sie aber, dass die Kamera auch die notwendigen Funktionen zur Verfügung stellen muss. Neben manueller Bedienung von Blende/Zeit/ISO gehört die Einblendung eines Belichtungsmessers, möglichst im Sucher. Bei Nikon 600/700/800/D3/D4 ist das problemlos. Bei anderen Modellen informieren Sie sich im Vorfeld. Einzige Bedingung: Die manuellen Objektive müssen mindestens eine ai-Blendenkupplung besitzen.
Auch bei Pentax und Sony (früher Minolta) ist das meist problemlos möglich. So sind alte mechanische Pentax Objektive i.d. Regel problemlos an den APSC Kameras von Pentax zu verwenden, egal ob SLR oder bei der K 01. Dassselbe gilt für die Verwenduung von Minolta Objektiven an Sony APSC oder Vollformat.
AF Motoren und Bildstabilisator, Springblende:
Neuere Objektive ab etwa Baujahr 2000 verwenden Autofocus-Motoren in den Objektiven (Wave/-Supersonic), die extrem leise und schnell sein können, wenn es um die Einstellung der Entfernung = Bildschärfe geht. Das bläht die Objektive allerdings im Volumen und im Gewicht auf. Zooms mit großer Blende (2,8) und Motor sind schon gewaltig große Geräte, die auch recht schwer werden, oft mehr als 1 Kilogramm. Da schleppt man sich ab. Die Blende und die Zeit werden durch Motoren im Body eingestellt und an das Objektiv elektronisch übermittelt, etwa um die Springblende zu betätigen..
Der Bildstabilisator kann im Body (Olympus) oder im Objektiv sein (Canon/Nikon/Pentax). Er verhindert durch spezielle Techniken, dass die Vibrationen (Herzschlag, Wind, Unruhe) zu einem Verwackeln des Bildes führen. Insbesondere bei größeren Brennweiten ist das sehr hilfreich, und auch dann, wenn man einen nervösen Auslösefinger hat. Aufwändig, teuer, aber praktisch.
Wer ruhig Fotografiert, und sich Zeit läßt, der kann darauf verzichten und auch Geld sparen, aber heute gehören AF Motoren und Bildstabilisator zum Standard.
Die Kameras haben die sog. Offenblenden-Messung, um vor der Aufnahme viel Licht in den Sucher zu lassen. Erst beim Auslösen schalten sie die Springblende ein. Eine Abblendtaste am Kameragehäuse erlaubt es auf die Arbeitsblende einzustellen, um die Tiefenschärfe zu messen. Das ist bei jeder SLR so.
Neu oder gebraucht? Das ist eine Gretchenfrage. Im Bereich der Amateurkameras kommen etwa alle 1-2 Jahre neue Modelle auf den Markt. Die alten sind dann gebraucht viel billiger zu haben. Mit 1-2 Jahren sind sie auch nicht wirklich alt, bieten aber auch nicht mehr die neueste Technik. Die zeigt sich vor allem in der Schnelligkeit von Motoren, in der Bildauflösung (Pixel) und einer verbesserten Dynamik im Bereich des Bildrauschens. Auch bei Objektiven gibt es schnellere Motoren und bessere Vergütungen, je neuer das Objektiv ist. Allerdings schwören etliche Nikon Fotografen auf 40 Jahre alte ai- oder ais-Objektive, wegen ihrer Robustheit und ihrer hohen Bildschärfe und nehmen dafür die etwas umständlichere manuelle Bedienung in Kauf.
Textautor: (c) Hans-Peter Vogt
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Text
Version 1.4
Stand: 9.1. 2015